GM-Diät: Wie funktioniert sie und macht sie Sinn?

Meine Kollegin macht derzeit eine Diät, von der ich zuvor noch nie gehört habe. Die GM-Diät besteht aus einem äußerst abenteuerlichen Speiseplan, der mindestens eine Woche lang durchgezogen wird. Und damit der Jojo-Effekt die verlorenen Pfunde danach nicht wieder auf die Hüften zaubert, werden fragwürdige Tipps gegeben.

Eine Diät, die ich nicht kenne? Das ist neu. Als meine Kollegin, die derzeit kiloweise Gemüse in der Büroküche hortet, mir von der GM-Diät erzählt, bin ich erstmal skeptisch. Und bleibe es auch nach einer ersten Recherche.

Die GM-Diät wurde angeblich vom Unternehmen General Motors entwickelt, um die Mitarbeiter gesund und fit zu halten. Der Abnehmplan klingt abenteuerlich:

1.    Tag: Obst so viel man will, keine Bananen
2.    Tag: Gemüse so viel man will
3.    Tag: Obst und Gemüse so viel man will, keine Bananen
4.    Tag: Bis zu 8 Bananen, 3 Gläser Milch, Gemüsesuppe
5.    Tag: Rindfleisch und bis zu 6 Tomaten
6.    Tag: Rindfleisch und so viel Gemüse, wie man will
7.    Tag: Brauner Reis, Fruchtsäfte und so viel Gemüse, wie man will

Zusätzlich muss viel Wasser getrunken werden, Alkohol ist verboten. Wer mag, kann das Rindfleisch an Tag 5 und 6 durch eine Schüssel Naturreis ersetzen.

Meine Kollegin ist jetzt den dritten Tag dabei und meint, sie habe schon zwei Kilo abgenommen. Ich bin mittlerweile skeptisch, was solche Radikaldiäten angeht. Erstens bringt man den Körper komplett aus dem Takt, die Verdauung spinnt und man leidet unter Stress, der wiederum das Verlangen nach Süßem und Fettigem steigert.

Zweitens will sich mir der Sinn von Trennkost jeglicher Art bisher nicht erschließen. Wir verfügen über eine Lebensmittelvielfalt, mit der wir uns gesund und ausgewogen ernähren können – und das auch noch mit Genuss. Damit schafft man die besten Voraussetzungen, um schlank zu werden und zu bleiben.

Und drittens darf man auch den Jojo-Effekt nicht unterschätzen: Sobald wir die gewohnte, reichliche Nahrung zu uns nehmen, bunkert der Körper Energie in Form von Fettpölsterchen. Damit das nicht passiert, geben die Macher der GM-Diät zwei halbseidene Tipps für die Zeit nach der Gewichtsreduktion:

1.    Kein Zucker mehr.

Wenn wir dazu ohne Weiteres imstande wären, hätte es die Diät wohl von vorneherein nicht gebraucht.

2.    Kein Gluten mehr

Gluten ist in allen Getreidesorten enthalten außer in Hirse, Mais und Reis. Auch Quinoa, Buchweizen und Amaranth, sowie Kartoffeln und Hülsenfrüchte sind glutenfrei. Bekanntlich ist ein Verzicht auf Gluten aber nur für diejenigen Menschen ratsam, die eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) haben. Dass mit Weizen, Hafer, Dinkel und Roggen auch gesunde und ballaststoffreiche Vollkornprodukte vom Speiseplan gestrichen werden, scheint die Entwickler der GM-Diät nicht zu stören.

Außerdem hinkt die Logik der GM-Diät: Das sogenannte Klebereiweiß Gluten wird als „leere Kohlenhydrate“ verteufelt. Das ist kompletter Unsinn: Gluten findet man zwar ausschließlich in kohlenhydratlastigen Lebensmitteln, gehört selbst aber – wie der Name Klebereiweiß vermuten lässt – zu den Proteinen.

 

Neue Studie: Bio ist eben doch gesünder

Immer wieder wird die Qualität von Bio-Produkten in Frage gestellt. Den Otto-Normal-Verbraucher freut’s, weil er mit seinen konventionell erzeugten Lebensmitteln vermeintlich genauso gut einkauft – nur günstiger. Auch aufgrund von Studien gab es in der Vergangenheit kritische Berichte über den gesundheitlichen Nutzen von Bio-Lebensmitteln. Dem bereitet eine neue Untersuchung jetzt ein Ende.

Bio-Obst und -Gemüse enthalten deutlich mehr gesundheitsfördernde Antioxidantien.  © Silke Stadler

Bio-Obst und -Gemüse enthalten deutlich mehr gesundheitsfördernde Antioxidantien.
© Silke Stadler

„Bio ist nicht gesünder“, titelten verschiedene Medien im September 2012. Eine Übersichtsstudie der Stanford University hatte ergeben, dass sich biologisch erzeugte Lebensmittel kaum von den konventionell produzierten unterscheiden, wenn es um die Nährstoffzusammensetzung geht. Beide enthielten gleich viele Vitamine, Mineralstoffe, Proteine, etc. Auch eine Studie der UK Food Standards Agency (FSA) aus dem Jahr 2009 bescheinigte Bio-Lebensmitteln keine signifikanten Unterschiede zu konventionell erzeugten Produkten.

Weniger Pestizide und antibiotikaresistente Bakterien

Die Forscher aus Stanford hatten jedoch auch gezeigt, dass bei Bio-Produkten das Risiko für Pestizid-Rückstände und antibiotikaresistente Bakterien niedriger ist. Das allein macht in meinen Augen schon viel für eine gesunde Ernährung aus – auch wenn die Höchstgrenzen für Pestizid-Rückstände so angelegt sind, dass selbst einzelne Überschreitungen unserer Gesundheit wohl nicht gefährlich werden. Unklar ist allerdings das Risiko durch Mehrfachbelastung, die beim Verzehr durch die Vermischung verschiedener Pflanzenschutzmittel entsteht.

Doch offenbar sind Bio-Lebensmittel nicht nur weniger pestzidbelastet, sondern eben doch gesünder. Das hat eine Untersuchung aus dem Juli 2014 gezeigt. Forscher der englischen Newcastle University haben 343 Studien über die Unterschiede von Bio- und konventionellen pflanzlichen Lebensmitteln analysiert.

60 Prozent mehr Antioxidantien

Das internationale Forscher-Team stellte fest: Bio-Gemüse, -Obst und -Getreide sowie Produkte, die aus diesen hergestellt werden, beinhalten fast zwei Drittel mehr Antioxidantien. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die DNA-schädigende freie Radikale (aggressive Sauerstoffteilchen) im Körper unschädlich machen. Damit können sie laut der Deutschen Krebsgesellschaft der Entstehung von Tumoren vorbeugen. Der Mehrgehalt an Antioxidantien in Bio-Lebensmitteln komme sogar der Wirkung von ein bis zwei zusätzlichen Portionen Obst oder Gemüse täglich gleich, heißt es in der aktuellen Studie.

Zudem befänden sich deutlich weniger giftige Schwermetalle in ökologisch angebautem Obst und Gemüse. Laut Professor Carlo Leifert, der die Analyse leitete, stellt das „eine wichtige Ergänzung dar zu den Informationen, über die Verbraucher derzeit verfügen und die bis jetzt verwirrend und in vielen Fällen widersprüchlich waren.“

Bio nicht nur der Gesundheit wegen

Während in der Übersichtsstudie der Stanford University 2012 extra darauf hingewiesen wurde, dass die verwendeten Daten sehr heterogen und damit schlecht vergleichbar seien, soll die neue Meta-Studie der Newcastle University die umfangreichste Analyse des Nährstoffvergleiches von biologisch und konventionell erzeugten Produkten sein, die jemals durchgeführt wurde. Das sei auf eine grundlegend neue, systematische Analysemöglichkeit von Literatur zum Thema zurückzuführen.

Für viele Bio-Käufer dürften die neuen Erkenntnisse nur ein weiterer Grund sein, guten Gewissens ökologisch erzeugte Produkte zu kaufen. Denn bei Bio steht auch der Nutzen für die Umwelt und das Wohl der Nutztiere im Vordergrund. Und dafür greift man doch gerne mal ein bisschen tiefer in die Tasche, oder?