Ursachen von Bauchschmerzen nach dem Essen, Frau isst Sushi und hält Hände an den Bauch

Bauchschmerzen nach dem Essen: Das sind die häufigsten Ursachen

Gerade noch lecker gegessen, hast du nun Bauchschmerzen und weißt überhaupt nicht, woran es liegt. Denn diese Schmerzen in der Magengegend haben oftmals verschiedene Ursachen, die du erst einmal finden musst. Daher zeigen wir dir die häufigsten Ursachen und erklären dir, wie du sie unterscheiden kannst:

 

In diesem Artikel erfährst du:

  • welche Ursachen es für Bauchschmerzen nach dem Essen gibt
  • welche Lebensmittel Bauchschmerzen häufig auslösen
  • was gegen Bauchschmerzen nach dem Essen hilft
     

Bauchschmerzen nach dem Essen: Das sind die Ursachen

Leckeres Essen ist purer Genuss und im Kreise der Liebsten zugleich ein großartiges Event, das viele Feiern begleitet. Schade, wenn das leckere Essen von anschließenden Bauchschmerzen überschattet wird. Dabei ist das gar nicht so selten. Viele verspüren zumindest ein Unwohlsein nach einem üppigen Gericht.

Die Bauchschmerzen nach dem Essen können vielfältige Ursachen haben, je nachdem, was man gegessen hat und wo man die Schmerzen verspürt. Doch nicht nur Lebensmittel können die Schmerzen auslösen, manchmal hat der Magen selbst ein Problem, das sich bemerkbar macht, sobald er aktiv werden soll, wie beispielweise nach dem Essen. Zunächst schauen wir uns an, welche Erklärung die Medizin für die Schmerzen nach dem Essen hat. 

 

Medizinische Erklärung

Wie du selbst vielleicht schon gemerkt hast, fühlen sich Bauchschmerzen nicht immer gleich an. Es gibt eine Vielzahl an Beschwerden der Verdauung im Oberbauch und seitlich, die der Fachmann als schlechte Verdauung unter dem Begriff Dyspepsie zusammenfasst. Dieser Begriff stammt aus dem Griechischen, wobei dys für schlecht und pepsis für Verdauung steht. 

Halten die Beschwerden mehr als drei Monate an und gibt es keinen Nachweis auf organische Ursachen oder darauf, dass die Dyspepsie durch Stuhlgang erleichtert wird, sprechen Ärzte von einer funktionellen Dyspepsie. Diese ist im allgemeinen Sprachgebrauch auch bekannt als Reizmagensyndrom oder auch als nervöser Magen und betrifft etwa 10 bis 20 Prozent der Patienten. Sie hat ihre Ursachen wohl in einer organischen Störung, jedoch ist die Erklärungsfindung noch nicht abgeschlossen. Eine Diagnose ist folgerichtig kompliziert und beruht vor allem auf dem Ausschluss anderer Erkrankungen und der ausführlichen Anamnese des Patienten. 

Zur Dyspepsie zählen etwa Beschwerden wie Schmerzen, Brennen, Völlegefühl, frühe Sättigung, Blähgefühl sowie Übelkeit und Erbrechen. Etwa 25 Prozent aller Menschen haben wohl im Laufe eines Jahres einmal Beschwerden, die unter diesen Begriff fallen. 

 

Unterscheidung zwischen Schmerzen im Unterbauch und im Oberbauch

Als Bauch oder Abdomen wird der Bereich des Rumpfes zwischen Brustkorb und Becken bezeichnet. Dabei werden die verschiedenen Regionen aufgeteilt:

  • Oberbauch – von Rippen eingefasster Bereich oberhalb des Nabels
  • Mittelbauch – Bereich unter den Rippen, unterhalb des Oberbauchs
  • Unterbauch – Bereich eingefasst von Beckenknochen, unterhalb des Mittelbauchs

Im Oberbauch liegen Organe, wie etwa Magen und Bauchspeicheldrüse. Daher äußern sich alle Beschwerden rund um den Magen mit Schmerzen im Oberbauch. Beispiele für diese Magenerkrankungen sind etwa eine Magenschleimhautentzündung oder ein Reizmagen.

Zudem kommen auch folgende Erkrankungen in Betracht:

  • Erkrankung des Zwölffingerdarms
  • Darmverengung
  • Lympherkrankung
  • Leberkrankheiten (etwa Entzündungen, Leberschwellung)
  • Milzerkrankungen
  • Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (etwa Entzündungen, Zysten)

Im Unterbauch befinden sich Organe wie die Nieren, Harnleiter und Teile des Darms. Daher machen sich Erkrankungen rund um die Blase und den Darm häufig in dieser Gegend bemerkbar. In der Regel zählen diese Erkrankungen dazu:

  • Erkrankungen der Harnwege (etwa eine Blasenentzündung)
  • Erkrankungen der inneren Fortpflanzungsorgane 
  • Genital- und Leistenbruch
  • Darmerkrankungen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Prostataerkrankungen

Eine Erkrankung, die sowohl Ober- als auch Unterbauch betrifft, ist die Blinddarmentzündung. Im Frühstadium macht sich diese zumeist im Oberbauch bemerkbar, bei fortgeschrittener Erkrankung schmerzt es im Unterbauch. 

Sind mögliche Begleiterscheinungen normal? 

Ein kurzes Zwicken oder Zwacken mag nun keine größere Beachtung nach sich ziehen, aber grundsätzlich sollte man häufige Bauchschmerzen nicht auf die leichte Schulter nehmen und lieber einmal zu viel zum Arzt gehen. Wer sich unsicher ist, ob er zum Arzt gehen soll, dem helfen folgende Aussagen. Der Arzt sollte zu Rate gezogen werden, wenn:

  • Schmerzen über einen längeren Zeitraum auftreten
  • Schmerzen unklar sind
  • Schmerzen nur in Schonhaltung ertragbar sind 
  • Eine ansteckende Krankheit die Runde macht 

Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen? 

Bauchschmerzen kommen nicht immer allein, manchmal haben sie noch weitreichendere Beschwerden des Verdauungstrakts mit im Gepäck. Denn der Magen leitet vieles direkt in den Darm weiter, sodass Bauchschmerzen oftmals nur der Anfang einer ganzen Kette an fiesen Beschwerden sein können. Dazu zählen:

  • Übelkeit
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit 

Es ist zwar unangenehm, aber nicht ungewöhnlich, wenn neben Bauchschmerzen noch mehr Beschwerden auftreten. Doch trotzdem sollte man zum Arzt, sobald mehrere Beschwerden zusammen auftreten oder sich gar abwechseln. Alles, was ungewöhnlich ist und sich länger hinzieht, sollte sich ein Arzt anschauen. Denn das könnte wiederum ein Hinweis auf ein Reizdarmsyndrom sein.

Diese Lebensmittel lösen häufig Bauchschmerzen aus

Leider gibt es bei einer Mahlzeit viele Gründe, warum der Bauch danach schmerzen kann. Das liegt zum einen an verschiedenen Lebensmitteln, zum anderen an Genussmitteln oder auch an einer Störung des Magens selbst. Um herauszufinden, welche Ursachen für dich in Frage kommen, schlüsseln wir diese drei Bereiche einzeln auf. 

Ernährung und Lebensmittel 

Schwer verdauliche Nahrung und blähende Speisen
Lebensmittel, die häufig Bauchschmerzen verursachen, sind etwa Milch, Bohnen, Tomaten, Brokkoli und leider auch Schokolade. Auch schwere Kost wie etwa Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Rohkost kann den Magen zu sehr beanspruchen und zu Schmerzen führen. Außerdem zählen fettige Zutaten wie Butter und Öle sowie scharfe Gewürze zu den Verursachern von Bauchschmerzen. 

Nahrung, gegen deren Inhaltsstoffe eine Unverträglichkeit besteht
Einige Menschen vertragen bestimmte Lebensmittel nicht und reagieren mit Beschwerden auf deren Genuss. Hier spricht man von einer Unverträglichkeit. Solch eine Unverträglichkeit sollte man nicht mit einer Allergie verwechseln, denn bei einer Allergie liegt ein Fehler im Immunsystem vor und bei der Unverträglichkeit ein Fehler im Stoffwechsel. Daher sind diese beiden Begriffe keine Synonyme. 

Eine Unverträglichkeit kann von einem Arzt relativ einfach getestet werden, indem das Lebensmittel verabreicht wird und man die Reaktion in deinem Körper beobachtet.  

Zu den häufigsten Unverträglichkeiten zählen:

  • Milchzucker (etwa 10 bis 30 Prozent der Bevölkerung)
  • Fruchtzucker (circa 5 bis 7 Prozent der Bevölkerung)
  • Histamin (etwa 1 bis 3 Prozent der Bevölkerung)
  • Gluten (keine Zahlen, da schwer zu ermitteln)

Unzureichend gegarte Lebensmittel
Unzureichend gegarte Lebensmittel gelten als Hauptquelle für Lebensmittelinfektionen. Diese werden durch Mikroben auf Lebensmitteln verursacht. Diese Mikroben können abgetötet werden, wenn Lebensmittel mindestens zwei Minuten lang auf mindestens 72°C erhitzt werden.

Mangelnde Hygiene
Bei mangelnder Hygiene können die bereits genannten Mikroben ebenfalls für gewaltigen Ärger im Bauch sorgen. Daher ist es wichtig, in der Küche und beim Zubereiten einige Regeln zu beachten, wie etwa, dass man Gemüse, Salat und Obst gründlich abwaschen und teilweise auch schälen sollte. Außerdem dürfen nicht gegarte Lebensmittel nicht mit zubereitetem Essen in Berührung kommen, da ansonsten die Mikroben aufs fertige Essen gelangen können.

Verdorbene Lebensmittel
So manche Lebensmittel wie frisches Fleisch, Milch oder Obst können schnell verderben. Wenn man versehentlich solche verdorbenen Lebensmittel zu sich nimmt, wird es einem rasch flau im Magen. Denn der Körper versucht schnellstens, dass ungeeignete Essen wieder loszuwerden, da es durch den Verzehr zu einer Lebensmittelvergiftung kommen kann. 

Schützen kann man sich, indem man das angegebene Verzehr- und Mindesthaltbarkeitsdatum beachtet. Wird das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten, helfen die eigenen Sinne: Hat sich das Lebensmittel optisch verändert? Riecht es noch appetitlich? Wenn alles nichts mehr hilft, wandert das Lebensmittel lieber in den Müll als auf den Teller. 

Genussmittel

Für einige gehört zu einem guten Essen noch der Kaffee, eine Zigarette oder auch ein Gläschen Alkohol danach. Doch Vorsicht! Diese drei Genussmittel führen bei einigen sensiblen Mägen zu viel Aufregung und Schmerzen. Denn die drei sind äußerst anstrengend für den Magen und belasten ihn. Gerade nach einem bereits üppigen Essen kann das viel zu viel für den Magen sein. Dieser antwortet dann empört mit Schmerzen. Wer des Öfteren solche Probleme hat, sollte als allererstes diese drei Dinge weglassen und schauen, ob es sich dadurch bessert. 

Störungen am Magen

Wenn nach dem Essen Schmerzen auftreten, muss nicht unbedingt das Essen schuld sein. Es kann auch sein, dass der Magen selbst ein Problem hat. Dazu zählen etwa Geschwüre, aber auch Gallensteine können nach dem Essen zu Magenschmerzen führen. Daher sollte man diese Schmerzen, sobald sie häufiger auftreten, vom Arzt abklären lassen. Nur so lässt sich die Ursache finden und die Schmerzen lassen sich langfristig beseitigen. 

Was hilft gegen Bauchschmerzen nach dem Essen?

Es ist wieder soweit, das Essen ist vorbei und der Magen grummelt, Schmerzen breiten sich langsam aus. Diese Schmerzen muss man nicht erdulden, sondern kann auf Wirkstoffe und Hausmittel setzen, um den Magen schnell zu besänftigen. 

Wirkstoffe, die Bauchschmerzen nach dem Essen lindern

Butylscopolaminiumbromid oder kurz Butylscopolamin, ist ein Muscarinrezeptorantagonist, das heißt, es blockiert Rezeptoren auf der Zellmembran und wirkt somit krampflösend auf die glatte Muskulatur im Magen. Das Butylscopolamin wird auch in Kombination mit Paracetamol eingesetzt.


Hausmittel, die Bauchschmerzen nach dem Essen lindern
Kündigen sich Bauchschmerzen an, sollte man die bewährte Wärmflasche bereithalten, um diese Schmerzen mit der wohligen Wärme zu lindern. Nach einem schweren oder fettigen Essen kann ein Glas mit Artischockensaft helfen, dieses besser zu verdauen. Wen es bei dem Gedanken schüttelt, der kann auch erstmal nur ein Glas warmes Wasser trinken, das den Speisebrei angenehm lockert und so dem Magen hilft. Auch Natron in Wasser gelöst kann so helfen. Ingwer kann hier ebenfalls Abhilfe schaffen, etwa als Bonbon oder auch als Stückchen zum Kauen. Wer sich gerne allgemein dem Thema Hausmittel bei Bauchschmerzen widmen möchte, kann dies perfekt mit unserem Beitrag Hausmittel gegen Bauchschmerzen: Was dir schnell hilft machen. 

Tees, die nach dem Essen Bauchschmerzen lindern können
Eine Tasse Tee nach dem Essen kann deinen Magen ebenfalls dabei unterstützten, das Essen besser zu verdauen, und so deinen Magen beruhigen. Dazu eignen sich verschiedene Tees. Du kannst dir also einen aussuchen, der dir auch schmeckt, oder einfach abwechselnd alle durchprobieren:

  • Ingwertee
  • Fencheltee mit Kümmel
  • Pfefferminztee
  • Kamillentee
  • Basilikumblättertee
  • Koriandertee

Bei dieser Auswahl wirst du sicherlich fündig. Ansonsten kannst du dich auch bei deinem Arzt oder in der Apotheke beraten lassen, welche Teesorten noch helfen können. In der Apotheke kannst du diese hochwertigen Tees gleich einkaufen. 

 

Zusammenfassung

Bauchschmerzen nach dem Essen haben unterschiedliche Ursachen, doch die meisten kann man gut in den Griff bekommen. Denn wer bei der Zubereitung des Essens etwaige Unverträglichkeiten und einige Regeln beachtet, kann bereits einige Ursachen ausschließen, die in Betracht kommen.

Obendrein lassen sich die Schmerzen gut lokalisieren und damit die grundlegenden Auslöser eingrenzen. Wenn die Schmerzen nicht auszuhalten sind und länger andauern, muss auf jeden Fall ein Arzt zu Rate gezogen werden, um schwerer wiegende Ursachen auszuschließen oder bestimmen zu können. 

Denn in unserem Bauch sitzen viele Organe, die nicht nur auf Essen, sondern auch auf Stress  mit Schmerzen reagieren können. Daher ist es gut, wenn du dich umfassend informierst. Zudem ist es empfehlenswert, wenn du immer enge Rücksprache mit deinem Arzt hältst. Denn nur der Fachmann kann mögliche Erkrankungen zweifelsfrei diagnostizieren. Auf dem Weg dorthin begleiten wir dich gerne.

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