Hausmittel bei Bauchschmerzen, Minze steht auf Tisch

Hausmittel gegen Bauchschmerzen: Was dir schnell hilft

Bauchschmerzen können plötzlich und heftig auftreten. Bewährte Hausmittel helfen auch bei Bauchschmerzen schnell und sind zumeist gut verträglich. Wir zeigen dir jetzt, welche Hausmittel du in verschiedenen Situationen nutzen kannst, um Bauschmerzen zügig zu lindern. 

 

In diesem Artikel erfährst du:

  • Welche natürlichen Hausmittel bei Bauchschmerzen helfen
  • Welche alternativen Mittel Bauchschmerzen lindern können
  • Welche Hausmittel kleinen Kindern bei Bauchschmerzen helfen

Natürliche Hausmittel gegen Bauchschmerzen

Bauchschmerzen gehören leider zu den häufigsten Beschwerden und sie können jeden treffen. Denn unser Bauch ist sehr sensibel, er reagiert auf starke Emotionen, ungewohntes Essen, unbedachtes Verhalten oder auch Krankheiten oftmals mit dem bekannten Ziehen, Drücken und Schmerzen.

Doch tatenlos aushalten muss man diese Beschwerden keinesfalls, denn es gibt zahlreiche bewährte Hausmittel, die man beim ersten Unwohlsein einsetzen kann, um das lästige Bauchweh zu lindern. Ein paar Mittel, die sich bewährt haben, stellen wir in den folgenden Abschnitten vor. 

Vier pflanzliche Hausmittel gegen Bauchschmerzen

Viele Pflanzen sind kleine natürliche Kraftpakete. Seit Jahrhunderten setzen Heilkundige auf die Kraft verschiedenster Heilpflanzen. Bis heute kommen diese in verschiedenster Weise zum Einsatz, denn je nach Beschwerde müssen die heilenden Stoffe auf unterschiedliche Art in den Körper gelangen. Dazu zählen etwa Bäder, Wickel, Massagen, Tee oder Inhalation.

Fenchel lindert Krämpfe

Bei Bauchschmerzen setzt man auf die ätherischen Öle des Fenchels. Diese wirken beruhigend, lindern Krämpfe und fördern die Bewegung des Magen-Darm-Trakts. Eine der einfachsten Anwendungsweisen ist sicherlich die Zubereitung eines Tees. Für einen Tee werden die zerstoßenen Fenchelsamen genutzt. Davon übergießt man etwa 1,5 bis 2,5 Gramm oder etwa einen Teelöffel mit 200 ml heißem, nicht mehr kochendem Wasser. Den Tee lässt man etwa zehn Minuten ziehen, dann seiht man diesen ab und sollte ihn so heiß wie möglich trinken.

Kräuter zum Beruhigen

Es gibt eine große Auswahl an Kräutern, die man bei Bauchschmerzen zu sich nehmen kann. Zu den bekanntesten zählen etwa Wermutkraut und Melissenblätter. Diese Kräuter kann man unter anderem als Tee genießen oder auch als Teemischung in der Apotheke kaufen. Den Tee bereitet man dann nach den Angaben auf der Packung zu. Der warme Tee entspannt den Magen und lindert so die Schmerzen.

Löwenzahn, Heilung vom Wegesrand

Die gelbe Blume schmückt im Sommer fast jede Wiese, doch wer weiß eigentlich, dass Löwenzahn krampfartige Bauchschmerzen lindern kann? Das liegt an seinen Bitterstoffen, die Krämpfe lösen und die Verdauung anregen. Leider sind die meisten Wiesen bereits starken Umwelteinflüssen wie etwa Abgasen ausgesetzt, sodass man Löwenzahn nicht ohne Erfahrung selbst sammeln sollte. Hier ist es besser, die Bestandteile in der Apotheke vor Ort zu kaufen. Dazu nimmt man einen Esslöffel der getrockneten Blätter und Wurzeln und übergießt diese mit kaltem Wasser. Danach wird die Mischung aufgekocht und darf anschließend etwa 15 Minuten ziehen. Als nächstes seiht man den Tee ab und trinkt ihn schluckweise. Bei starken Bauchschmerzen kann man täglich etwa zwei Tassen trinken. 

Was kann ich essen? Was kann ich trinken? 

Bei Bauchschmerzen leidet oftmals auch der Appetit, denn wer will jetzt schon etwas essen oder auch trinken. Am liebsten würde man sich zu einem kleinen Ball zusammenrollen und möglichst wenig in den Magen lassen, in der Hoffnung, dass die Schmerzen schnell vorbeigehen. Das ist verständlich, doch auch bei Bauchschmerzen gibt es ein paar Lebensmittel, die Schmerzen lindern können.

Trinken: Tee und viel Wasser

Zum Trinken gibt es einige Tees, die wir oben bereits erwähnt haben. Neben den außergewöhnlichen Tees gibt es auch im Laden um die Ecke ein paar fertige, bewährte Sorten zu kaufen. Dazu zählen etwa Kamillen-, Pfefferminz- oder Salbeitee, die helfen und gleichzeitig den Durst löschen. 

Neben den Tees sollte man versuchen, viel Wasser zu trinken. Je nach eigenen Vorlieben und auch dem akuten Schmerzempfinden kann man lauwarmes oder kühleres Wasser trinken. Ob Sprudel gut tut, muss individuell entschieden werden, denn durch die enthaltene Kohlensäue gelangen mehr Gase in den Magen-Darm-Trakt. Das kann die Beschwerden noch verschlimmern!

Essen: Ja, auch wenn man einfach Hunger hat, kann es im Bauch zwicken

Wenn der Hunger groß wird, können Kartoffeln helfen, die Säure im Magen zu binden. Als Pellkartoffeln, Salzkartoffeln oder Püree sind diese besonders leicht verdaulich. Bei zu viel Magensäure können außerdem Brot, Zwieback und Nudeln helfen, die diese aufsaugen und dadurch ebenfalls Magenschmerzen lindern können. 

Bitterstoffe können sich positiv auf Bauchschmerzen auswirken, daher empfehlen Experten Radicchio, Rucola oder Chicorée, um Magenschmerzen abklingen zu lassen. Bitterstoffe regen den Gallenfluss an, sodass Fette besser verdaut werden können und den Dünndarm schneller verlassen. Dadurch wird indirekt die Magenentleerung gefördert und der Magen entlastet.

Leicht bekömmlich ist in der Regel auch die Tomate, die den Magen wenig belastet. Liebhaber der Zucchini dürfen sich freuen, denn das kalium- und magnesiumreiche Kürbisgewächs ist ebenfalls sehr magenfreundlich.

Könnte ein Ernährungstagebuch helfen?

Treten die Bauchschmerzen häufig nach dem Essen auf, kann es durchaus helfen, ein sogenanntes Ernährungstagebuch zu führen, um herauszufinden, welches Lebensmittel eventuell die Beschwerden verursacht. Schließlich liegt in unserem Bauch der Großteil der Verdauungsorgane, daher zeigen sich Unverträglichkeiten bei Lebensmitteln schnell anhand von Bauchschmerzen. Weiteres dazu erfährst du in unserem Ratgeber zum Thema Bauchschmerzen nach dem Essen.

Wie lange kann ich Bauchschmerzen ohne Medikamente behandeln?

Grundsätzlich gilt: Bei allen Beschwerden, die mit Schmerzen verbunden sind, ist es ratsam, zu einem Arzt zu gehen. Denn Beschwerden lassen sich nicht verallgemeinern und keiner kann sagen, was sich genau dahinter verbirgt. Wenn du dich unwohl fühlst, wende dich an deinen Hausarzt und lass deine Bauchschmerzen professionell untersuchen.

Wenn du dir unsicher bist, können dir folgende Fragen helfen. Falls du eine oder mehrere Fragen mit Ja beantwortest, solltest du einen Arzt aufsuchen: 

  • Hältst du die Schmerzen nur in Schonhaltung aus?
  • Hast du diese länger als zwei Tage unverändert?
  • Ist gerade eine ansteckende Krankheit mit Magenschmerzen als Beschwerde im Umlauf?

Vier wirksame Hausmittel gegen Bauchschmerzen

Hausmittel sind bei weitem mehr als nur Heilpflanzen, denn auch der ein oder andere Tipp, den bereits unsere Oma kannte, kann hier helfen. 

Wärmflasche/Kirschkernkissen/Heublumensack
Die bewährte Wärmflasche und das Kirschkernkissen sollten in keinem Haushalt fehlen, denn die wohltuende Wärme hilft unter anderem bei Bauchschmerzen. Der Grund: Wärme fördert die Durchblutung der Gefäße und wirkt dadurch entspannend und entkrampfend.

Entspannung bietet auch der Heublumensack. Diesen kann man fertig in der Apotheke kaufen oder selbst herstellen. Dazu nimmt man 500 Gramm Heublumen und füllt sie in einen Sack aus Baumwolle. Falls man keinen zur Hand hat, kann man auch einen Kopfkissenbezug nehmen. Den Sack verschließt man und legt diesen dann in ein Sieb oder ähnliches. Dieses wird für etwa 20 Minuten über einen Topf mit kochendem Wasser gehängt, sodass der Wasserdampf das Kissen erhitzt. Danach wird der Heusack auf den Oberbauch gelegt und kann hier bis zu einer Stunde bleiben. 

Bauchwickel
Wickel sind Tücher, die in heißem Wasser aufgewärmt und an die jeweilige schmerzende Stelle gelegt oder gewickelt werden. Bei Bauchschmerzen nutzt man zumeist drei Tücher. Das erste Leintuch wird in heißes, nicht kochendes Wasser getunkt und kräftig ausgewrungen. Dieses wird direkt auf den schmerzenden Bauch gelegt. Darüber kommt ein Baumwolltuch und als Abschluss ein Wolltuch. Diese drei Lagen sorgen dafür, dass der Wickel für 30 Minuten warmhält. 

Massage
Viele streicheln schon automatisch ein schmerzendes Körperteil. Diese liebevollen und gezielten Berührungen können auch dem Magen gut tun. Dazu legt man die flache Hand neben dem Bauchnabel und streicht in kreisenden Bewegungen gegen den Uhrzeigersinn um den Nabel. Wer dies als unangenehm empfindet, sollte jedoch sofort aufhören und ein anderes Mittel nutzen. 

Leichter Sport
Wer leichte Schmerzen verspürt, kann diesen mit dosierter Bewegung zu Leibe rücken. Sanfte Formen wie etwa Yoga helfen dabei, dass die Muskeln besser durchblutet werden und sich so Verkrampfungen lösen. Auch langsames Spazierengehen kann so helfen. 

Wer sich unsicher ist, ob dies bei den eigenen Schmerzen helfen kann, kann zunächst einmal in der Wohnung mit der Wärmeflasche auf dem Bauch langsam hin und her laufen. Lindert das die Schmerzen, kann man sich in geeigneter Kleidung auch draußen etwas bewegen. Wenn die Konzentration in eine andere Richtung wandert, lenkt das zudem hervorragend von den Schmerzen ab. 

 

Einfache Hausmittel gegen Bauchschmerzen bei Kindern

 

Es ist schon schwer genug, wenn man selbst Bauchschmerzen hat, doch wenn die eigenen Kinder betroffen sind, leiden die meisten Eltern mit den Kleinen mit. Sobald Kinder über Bauchschmerzen klagen, hilft es, wenn man sich intensiv und empathisch um sie kümmert. Dazu gehört auch, die Beschwerden ernst zu nehmen und diese nicht einfach abzuwinken. 

Auch bei Kindern ab vier Jahren hilft Fenchel, etwa als Tee. Die Zubereitungsweise wurde oben bereits beschrieben. Zudem können auch Anis- oder Kümmeltee die Schmerzen lindern. Auch eine leichte Bauchmassage, ein Wärmekissen und Ablenkung, wie etwa durch Geschichten erzählen, helfen Kindern bei Bauchschmerzen. 

Gelten hier die gleichen Umstände wie bei Erwachsenen? 

Kinder empfinden Schmerzen natürlich ebenso wie Erwachsene, doch sie können Schmerzen selten so gut beschreiben und sich artikulieren wie Erwachsene. Wenn das Kind alt genug ist, um sich verbal zu den Schmerzen zu äußern, ist es wichtig, den jungen Patienten genau zuzuhören, um den Ort der Schmerzen möglichst genau zu bestimmen. Zudem muss man die Kinder aufmerksam beobachten. Nur so kann man erkennen, ob noch andere Symptome hinzukommen.

Hier sind vor allem die Eltern gefragt, die ihr Kind besser einschätzen können. Sie müssen sagen können, ob beispielsweise weitere Symptome wie etwa Blässe oder Appetitlosigkeit aufgetreten sind und ob das Verhalten anders war als sonst. 

Besonderheiten bei Kindern und Kleinkindern

Gerade bei Kindern schlägt Stress schnell auf den Magen und so klagen die Jüngsten häufig über Bauchschmerzen. Außerdem müssen Immunsystem und Verdauung noch reifen, sodass viele Krankheiten und Beschwerden sich unter anderem mit Bauchschmerzen bemerkbar machen. 

Ab wann zum Arzt?

Bei Kindern sollte man immer zum Arzt, wenn Beschwerden unklar sind, stark ausgeprägt oder plötzlich auftreten. Ein empathischer Kinderarzt wird keine Probleme haben, seine jungen Patienten häufiger zu sehen und diese mitsamt Eltern zu beruhigen. 

Sobald folgende Symptome auftreten, sollte man zeitnah einen Arzt aufsuchen:

  • Schmerzen bessern sich nach einer Stunde nicht
  • Schmerzanfall wiederholt sich, angespannte Bauchdecke
  • Weitere Beschwerden wie Durchfall, blutiger Stuhl, Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost
  • Kind wird schlapp
  • Kind verliert Gewicht

Bei Babys und Kleinkindern gibt es die bekannten Koliken, die den Kleinen arge Probleme bereiten. Hier weisen langanhaltendes Schreien und Weinen auf die Beschwerden hin. Manchmal können sie auch länger keinen Stuhl absetzen. Treten derartige Symptome auf, sollte man mit kleinen Babys unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Denn die kleinen Patienten sind besonders sensibel und auch die Eltern benötigen fachliche Unterstützung, damit es dem jungen Patienten bald wieder rundum gut geht. 

 

Zusammenfassung

Hausmittel sind bei vielen zu Recht die erste Wahl, um Bauchschmerzen bei Erwachsenen und Kindern zu lindern. Dabei gibt es viele bewährte Hausmittel wie Tees und Wärmekissen, die man leicht Zuhause vorrätig haben kann, um im Bedarfsfall gerüstet zu sein. Zudem ist es wichtig, im Ernstfall zu wissen, an wen man sich wendet. Hier ist der Haus- und Kinderarzt die richtige Wahl, um sich telefonisch oder persönlich beraten zu lassen. 

Denn Bauchschmerzen treten zwar häufig auf, aber man muss sie nicht still ertragen. Es gibt viele Möglichkeiten, den Auslöser für Bauchschmerzen zu finden. Wer beispielsweise vermutet, dass die häufigen Beschwerden mit der Ernährung zusammenhängen, kann sich im Beitrag Bauchschmerzen nach dem Essen: Das sind die häufigsten Ursachen informieren. 

Auch emotionaler Druck und Stress können Bauchschmerzen auslösen, diese Hintergründe beleuchtet der Beitrag Was du tun kannst, wenn Stress auf den Magen schlägt oder auch der Beitrag Psychosomatische Bauchschmerzen: Was tun, wenn der Bauch gestresst ist. 

Wer gerne mehr Hintergrundinfos rund um Bauchschmerzen haben möchte, kann unseren Beitrag Bauchschmerzen: Was hilft dagegen? lesen. Mit möglichst vielen Informationen gelingt es einem sehr gut, den eigenen Körper besser zu verstehen und den Beschwerden so auf die Spur zu kommen. 

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