Mehr Bewegung im Alltag: 10.000 Schritte pro Tag? Kein Problem

Bewegung ist neben Ernährung einer der wichtigsten Faktoren, um fit zu bleiben. 10.000 Schritte pro Tag sollte man laut Experten idealerweise zurücklegen. Doch wie schafft man das im stressigen Alltag? 33 super einfache Tipps.

Wanderung in Island

Wanderung in Island: Hier kam ich locker auf 10.000 Schritte. © Silke Stadler

Spätestens seit es Smartphones und Aktivitätstracking-Armbänder gibt, ist Schrittzählen wieder total in. 10.000 Schritte am Tag gelten gemeinhin als optimal. (Schritte sind dabei nur eine Maßeinheit, natürlich kann man das Bewegungspensum nicht nur durch Gehen, sondern auch durch Radfahren, Schwimmen und Co. erreichen.) Viele, die es mit dem Schrittzählen mal probiert haben, werden gemerkt haben: So einfach ist das nicht.

Auch ich habe für meine Kolumne “Ausprobiert” mal so ein Ding ums Handgelenk getestet – mit gar nicht so schlechter Schrittbilanz. Mal waren es 8.000, dann – abends nach einem ausgedehnten Spaziergang – 15.000 Schritte am Tag.

Damit bin aber offenbar nicht der durchschnittliche Büroarbeiter: Der kommt gerade mal auf 1.500 Schritte täglich – viel zu wenig. Dabei gibt es etliche Stellschrauben, an denen man drehen kann, um die Bewegung im Alltag zu steigern.

Eine Infografik, auf die ich gerade gestoßen bin, zeigt das sehr anschaulich. Die 33 simplen Ideen für mehr Bewegung möchte ich euch nicht vorenthalten:

[Infografik] 10000 Schritte täglich: 33 gesunde Bewegungsgewohnheiten

Ursprünglich erschienen auf Ergotopia.de

Zum Sport überwinden? Es geht einfacher!

Viele kennen das Gefühl: Man müsste eigentlich mehr (oder überhaupt!) Sport treiben. Leider wissen die meisten auch: Es fällt verdammt schwer. Vielleicht ringen wir uns zwei-, dreimal durch, ins Fitnessstudio zu gehen oder zum Zumba-Kurs. Aber dann ist es – zumindest geht es mir so – auch schon wieder vorbei mit der Motivation.

Ich habe schon etliche Ratgeberartikel gelesen, die mit einem vermeintlich schlauen Tipp daherkommen: Wählen Sie eine Sportart, die Ihnen Spaß macht! Also bitte: Es ist doch klar, dass ich nicht ins Krav-Maga-Training gehe, wenn ich mich weder für Kampfkunst noch für eine Karriere als israelische Geheimagentin interessiere.

Ich mache mich gern über solche 08/15-Gesundheitsratschläge lustig. Trotzdem nehme ich den oben genannten Tipp heute als Ausgangspunkt – ich mache ihn aber hoffentlich ein bisschen praktischer und lebensnaher.

Das Geheimnis liegt nicht so sehr darin, mit einer Sportart anzufangen, die einem Spaß macht. Mir macht Reiten viel Spaß. In München ist dieses Hobby allerdings gar nicht so leicht auszuüben, wenn man kein eigenes Auto hat – oder ein eigenes Pferd by the way*. Die Hürde, dieser Sportart nachzugehen, ist trotz meiner riesigen Leidenschaft für diese Tiere zu groß. Ganz offensichtlich, denn sonst würde ich im Moment vielleicht gerade im Sattel sitzen, anstatt hier an meinem Wohnzimmertisch in die Tasten zu hauen.

Das Geheimnis liegt also woanders. Der Ratschlag sollte daher heißen: Sucht euch eine Sportart, die euch möglichst wenig Überwindung und Motivation kostet. Das ist für jeden individuell verschieden, jeder nimmt Hürden anders wahr.

Ich habe mich vor einiger Zeit oft eineinhalb Stunden früher als nötig aus dem Bett gequält (um genau zu sein: um 6:30 Uhr), um meine morgendliche Routine, die ich mir selbst eingebläut habe, durchzupowern: Joggen, meditieren, vielleicht noch etwas schreiben. Das hat gut getan. Aber das Aufstehen hat mich – vor allem im Winter – große Anstrengung gekostet.

Wenn ich nicht joggen war, hatte ich ein schlechtes Gewissen. Schließlich habe ich ansonsten ja nicht viel Sport getrieben (mangels eigenem Pferd, ihr wisst schon). Heute mache ich es anders. Denn wer sagt denn – außer mir selbst -, dass ich joggen muss, um mich genug bewegt zu haben? Heute wechsle ich alle möglichen Bewegungsarten, die mir zur Verfügung stehen, durch – je nachdem, was mich gerade am wenigsten Überwindung kostet.

Manchmal gehe ich zu Fuß zur Arbeit. Dafür muss ich ebenfalls eine Stunde früher los als nötig, aber gleichzeitig ist es auch eine wahnsinnig unanstrengende und beruhigende Art, den Tag zu starten. Man setzt einen Fuß vor den anderen, ohne Eile, und irgendwann kommt man an. Das sportliche Tagwerk ist erledigt, da haben andere nicht einmal den ersten Kaffee getrunken.

Wenn ich nicht zu Fuß gehe, fahre ich mit dem Rad – für mich ebenfalls eine fast meditative Art, den Tag zu beginnen, weil es ein gutes Stück durch den Park und ruhige Straßen geht. Dazu muss ich mich im Gegensatz zum morgendlichen Joggen niemals überwinden (außer es regnet in Strömen).

Am Wochenende gehe ich manchmal „wandern“. Ihr wisst das: Wir Münchner haben die Berge vor der Haustür. Mich verschlägt es allerdings eher in den Nymphenburger Schlosspark. Meine Mutter schmunzelt immer, wenn ich ihr erzähle, dass ich wieder im Park wandern war. Aber hey: Immerhin trage ich dabei meistens einen Rucksack. Das erinnert mich an eine Stelle bei „Sex and the City“ als Carrie mit ihrer Jugendliebe (gespielt von David Duchovny), der sich selbst in eine psychiatrische Anstalt eingeliefert hat, auf der Wiese vor dem idyllischen Sanatorium sitzt. Er schlägt vor, wandern zu gehen. Sie erwidert, dass Wandern nicht so ihr Ding sei. Er: „Stell dir vor, Wandern ist Gehen.“

Wenn es euch auch zu anstrengend ist, den Krav-Maga-Kurs zu besuchen oder euch ein eigenes Pferd zu kaufen, dann geht doch! Immerhin verbrennt man dabei – je nach Schnelligkeit – fast 300 Kalorien pro Stunde.

Ab und zu jogge ich auch noch. Aber nur, wenn es mich nicht zu viel Überwindung kostet…

*Der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass es in München durchaus einen Reitstall mitten in der Stadt gibt, den ich auch ausprobiert habe. Allerdings war das verschulte System nicht meins – und das hat mich auf Dauer eben zu viel Überwindung gekostet.