Ernährungsreport 2016: Überraschende Aussagen

Laut Ernährungsreport 2016 essen Männer häufiger Fleisch als Frauen. Nicht weiter verwunderlich. Andere Aussagen aus dem Bericht des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) haben mich dagegen überrascht.

Schale mit Obst

Sowohl die meisten Männer als auch die meisten Frauen achten laut Ernährungsreport 2016 auf ausgewogene Ernährung.
© Silke Stadler

Vor wenigen Tagen hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) den Ernährungsreport 2016 veröffentlicht. Er basiert auf einer repräsentativen Befragung von 1.000 Bundesbürgern ab 14 Jahren, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Oktober 2015 durchgeführt hat.

Ich habe mir den Ernährungsreport mal reingezogen – und muss ein Lob an die Macher aussprechen. Er ist sehr ansprechend aufbereitet und dementsprechend super auch für „Normalos“ zu lesen.

Was leider nicht erwähnt wird, ist, dass Ergebnisse aus Umfragen zum Thema Ernährung nicht zu verwechseln sind mit Tatsachen. Oft beschönigen die Befragten ihre Antworten ein wenig. Doch das ist ein anderes Thema.

Viele Aussagen aus dem Ernährungsreport, zum Beispiel dass etwa doppelt so viele männliche wie weibliche Befragte täglich Fleisch essen, sind für mich nicht überraschend. Andere dagegen schon.

Gemüse vor Fleisch

Unter den Lieblingsessen der Deutschen finden sich Gemüsegerichte (18%) und Salat (15%) vor Fleischgerichten (11%). Am liebsten werden – weniger überraschend – Pasta und Spätzle gegessen (35%), was einen Fleischkonsum allerdings nicht ausschließt. Das passt auch damit zusammen, dass offenbar nur 18% der Frauen und 11% der Männer WENIGER als mehrmals die Woche Fleisch essen. (Lesetipp: Wurst ist krebserregend – Muss ich auf Fleisch und Co. verzichten?)

Ein Drittel isst nicht jeden Tag Obst oder Gemüse

66% der Männer essen laut Ernährungsreport jeden Tag Obst und Gemüse. Für mich ein irritierender Fakt – denn ich finde das sehr wenig. Es bedeutet immerhin, dass 34% der Männer (und übrigens 15% der Frauen) an manchen Tagen nicht einmal eine einzige Portion Gemüse – und sei es als Beilage – essen. Ich frage mich, wie das überhaupt geht. (Lesetipp: Mehr Obst essen – Das perfekte Obst fürs Müsli)

Auch die meisten Männer ernähren sich ausgewogen

Im Report heißt es: „Frauen achten stärker auf eine ausgewogene Ernährung. Ihnen gelingt das im Alltag auch häufiger als Männer.“ Betonen sollte man, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in diesem Punkt nicht sind: Es betrifft 76% der Frauen und 62% der Männer.

Hinzu kommt natürlich, dass aus der Studie nicht hervorgeht, wie die Teilnehmer ausgewogene Ernährung definieren …

Jüngere naschen weniger

Die Lust auf Süßes ist bei Erwachsenen zwischen 33 und 40 Jahren größer als bei Jüngeren (30% zu 12%, die täglich naschen). (Lesetipp: Trotz Naschen gesund leben, indem man auf den eigenen Körper hört)

Regional wichtiger als Preis

Die meisten der Erwachsenen über 30 achten laut Ernährungsreport bei der Auswahl der Lebensmittel mehr darauf, ob Produkte regional sind sowie auf die Produktinformationen als auf den Preis. Ich weiß nicht so recht, ob ich diese Selbstauskunft der Befragten glauben kann.

Lebensmittelverschwendung

43% werfen regelmäßig Lebensmittel weg, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist – nicht etwa, weil das Lebensmittel auch verdorben wäre. Schade, denn Nahrungsmittel sind meist weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum (nicht zu verwechseln mit dem Verbrauchsdatum „zu verbrauchen bis“, das man unbedingt einhalten sollte) haltbar.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass man selbst Joghurt oft auch noch nach mehreren Wochen bis Monaten essen kann, wenn er nicht geöffnet wurde 😉

Das beste Obst fürs Müsli

Müsli mit leckerem Obst ist für mich das ideale Frühstück: Ich mische meist ein Basismüsli, das sehr wenig Zucker enthält, mit einer anderen Sorte, die etwas süßer sein darf. Neben fettarmer Milch oder Sojamilch darf natürlich auch Obst nicht fehlen. Aber nicht alle Früchte sind dafür geeignet. Meine Top 7 Obstsorten fürs Müsli.

Als Gesundheitsredakteurin für WEB.DE und GMX habe ich vor einigen Wochen mit zwei Kolleginnen ein Video gedreht: So mischt man das perfekte Müsli.

Obst

Nicht jedes Obst eignet sich fürs Müsli. © Silke Stadler

Darin wurde in einer Kameraeinstellung verschiedenes Obst gezeigt, darunter auch eine Kiwi. Ein Nutzer warnte daraufhin in den Kommentaren davor, Kiwis ins Müsli zu mischen. Wenn Milch dazu komme, schmecke sie bitter. Und wisst ihr was? Er hat völlig recht. Auch wir haben die Kiwi für unser Müsli im Video nicht verwendet, sie war eher Deko.

Nicht jedes Obst eignet sich fürs Müsli

Ob bitter oder nicht: So richtig habe ich nie darüber nachgedacht, welches Obst ich morgens in mein Müsli schnipple. Da war durchaus mal eine Kiwi dabei oder auch eine Nektarine. Auch letztere schmeckt mit Milch nicht unbedingt lecker.

Es sind die säurehaltigeren Obstsorten, die nicht ideal mit Milch harmonieren. Daher kann ich Zitrusfrüchte wie Orange, Grapefruit oder Kiwi grundsätzlich nicht im Müsli empfehlen. Geschmäcker sind natürlich verschieden. Aber das hier sind auf jeden Fall meine liebsten Früchte fürs Müsli:

Bananen:

Meine liebsten Früchte fürs Müsli sind Bananen. Wenn ich Bananen pur esse, mag ich sie nicht zu reif, sondern gerade übers grüne Stadium hinaus. Im Müsli ist das ganz anders: Da dürfen sie so richtig schön reif und damit süß sein. Bananen (und übrigens auch Schokolade) enthalten L-Tryptophan, eine Aminosäure, die für die Herstellung des Glückshormons Serotonin notwendig ist.

Daher wird der gelben Frucht auch oft die Eigenschaft, glücklich zu machen, zugeschrieben. Was mich morgens auf jeden Fall glücklich macht: Keine Frucht ist schneller ins Müsli geschnippelt als die Banane.

Erdbeeren:

Erdbeeren gibt es nicht das ganze Jahr über und deshalb schlagen wir bei uns zu Hause im Sommer richtig zu: Dann gibt es jeden Tag Erdbeeren in unterschiedlichsten Aufmachungen, und natürlich auch im Müsli. Je süßer die Beeren sind, desto leckerer! Für mich fühlt sich das jedes Mal nach Luxus an, Erdbeeren sind schließlich nicht die günstigsten Früchte. Aber in Form von gesunden Lebensmitteln darf man sich diesen Luxus ohne schlechtes Gewissen gönnen.

Blaubeeren:

Blaubeeren kommen bei uns ebenfalls oft ins Müsli, weil sie einfach super zu Milch oder Joghurt passen. Genau wie …

Brombeeren:

Wenn sie schön reif sind, sind Brombeeren ideal fürs Müsli. Anderenfalls sind sie noch zu sauer und harmonieren daher leider nicht so gut mit Milch.

Himbeeren:

Ja, auch Himbeeren schmecken prima im Müsli. Weil sie meine absoluten Lieblingsfrüchte sind, nasche ich persönlich sie allerdings lieber pur. Wer jetzt denkt, dass sämtliche Beeren die ideale Zutat sind, irrt: Johannisbeeren und andere saure Beeren schmecken aus genannten Gründen nicht so gut mit Cerealien in Milch.

Äpfel:

Äpfel gehen im Müsli geschmacklich fast ein bisschen unter. Trotzdem sind sie nach Bananen und Beeren meine liebste Obstsorte fürs Müsli, weil sie durch ihre gute Lagerfähigkeit fast immer verfügbar und leicht zu verarbeiten sind.

Trockenobst wie Aprikosen, Pflaumen, Rosinen:

Trockenfrüchte sind generell viel süßer als ihre frischen Äquivalente, weil ihnen das Wasser entzogen wurde und ihre weiteren Inhaltsstoffe daher sehr viel stärker zu Geltung kommen. Durch die Süße harmonieren sie perfekt mit Milch und Joghurt. Rosinen sind in vielen Fertig-Mischungen ja ohnehin Standard. Ich persönlich kann auch klein gehackte Aprikosen sehr empfehlen.

Also: Guten Appetit beim nächsten Frühstück.

GM-Diät: Wie funktioniert sie und macht sie Sinn?

Meine Kollegin macht derzeit eine Diät, von der ich zuvor noch nie gehört habe. Die GM-Diät besteht aus einem äußerst abenteuerlichen Speiseplan, der mindestens eine Woche lang durchgezogen wird. Und damit der Jojo-Effekt die verlorenen Pfunde danach nicht wieder auf die Hüften zaubert, werden fragwürdige Tipps gegeben.

Eine Diät, die ich nicht kenne? Das ist neu. Als meine Kollegin, die derzeit kiloweise Gemüse in der Büroküche hortet, mir von der GM-Diät erzählt, bin ich erstmal skeptisch. Und bleibe es auch nach einer ersten Recherche.

Die GM-Diät wurde angeblich vom Unternehmen General Motors entwickelt, um die Mitarbeiter gesund und fit zu halten. Der Abnehmplan klingt abenteuerlich:

1.    Tag: Obst so viel man will, keine Bananen
2.    Tag: Gemüse so viel man will
3.    Tag: Obst und Gemüse so viel man will, keine Bananen
4.    Tag: Bis zu 8 Bananen, 3 Gläser Milch, Gemüsesuppe
5.    Tag: Rindfleisch und bis zu 6 Tomaten
6.    Tag: Rindfleisch und so viel Gemüse, wie man will
7.    Tag: Brauner Reis, Fruchtsäfte und so viel Gemüse, wie man will

Zusätzlich muss viel Wasser getrunken werden, Alkohol ist verboten. Wer mag, kann das Rindfleisch an Tag 5 und 6 durch eine Schüssel Naturreis ersetzen.

Meine Kollegin ist jetzt den dritten Tag dabei und meint, sie habe schon zwei Kilo abgenommen. Ich bin mittlerweile skeptisch, was solche Radikaldiäten angeht. Erstens bringt man den Körper komplett aus dem Takt, die Verdauung spinnt und man leidet unter Stress, der wiederum das Verlangen nach Süßem und Fettigem steigert.

Zweitens will sich mir der Sinn von Trennkost jeglicher Art bisher nicht erschließen. Wir verfügen über eine Lebensmittelvielfalt, mit der wir uns gesund und ausgewogen ernähren können – und das auch noch mit Genuss. Damit schafft man die besten Voraussetzungen, um schlank zu werden und zu bleiben.

Und drittens darf man auch den Jojo-Effekt nicht unterschätzen: Sobald wir die gewohnte, reichliche Nahrung zu uns nehmen, bunkert der Körper Energie in Form von Fettpölsterchen. Damit das nicht passiert, geben die Macher der GM-Diät zwei halbseidene Tipps für die Zeit nach der Gewichtsreduktion:

1.    Kein Zucker mehr.

Wenn wir dazu ohne Weiteres imstande wären, hätte es die Diät wohl von vorneherein nicht gebraucht.

2.    Kein Gluten mehr

Gluten ist in allen Getreidesorten enthalten außer in Hirse, Mais und Reis. Auch Quinoa, Buchweizen und Amaranth, sowie Kartoffeln und Hülsenfrüchte sind glutenfrei. Bekanntlich ist ein Verzicht auf Gluten aber nur für diejenigen Menschen ratsam, die eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) haben. Dass mit Weizen, Hafer, Dinkel und Roggen auch gesunde und ballaststoffreiche Vollkornprodukte vom Speiseplan gestrichen werden, scheint die Entwickler der GM-Diät nicht zu stören.

Außerdem hinkt die Logik der GM-Diät: Das sogenannte Klebereiweiß Gluten wird als „leere Kohlenhydrate“ verteufelt. Das ist kompletter Unsinn: Gluten findet man zwar ausschließlich in kohlenhydratlastigen Lebensmitteln, gehört selbst aber – wie der Name Klebereiweiß vermuten lässt – zu den Proteinen.