Gute Vorsätze: Weniger Alkohol trinken

Ich bin niemand, der Silvester oder den Start ins neue Jahr braucht, um mir Veränderungen vorzunehmen. Trotzdem bin ich dieses Jahr gleich mit mehreren guten Vorsätzen dabei. Einer davon ist, weniger Alkohol zu trinken.

Eine Freundin und ich treffen uns etwa einmal im Monat auf ein „Weinchen“, wie wir das nicht ganz unironisch nennen. Wenn ich das zweite Glas bestelle, ist sie noch beim ersten. Und wenn ich am Ende drei Gläser intus habe und sie nach dem zweiten schon einen sitzen hat, schäme ich mich. Ich vertrage viel – und das kommt nicht von ungefähr.

Ende November bin ich umgezogen und im Stress und anfänglichen Chaos hat sich mancher Schlendrian eingebürgert. Dass mein gewohnter Alltagsrhythmus aus dem Takt geraten ist, kann ich nicht nur an der Häufigkeit meiner Blogeinträge im November und Dezember ablesen (nämlich überhaupt keiner).

Vorher habe ich zum Beispiel auch jeden Tag selbstgekochtes Essen ins Büro mitgenommen. Nach dem Umzug war ich so oft in der Kantine wie zuvor das ganze Jahr 2014 über nicht.

Auch bei meinem Alkoholkonsum gab es negative Veränderungen. Bereits als ich noch allein gewohnt habe, habe ich beim Weggehen getrunken oder abends öfter mal ein, zwei Gläschen Wein, am liebsten dann, wenn ich es mir ganz klischeehaft mit einem guten Buch oder einer Lieblingsserie auf der Couch gemütlich gemacht habe.

Jetzt wohne ich mit meinem Lebensgefährten zusammen und da macht Trinken – platt gesprochen – noch viel mehr Spaß. Zum Abendessen süffelt man dann schon mal eine Flasche Wein weg, und manchmal macht man sogar noch eine zweite auf. Weil es uns schmeckt, weil wir in guter Stimmung sind, weil es entspannt, weil man es sich verdient hat.

Oft bleiben wir an solchen Abenden ewig am Tisch sitzen, kommen von einem Thema zum nächsten – wo wir uns normalerweise irgendwann zum Serienschauen aufs Sofa gelümmelt hätten. Das ist ein schöner Ausbruch aus der Routine. Aber halt nur, wenn er nicht selbst zur Routine wird.

Das sieht nicht jeder so. Bekannte von uns geben ganz freimütig zu, dass sie jeden Abend, wenn die beiden kleinen Kinder im Bett sind, eine Flasche Wein aufmachen. Ich finde das einerseits cool, weil es ein Zeichen dafür ist, dass sie sich Zeit für bewusste Zweisamkeit im sonst so stressigen Elternalltag nehmen. Andererseits wäre es mir peinlich, jeden Tag Alkohol zu trinken – und ich möchte es keinesfalls so weit kommen lassen. Denn hat das nicht was von Alkoholiker? Und es gibt in unserer Gesellschaft kaum etwas, das weniger angesehen ist, als alkoholabhängig zu sein.

Das wirft bei mir immer wieder die Frage auf: Ab wann ist man eigentlich süchtig nach Alkohol? Ein Freund hat mich mal gefragt: Nie wieder Fleisch essen oder nie wieder Alkohol trinken – wofür würdest du dich entscheiden? Da ist meine Antwort klar: Nie wieder Fleisch, damit könnte ich gut leben. Aber nie wieder Bier, Wein, Champagner? Das würde mir verdammt schwer fallen. Dem Freund ging es genauso.

Inwiefern man selbst gefährdet ist, zu viel zu trinken, kann man mit Selbsttests im Internet herausfinden. Die Auswertung ist allerdings streng und schon mit einer bejahenden Antwort zum Beispiel auf die Frage „Hatten Sie während der letzten 12 Monate wegen Ihrer Trinkgewohnheiten Schuldgefühle oder Gewissensbisse?“ rutscht man vom grünen in den orangen, also gefährdeten Bereich.

Das ist vielleicht ein bisschen hart – oder doch angemessen? Immerhin wird in unserer Gesellschaft viel zu viel Alkohol getrunken. Paradoxerweise vermittelt mir das eher das Gefühl, dass ich an meinem eigenen Verhalten nicht viel ändern muss – die anderen machen es doch genauso oder noch schlimmer.

Da ist es nicht schlecht, sich ab und zu die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Erinnerung zu rufen. Sie rät Männern, nicht mehr als zwei alkoholische Getränke (entspricht etwa 20 Gramm Alkohol) und Frauen, nicht mehr als ein alkoholisches Getränk (10 Gramm Alkohol) pro Tag zu trinken. Werden diese Mengen nicht überschritten, lassen sich laut DGE zahlreiche Krebsfälle vermeiden.

Wer jetzt denkt „Super, dann kann ich jeden Tag bedenkenlos ein, zwei Gläser Wein trinken“, irrt. Denn wer täglich Alkohol trinkt, erkrankt häufiger an Krebs: Schon ein Drink pro Tag erhöhe zum Beispiel das Risiko für Mund-, Rachen- und Speiseröhrenkrebs um 20 bis 30 Prozent, schreibt die DGE.

Nicht allein der gesundheitliche Aspekt bewegt mich dazu, meinen Alkoholkonsum zu überdenken. Auch um die Figur muss man sich Sorgen machen, wenn man öfter Alkohol trinkt. Immerhin hat ein Glas Wein (0,2 Liter) knapp 170 kcal – genauso viel wie anderthalb Kinderriegel.

Für mich gute Gründe, das Glas Wein zum Essen zumindest jeden zweiten Abend gegen Wasser zu tauschen.

GM-Diät: Wie funktioniert sie und macht sie Sinn?

Meine Kollegin macht derzeit eine Diät, von der ich zuvor noch nie gehört habe. Die GM-Diät besteht aus einem äußerst abenteuerlichen Speiseplan, der mindestens eine Woche lang durchgezogen wird. Und damit der Jojo-Effekt die verlorenen Pfunde danach nicht wieder auf die Hüften zaubert, werden fragwürdige Tipps gegeben.

Eine Diät, die ich nicht kenne? Das ist neu. Als meine Kollegin, die derzeit kiloweise Gemüse in der Büroküche hortet, mir von der GM-Diät erzählt, bin ich erstmal skeptisch. Und bleibe es auch nach einer ersten Recherche.

Die GM-Diät wurde angeblich vom Unternehmen General Motors entwickelt, um die Mitarbeiter gesund und fit zu halten. Der Abnehmplan klingt abenteuerlich:

1.    Tag: Obst so viel man will, keine Bananen
2.    Tag: Gemüse so viel man will
3.    Tag: Obst und Gemüse so viel man will, keine Bananen
4.    Tag: Bis zu 8 Bananen, 3 Gläser Milch, Gemüsesuppe
5.    Tag: Rindfleisch und bis zu 6 Tomaten
6.    Tag: Rindfleisch und so viel Gemüse, wie man will
7.    Tag: Brauner Reis, Fruchtsäfte und so viel Gemüse, wie man will

Zusätzlich muss viel Wasser getrunken werden, Alkohol ist verboten. Wer mag, kann das Rindfleisch an Tag 5 und 6 durch eine Schüssel Naturreis ersetzen.

Meine Kollegin ist jetzt den dritten Tag dabei und meint, sie habe schon zwei Kilo abgenommen. Ich bin mittlerweile skeptisch, was solche Radikaldiäten angeht. Erstens bringt man den Körper komplett aus dem Takt, die Verdauung spinnt und man leidet unter Stress, der wiederum das Verlangen nach Süßem und Fettigem steigert.

Zweitens will sich mir der Sinn von Trennkost jeglicher Art bisher nicht erschließen. Wir verfügen über eine Lebensmittelvielfalt, mit der wir uns gesund und ausgewogen ernähren können – und das auch noch mit Genuss. Damit schafft man die besten Voraussetzungen, um schlank zu werden und zu bleiben.

Und drittens darf man auch den Jojo-Effekt nicht unterschätzen: Sobald wir die gewohnte, reichliche Nahrung zu uns nehmen, bunkert der Körper Energie in Form von Fettpölsterchen. Damit das nicht passiert, geben die Macher der GM-Diät zwei halbseidene Tipps für die Zeit nach der Gewichtsreduktion:

1.    Kein Zucker mehr.

Wenn wir dazu ohne Weiteres imstande wären, hätte es die Diät wohl von vorneherein nicht gebraucht.

2.    Kein Gluten mehr

Gluten ist in allen Getreidesorten enthalten außer in Hirse, Mais und Reis. Auch Quinoa, Buchweizen und Amaranth, sowie Kartoffeln und Hülsenfrüchte sind glutenfrei. Bekanntlich ist ein Verzicht auf Gluten aber nur für diejenigen Menschen ratsam, die eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) haben. Dass mit Weizen, Hafer, Dinkel und Roggen auch gesunde und ballaststoffreiche Vollkornprodukte vom Speiseplan gestrichen werden, scheint die Entwickler der GM-Diät nicht zu stören.

Außerdem hinkt die Logik der GM-Diät: Das sogenannte Klebereiweiß Gluten wird als „leere Kohlenhydrate“ verteufelt. Das ist kompletter Unsinn: Gluten findet man zwar ausschließlich in kohlenhydratlastigen Lebensmitteln, gehört selbst aber – wie der Name Klebereiweiß vermuten lässt – zu den Proteinen.

 

Trinken, bevor man Durst hat: Ist dieser Ratschlag sinnvoll?

Ernährungsexperten betonen andauernd, wie wichtig es ist, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Viele warnen sogar: Trinkt man erst, wenn sich Durst bemerkbar macht, sei es bereits „zu spät“. Doch warum sollte unser sonst so intelligenter Körper wichtige Signale verspätet senden? Steckt hinter der Trinkempfehlung trotzdem ein wahrer Kern? Und wie viel muss man wirklich trinken, um gesund zu bleiben?

Schon im letzten Beitrag habe ich Udo Pollmer zitiert. Der Lebensmittelchemiker macht immer wieder mit vermeintlich abstrusen Ansichten über Ernährung von sich reden. Auch ich denke im ersten Moment oft: So ein Quatsch.

„Pinkeln, bevor man muss“

Andererseits macht er mich mit seinen Aussagen, die teilweise im völligen Widerspruch stehen zu den gängigen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung, neugierig. Steckt da vielleicht wirklich was dahinter? Schließlich hat der Mann sein Fach studiert und ist nicht umsonst Leiter des Europäischen Institutes für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften e.V. (EU.L.E.).

Nehmen wir ein Zitat aus Pollmers Interview mit der schweizerischen “Weltwoche” 2010: „Die offizielle Empfehlung lautet: Man soll trinken, bevor man Durst hat. Das ist so intelligent, wie: pinkeln, bevor man muss.“

Unser Körper kommuniziert mit uns über klare Signale. Wenn mein Magen grummelt, will er Nahrung. Wenn ich Druck in Blase oder Enddarm verspüre, sollte ich eine Toilette aufsuchen. Und wenn ich durstig bin, sollte ich etwas trinken. Warum sollte mein Organismus es so einrichten, dass seine Bedürfnisse erst wahrgenommen werden, wenn es „zu spät“ ist? Das wäre doch ziemlich dumm von ihm.

Andererseits haben wir auch verlernt, manche Signale des Körpers frühzeitig zu erkennen, zum Beispiel das Sättigungsgefühl. Vielleicht lässt sich das auf den Durst übertragen: Wir bemerken ihn erst, wenn der Mund trocken ist und es tatsächlich schon „höchste Eisenbahn“ ist.

Warum braucht der Körper Flüssigkeit?

Erwachsene bestehen zu etwa 50-60 Prozent aus Wasser. Es ist zuständig für den Transport von Substanzen im Körper und für den Turgordruck in den Zellen, es ist als Reaktionspartner an vielen Stoffwechselprozessen, an der Regulation des Säure-Basen-Haushalts und der Körpertemperatur, sowie am Aufbau von körpereigenen Strukturen wie beispielsweise Nukleinsäuren beteiligt.

Durchschnittlich werden täglich 2,65 Liter Wasser durch Harn, Stuhl, Atmung und Schwitzen ausgeschieden. Ein Teil wird über das sogenannte Oxidationswasser wieder aufgenommen, das bei der Umwandlung von Nährstoffen im Körper entsteht. Das sind laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) pro Tag durchschnittlich 335 ml.

Den größten Teil der abgegebenen Flüssigkeit gilt es also über Nahrung und Trinken aufzufüllen. 875 ml täglich nehmen wir allein durch feste Nahrung auf. Das heißt, wir müssen zusätzlich an die 1,5 Liter trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Das entspricht auch der offiziellen Empfehlung der DGE für die tägliche Trinkmenge.

Wenn wir zu wenig trinken

Ist die Flüssigkeitszufuhr zu gering, kommt es zur Dehydration: Dem Blut und Gewebe wird Wasser entzogen. Die harnpflichtigen Substanzen (vor allem Harnstoff, Harnsäure, Kreatinin) können nicht über den Harn ausgeschieden werden. Die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Zellen leidet.

Die DGE warnt, dass sich bereits bei einem Flüssigkeitsverlust von 2 Prozent Einbußen bei Leistung, Konzentration und Reaktionsvermögen einstellen. Doch erst bei einem Verlust von 3 % des Gesamtkörperwassers sind die typischen Symptome einer Dehydration zu beobachten. Dazu zählen ein starkes Durstgefühl, ein trockener Mund, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Verstopfung, verminderte Harnproduktion mit dunkel gefärbtem, stark riechenden Urin.

Wird weiterhin keine Flüssigkeit aufgenommen, kommt es zu Kreislaufproblemen und Verwirrtheit. Bei einem Flüssigkeitsverlust von 20 Prozent drohen Kreislauf- und Nierenversagen und schließlich der Tod.

Fazit

Die Empfehlung, man solle trinken, bevor man Durst hat, ergibt Sinn, wenn man davon ausgeht, dass man bereits an Leistung und Konzentration eingebüßt hat, bevor der Körper klare Symptome zeigt. Man sollte also tatsächlich nicht warten, bis sich starker Durst einstellt. Wer aber darauf achtet, mindestens 1,5 Liter pro Tag zu trinken, braucht sich nach offiziellen Hinweisen ohnehin keine Sorgen um seinen Flüssigkeitshaushalt zu machen.