Woher kommt der Heißhunger nach dem Mittagsschlaf?

Kennt ihr das? Ihr legt euch am Wochenende nachmittags kurz aufs Ohr und wenn ihr aufwacht, habt ihr Heißhunger auf Süßes, Fettiges oder Salziges? Woher die Essenslust nach dem Mittagsschlaf kommt und ob man ihr nachgeben sollte.

Heißhunger auf Süßes

Lust auf Süßes: Nach dem Mittagsschlaf schlägt mein Heißhunger besonders gerne zu.
© Silke Stadler

Das Nickerchen nach dem Mittagessen oder – mein Favorit – spätnachmittags am Wochenende scheint die Gemüter zu spalten: Die einen schwören drauf und fühlen sich danach fitter und voll Energie. Andere sind nach einem Schläfchen wie erschlagen und brauchen ein bisschen, bis sie danach wieder in Schwung kommen. Ich gehöre leider zur zweiten Fraktion. Deshalb auf das Nickerchen verzichten? Niemals! Schließlich gibt es den klugen Ratschlag (oder bilde ich ihn mir nur ein?): Wenn du müde bist, dann schlafe.

Heißhunger befällt mich vor allem in zwei Situationen

Nach dem gleichen Motto gestalte ich übrigens meine Mahlzeiten: Wenn ich Hunger habe, esse ich. Wie sieht es aber mit reinem Heißhunger aus? Meiner stellt sich bei zwei Gelegenheiten besonders gerne ein:

  • in der Arbeit nach dem Mittagessen, wenn ich wieder am Schreibtisch sitze und produktiv sein will, dafür aber eigentlich noch zu voll bin,
  • nach dem halbstündigen Mittags- oder Nachmittagsschläfchen (am Wochenende oder im Urlaub), das mich in der Regel völlig groggy macht.

Der Körper möchte schnelle Energie!

Weil ich mir gerne Gedanken mache über so tiefgreifende Fragen wie: “Woher kommt mein Heißhunger?”, habe ich mir Folgendes zusammengereimt:

Beide Heißhunger-Situationen haben gemeinsam, dass mir gerade Energie fehlt. Zwar habe ich gar keinen echten Hunger, weil ich mittags (meist reichlich) gegessen und meinen Körper mit genügend Energie versorgt habe. Direkt nach dem Mittagessen (die Heißhunger-in-der-Arbeit-Situation) steht diese Energie aber nicht sofort zur Verfügung. Der Körper muss das Essen ja erst verdauen. Und dafür braucht er wiederum Energie. Schnelle Energie! Wonach verlangt er also? Einfache Kohlenhydrate (Zucker!) oder Fette. Erstere sind besonders schnelle Energielieferanten, letztere besonders umfangreich (Fett liefert doppelt so viele Kalorien wie Eiweiß oder Kohlenhydrate).

Nach einem Nickerchen liegt der Fall ähnlich: Man braucht rasch verwertbare Energie, um vom Ruhe- wieder in den Aktivitätsmodus zu kommen.

Heißhunger vergeht von selbst

Sollte man dem Heißhunger daher lieber nachgeben? Ich persönlich bin ja kein Verfechter von strikten Regeln, wenn es ums Essen geht, sondern vertrete nun schon seit einiger Zeit die These, dass man dabei auf den Körper hören soll: Bei Hunger sollte man das essen, worauf man Lust hat. Wie sieht es aber mit Heißhunger aus, der ja eher zu Appetit- statt zur Hungerfraktion gehört?

Schließlich wurde dem Körper in den oben genannten Situationen bereits genügend Energie bereitgestellt. Er “weiß” es vielleicht nur noch nicht, weil er eben auch erst einmal in die Gänge kommen muss (nach dem Nickerchen) oder die Nahrung erst verdauen muss (nach dem Mittagessen). Er “denkt”, er bräuchte neue Energie, aber wenn wir sie ihm zuführen via Schokoriegel und Co. muss er diese ja auch erst einmal aufspalten! Dem Heißhunger nachzugeben, bringt also im Endeffekt nichts außer zusätzliche Verdauungsarbeit und unnötige Kalorien. Sinnvoller und weniger kalorienreich ist ein Stück Traubenzucker, da Glucose nahezu sofort ins Blut und damit ins Gehirn geht.

Aber auch so kapiert der Organismus ziemlich schnell, dass er sowohl nach dem Mittagessen als auch nach dem Mittagsschlaf alles hat, was er braucht. Das merkt man daran, dass der Heißhunger schon nach wenigen Minuten verfliegt, wenn man ihm nicht nachgibt (meistens bin ich aber schneller am Küchenschrank).

Insekten essen: Entomophagie im Selbsttest

Insekten als Lebensmittel: Was manchen einen Schauer über den Rücken jagt, ist für andere eine rationale Alternative für Fleisch und Fisch. Angeblich sind die Nährstoffe in Grille und Co. ähnlich hochwertig, dafür aber umweltschonender zu produzieren. Doch wie schmecken Insekten? Ein Test.

Insekten essen: Protein- und Energieriegel aus Grillenmehl.

Protein- und Energieriegel aus Grillenmehl.

In vielen Völkern stehen Insekten seit jeher auf dem Speiseplan. Die FAO schätzt, dass sich etwa zwei Milliarden Menschen weltweit regelmäßig von insgesamt 1.900 verschiedenen Arten ernähren. Unser Ekel vor Maden, Raupen, Spinnen als Lebensmittel ist also rein kulturell begründet. Wir essen zwar Schwein, Rind, Huhn und (manchen Insekten optisch nicht unähnliche) Shrimps, Krabben und Krebse – nicht aber Hund, Katze, Insekten.

Diese gesellschaftlich geprägte Abneigung gegen bestimmte Tierarten hat unterschiedliche Gründe. Hund, Katze und mitunter Pferd kennen wir vor allem als Haustiere, die uns derart nahestehen, dass wir es fast als Kannibalismus empfinden, sie zu verzehren. Insekten dagegen sind in der Natur zwar meist sehr nützlich, in enger Verbindung zum Menschen – zum Beispiel im Haus, auf der Picknickdecke und ganz sicher auf meinem Teller! – sehe zumindest ich sie doch eher als Ungeziefer, das entweder absolut widerlich (Maden) oder aber lästig ist (Wespen, Spinnen, Käfer) und von mir dann schnell wieder in die Natur befördert wird.

Es versteht sich von selbst, dass es mich so auch nie besonders gereizt hat, in eines dieser Restaurants mit Insekten auf der Karte zu gehen, die eine Zeitlang so hip waren. Und erinnert ihr euch noch an die Lutscher mit Maden, Käfern, Grillen und anderem Krabbelzeug drin? Das muss so Mitte bis Ende der 90er gewesen sein. Ich habe ich mir zwar einen gekauft und mich bis zum Insekt durchgearbeitet, mich aber dann doch nicht getraut, es auch zu essen.

Insekten essen für mehr Nachhaltigkeit

Insekten zu essen (auch als Entomophagie bezeichnet) ist aber nicht immer nur ein netter Gag. Die Tiere werden auch als wertvolle Eiweißquelle vermarktet. Die FAO (Food and Agriculture Organization, Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisationen der Vereinten Nationen) bestätigt das in ihrem Bericht. Die Nährstoffe unterscheiden sich je nach Insektenart und deren Haltung. Mehlwürmer zum Beispiel können mit Fisch mithalten, was gesunde Omega-3-Fettsäuren angeht. Auch die biologische Wertigkeit ihres Proteins ist vergleichbar mit dem aus anderen tierischen Quellen. (Pflanzliches Eiweiß dagegen kann vom Körper nicht so gut verwertet werden, weshalb es vor allem für Veganer wichtig ist, verschiedene proteinreiche Lebensmittel zu kombinieren.)

Doch können Insekten tatsächlich eine Alternative zu Fleisch und Co. darstellen? Immerhin sind sie extrem klein – man bräuchte doch Unmengen von Tieren, um davon satt werden zu können. Hersteller, aber auch die FAO, betonen, dass es sich trotzdem lohnt.

Laut Sens Foods, die gerade ihr Crowdfunding-Projekt gestartet haben und deren Protein- und Energieriegel aus Grillenmehl ich probieren durfte, brauchen Grillen zwölfmal weniger Futter als Rinder und halb so viel wie Schweine und Hühner, um etwa die gleiche Menge Protein zu liefern. Für die Aufzucht von Grillen werden weniger Ressourcen wie Wasser, Fläche und Futter verbraucht. Insekten, so wird auch im FAO-Bericht betont, verwerten Lebensmittelreste, die bei uns sonst in den Müll wandern, etwa Bananenschalen.

Insekten essen: Der Geschmackstest

Klingt nach guten Gründen, den Speiseplan um Insekten zu erweitern – dafür müssen sie allerdings auch schmecken. Das auszuprobieren machen einem die Sens Bars immerhin leicht: Statt ganzer Insekten verspeist man einen Riegel, dem man seine Inhaltsstoffe nicht ansieht. Er ist aus getrockneten und gemahlenen Grillen und weiteren, natürlichen Zutaten hergestellt. Ich habe drei Riegel probiert.

Den “Dark Chocolate & Sesame” (Dunkle Schokolade und Sesam) kann ich nicht empfehlen. Er war zu herzhaft, wenig süß und damit nicht das, was ich erwartet hätte. Auch den “Pineapple & Coconut” (Ananas und Kokosnuss) fand ich nicht besonders lecker. Der nussige, etwas herbe Geschmack, den ich mittlerweile dem Grillenmehl zuschreibe, harmoniert hier einfach nicht so gut mit den restlichen Komponenten.

Der “Peanut Butter & Cinnamon” (Erdnussbutter und Zimt) schmeckt dagegen richtig lecker – eben nach Erdnüssen und Zimt mit dieser besonderen und mir bisher unbekannten Note durch das Insektenmehl. Grillen sind also durchaus genießbar – es kommt in meinen Augen aber doch stark auf die Kombination der restlichen Zutaten an.

Proteinriegel aus Insekten: Zutaten, Kalorien und andere Nährwerte

Der Riegel „Peanut Butter & Cinnamon“ enthält:

Zutaten:

Geröstete Erdnüsse, Grillenmehl, Hanfpulver, Agavennektar, Kakaobutter, Rote Bete, Zimt.

Nährwerte:

  • Energie: 517 kcal
  • Fett: 31 g
    davon gesättigte Fettsäuren: 10 g
  • Kohlenhydrate: 25 g
    davon Zucker: 11 g
    davon Ballaststoffe: 8 g
  • Proteine: 31 g

(Das Rezept ist laut Sens Food noch nicht endgültig, daher kann sich die Zusammensetzung in Zukunft noch ändern.)

Fazit: Insekten essen oder nicht?

Ich finde den Ansatz, wertvolle neue Nährstoffquellen aufzutun, die wenig Ressourcen verbrauchen, wunderbar. Nachdem ich mich mit dem Thema näher beschäftigt habe, bin ich überzeugt, dass es sich bei Insekten um eine nachhaltigere Proteinquelle handelt als bei Fleisch. Aus kulturellen Gründen wurde das Thema im Westen leider bisher vernachlässigt, doch Unternehmen wie Sens Food sind dabei, das zu ändern. Produkte aus Insektenmehl statt ganzer Insekten zu verspeisen hat mich außerdem keinerlei Überwindung gekostet. Auch mit dem Geschmack, den das Start-up als neutral bezeichnet und ich als nussig-herzhaft empfunden habe, lässt sich meines Erachtens gut arbeiten.

Da ich aber kein Konsument von Proteinriegeln bin, würde ich das Produkt, das ich getestet habe, nicht selbst kaufen. Ich sehe es eher als Süßigkeit an (es besteht immerhin aus elf Prozent Zucker). Insekten mögen gesund sein, nicht aber, wenn man sie sich nur in Verbindung mit ungesunden Zutaten „zumutet“. In seiner jetzigen Form fungieren die Sens Bars in meinen Augen daher auch nicht als Fleischersatz. Sie taugen eher dazu, Verbraucher an Lebensmittel aus Insekten heranzuführen.

Interessanter fände ich den nächsten Schritt: Selbst mit Mehl aus Grillen und Co. kochen und herumprobieren. Auch hier finden sich bereits Anbieter im Internet. Dazu muss man sich an das Lebensmittel Insekt allerdings in seiner unverblümten Form herantrauen … Wenn es soweit ist, werde ich berichten!

Sind Essiggurken eigentlich gesund?

Nicht nur Klischee-Schwangere haben Heißhunger auf Essiggurken. Auch mich erwischt es manchmal. Dabei stelle ich mir öfter die Frage, ob Essiggurken eigentlich ein gesundes Gelüst sind (Gurken!) oder nicht (Zucker, Salz)?

Essiggurken haben wenig Kalorien und Fett, dafür enthalten sie aber Zucker und Salz. © Silke Stadler

Essiggurken haben wenig Kalorien und Fett, dafür enthalten sie aber Zucker und Salz. © Silke Stadler

Ihr werdet euch darüber vielleicht noch nie Gedanken gemacht haben, vielleicht denkt ihr eben einfach nicht – wie ich – bei fast allem, was ihr euch in den Mund steckt, über dessen Nährwert nach. Ich mache das ganz automatisch, im Kopf werden Lebensmittel dann in die Kategorien gesund (man darf zulangen) und nicht so gesund (darf man sich gönnen, aber nicht zu oft) eingeordnet.

Wie ist das bei Essiggurken? Hier war ich unsicher. Früher bin ich davon ausgegangen, dass Essiggurken gesund sein müssten, da es ja einfach Gurken eingelegt in Essig sind. So einfach ist es aber nur auf den ersten Blick.

Wenig Fett und Kalorien, dafür Zucker und Salz

Wenn man sich den Fettgehalt von Essiggurken anschaut, machen sie in der Tat einen guten Eindruck: 0,2 Gramm Fett stecken in 100 Gramm Essiggurken. Das ist extrem wenig.

Allerdings enthalten 100 Gramm (das sind etwa 5 mittelgroße Gürkchen) auch Zucker. Immerhin 5,4 Gramm (je nach Hersteller), die der ganz normalen Gurke natürlich komplett fehlen.

Das schlägt sich trotzdem nicht gravierend auf die Kalorienbilanz aus: In meinem Beispiel haben die Cornichons nur 31 Kilokalorien pro 100 Gramm, weil sie viel Wasser enthalten. Das sind zwar doppelt so viele wie bei der ganz normalen Gurke, aber trotzdem wenig (100 Gramm Apfel haben zum Beispiel 54 kcal).

Problematischer ist dagegen das Salz. Gesunde Erwachsene sollten am Tag nicht mehr als 6 Gramm Salz verzehren, rät die DGE. 5 Gurken enthalten 1,3 Gramm Salz, also bereits mehr als ein Fünftel des Tagesbedarfs.

Ich finde Essiggurken trotzdem super, nicht nur als Beilage, sondern gerade als Snack: Immerhin schneiden andere salzige Leckereien wie Chips schlechter ab, was Fett, Kalorien und Salz angeht und enthalten meist mehr Zusatzstoffe wie Glutamat.