These gegen Übergewicht: Iss, was du willst! Nur koch es selbst.

Übergewicht ist ein riesiges Problem in den westlichen Industrienationen. In dem Ausdruck „Industrienationen“ steckt bereits ein Teil der Problemursache: Wir nehmen heutzutage viele industriell stark verarbeitete Produkte zu uns, die oft zu viel Fett und Zucker enthalten. Mit Hilfe eines simplen Ratschlages können wir gegensteuern.

Michael Pollans Vortrag „How Cooking Can Change Your Life“ ist wirklich sehenswert. Bei mir ist vor allem der Satz eines Kollegen von Pollan hängengeblieben, den dieser zitiert: „Eat anything you want, just cook it yourself“. Warum könnte uns diese Empfehlung helfen, schlank zu werden oder zu bleiben?

Der Verarbeitungsgrad von Lebensmitteln

Wir leben derzeit in einer Welt, in der nahezu jede Nahrung – auch Grundnahrungsmittel – in einem gewissen Grad verarbeitet wurde, bevor sie zu uns in den Kühl- oder Küchenschrank wandert: Lebensmittel wurden gereinigt, geschnitten, portioniert, verpackt, haltbar gemacht, geschmacklich verändert, gebacken oder sogar bereits fertiggekocht, bevor wir sie kaufen. Das Problem: Werden viele diese Schritte von Anderen als uns selbst unternommen, ist unser Essen oft nicht nur teurer – wir wissen am Ende auch nicht genau, was drin steckt. Und das sind meist: Viele unnötige Kalorien.

Daher sollten wir beim Einkauf auf einen möglichst geringen Verarbeitungsgrad achten und die Zubereitung selbst übernehmen. Wenig verarbeitet sind beispielsweise frisches Gemüse und Obst, die meisten Milchprodukte, Eier, Reis, Hülsenfrüchte, Haferflocken oder ein Stück Fleisch beim Metzger; industriell stark verarbeitet sind dagegen die Fertig-Lasagne aus der Tiefkühltruhe, die Tütensuppe oder auch ein Schokoriegel. Letztere entstehen durch etliche Produktionsschritte, bei denen Zusatzstoffe wie zum Beispiel Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker sowie reichlich Zucker, Salz und Fett hinzugefügt werden, um Geschmack, Haltbarkeit, Aussehen und Konsistenz zu verbessern.

Gesunde Ernährung ist vor allem eine Frage der Zubereitung

Das alles können wir uns größtenteils sparen, wenn wir Lebensmittel selbst zubereiten. Michael Pollan führt das Beispiel von Pommes frites ins Feld: Heute bekommen wir Pommes frites an jeder Ecke, greifen zu, wann immer es uns beliebt. Sie haben nicht nur in Fast-Food-Restaurants einen festen Platz, sondern sind auch beliebte Beilagen in anderen Gaststätten. Stell dir vor, du müsstest Pommes frites jedes Mal selbst zubereiten: Du säuberst, schälst, schneidest Kartoffeln. Du gibst Unmengen an Öl in eine tiefe Pfanne, erhitzt es und gibst die Kartoffelstifte nach und nach in kleinen Portionen hinein, um sie zu frittieren. Für das Öl hast du danach keine Verwendung mehr und entsorgst es.

Pommes frites selbst zuzubreiten ist aufwendig und auch verschwenderisch. Daher kommen sie selten auf den Tisch. Gut so! Denn Pommes enthalten zu viel Fett und zu viel Salz, als dass wir sie täglich verspeisen sollten. Ofen-, Pell- oder Bratkartoffeln sind da deutlich einfacher zuzubereiten – und um einiges gesünder.

Pollan beschreibt, dass es bei gesunder Ernährung nicht so sehr auf die Nährstoffe oder gar die Kalorien ankommt: „What predicted a healthy diet more than anything else is the fact that ist was being cooked by a human being and not a corporation.“* Letztere kochen auf ganz andere Weise als wir selbst: „They use vast amounts of salt, fat and sugar. Much more than you would ever use in your own cooking.“** Salz, Fett und Zucker seien drei extrem attraktive und billige Inhaltsstoffe – und sorgen in einer bestimmten Kombination für die sogenannte „Snackability“, machen also in gewisser Weise süchtig.

Das Selber-Kochen hat sich laut Pollan seit den 60ern um die Hälfte reduziert. Die Zahl der Übergewichtigen steigt dagegen seit geraumer Zeit rasant an. In Ländern, wo das traditionelle Kochen weiterhin in den Alltag integriert ist, gibt es dagegen weniger Übergewichtige. Die Rückbesinnung auf die eigene Zubereitung von Essen kann uns also nicht nur Geld, sondern auch Hüftgold sparen.

*“Was eine gesunde Ernährung mehr als alles andere ausmacht, ist die Tatsache, ob es von einem Menschen oder einem Unternehmen gekocht wurde.“
**“Sie verwenden riesige Mengen an Salz, Fett und Zucker. Viel mehr, als man selbst beim Kochen je verwenden würde.“

One Response

  1. Sehr guter Blog. Ich kann das auch aus meiner eigenen Erfahrung bestätigen. Als ich vor Jahren meine Ernährung auf Vegan umgestellt habe, stand ich plötzlich vor der Situation, daß es praktisch kein Fertigprodukt gibt das wirklich vegan ist. Und Käse war natürlich auch out. Also habe ich dann losgelegt und Biogemüse in allen verschiedenen Formen zubereitet mit Naturreis oder Dinkelpasta und etwas vegetarische Bolognese dazu. Es hat so gut geschmeckt daß ich bald nichts anderes mehr wollte. Und dazu habe ich nach einigen Wochen auch noch meine Traumfigur geschenkt bekommen.
    Dr. Stadler

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