Was passiert mit Fett im Körper, Frau misst Hüftumfang

Fett löst sich nicht einfach in Luft auf! Oder doch?

Fett löst sich nicht einfach in Luft auf! Oder doch? Wohin verschwindet das Fett, das wir mühsam abgespeckt haben? Viele Experten denken, es werde in Energie und Wärme umgewandelt. Das ist jedoch nicht ganz richtig.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Wohin das Fett verschwindet, wenn du abnimmst
  • Warum die Lunge das Hauptausscheidungsorgan für Fett ist
  • Ob du Fett einfach wegatmen kannst

Hast du dich das auch schon einmal gefragt? Sogar einige Ärzte, Diätassistenten und Fitnesstrainer haben keine Ahnung, was genau mit dem Körperfett passiert, wenn ihre Patienten oder Klienten abnehmen. Das haben Ruben Meerman und Andrew Brown von der Universität New South Wales herausgefunden.

Lungen sind die Haupt-
ausscheider abgespeckten Fetts

Die gängige – falsche – Annahme vieler Abnehm-Experten laute, dass Fett lediglich in "Wärme" bzw. "Energie" umgewandelt werde. Das entspreche jedoch nicht dem Massenerhaltungssatz aus der Chemie, schreiben die Wissenschaftler. Der Massenerhaltungssatz besagt, dass sich bei chemischen Reaktionen die Gesamt-Masse der beteiligten Stoffe nicht ändert. Das bedeutet, dass alle Elemente, also Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff etc., die dein Körper verliert, nicht einfach "verschwinden". Vielmehr werden sie in eine Form umgewandelt, die dein Körper ausscheiden kann. Beim Fettabbau entsteht Energie, neben den Begleitprodukten Wasser und CO2.

Wenn wir Nahrung verdauen und Energie daraus zu gewinnen, entstehen Abbauprodukte, die wir nicht verwerten und über Darm und Niere ausscheiden. Man könnte daher auf die Idee kommen, dass wir, wenn wir die Energie aus unseren eigenen Fettreserven verbrauchen, die gleichen Abfallprodukte entstehen und diese ebenfalls über den Darm ausgeschieden werden. Das trifft jedoch nicht zu. Die Abbauprodukte unseres eigenen Fetts verlassen uns über die Lunge!

In einem Artikel vom Dezember 2014, der im „British Medical Journal“ veröffentlicht wurde, erklären es die beiden Autoren Meermann und Brown anhand einer chemischen Gleichung: Würde man im Labor 10 kg Fett verbrennen, dann benötigte man in einer Verbrennungsreaktion 29 kg Sauerstoff, der das Fett in 28 kg CO2 und 11 kg Wasser umwandelt. Körperfett ist allerdings im Gewebe und in den Zellen gebunden und es kann nicht einfach mit Sauerstoff verbrennen wie etwa das Öl in einer Lampe.

Fett einfach "wegatmen"?

Doch was genau passiert mit den zehn Kilo Fett? Die beiden Forscher haben jedes einzelne Atom der abgespeckten Fettmasse verfolgt und erkannt, dass sie sich in 8,4 Kilo CO2 und 1,6 Kilo Wasser umwandelt. Das CO2 wird ausgeatmet, das Wasser über Urin, Schweiß, Tränen oder den Stuhlgang ausgeschieden.

Unsere unliebsamen Fettdepots lösen sich also im wahrsten Sinne in Luft auf. Dass dafür aber harte Arbeit nötig ist, zeigt eine weitere Berechnung der Forscher: Eine 70 Kilo schwere Person mit leichtem Aktivitätslevel atmet pro Tag 0,74 Kilo CO2 aus.

Fett durch häufigeres Luftholen einfach „wegzuatmen“ sei nicht möglich, weil wir nur eine begrenzte Anzahl an Atemzügen pro Tag nehmen könnten, sagte Meermann dem Wissenschaftsportal "ABC Science". "Dort liegt also die Grenze, wie viel [Fett] man an einem Tag verliert, wenn man keinen Sport macht.“

Quellen:

BMJ (aufgerufen am 30.10.2019)

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