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Ayurvedische Ernährung: Und welcher Typ bist du?

Vata, Kapha oder Pitta!? Mithilfe der uralten Ayurveda-Heilkunde soll der Körper effektiv entgiftet und Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Das versprechen sich zumindest die Anhänger dieser Lehre. Wir verraten dir, welcher Ayurveda-Typ du bist und wie du eine ayurvedische Ernährung perfekt in deinen Alltag integrierst. 

Hier erfährst du alles über den Ernährungstrend Ayurveda und, wie du das ayurvedische Ernährungskonzept nutzen kannst, um dein körperliches Wohlbefinden zu verbessern:

  • Welche Ernährungstypen kennt die ayurvedische Heilbehandlung? 
  • Was ist das Besondere an ayurvedischer Ernährung? 
  • Welcher Ayurveda-Typ bist du – Vata, Kapha oder Pitta?

Ayurvedische Ernährung: Die drei Doshas

Ayurveda bedeutet übersetzt so viel wie „Wissen vom Leben“. Der Begriff greift auf eine über 5.000 Jahre alte Geschichte zurück. Dabei handelt es sich um eine traditionelle Heillehre, die sich weltweit großer Beliebtheit erfreut, für die bisher allerdings keine fundierten wissenschaftlichen Nachweise erbracht wurden – auch nicht für die Theorie der drei Doshas. Letztere stammt aus Indien und orientiert sich an den fünf Elementen Feuer, Luft, Erde, Wasser und Raum. Sie alle regulieren das körperliche sowie das seelische Gleichgewicht. 

Geraten Körper und Geist aus dem Gleichgewicht, so ist nach Auffassung der ayurvedischen Lehre der Mensch anfälliger für Krankheiten. Um dem vorzubeugen, arbeitet man in der ayurvedischen Heilbehandlung auf Grundlage der sogenannten „Doshas“, auch Lebenskräfte genannt. In ihnen vereinen sich die Elemente, die das seelische und körperliche Gleichgewicht bestimmen. 

Die ayurvedische Heilbehandlung kennt drei verschiedene Doshas, nach denen die Menschen ihrem Typ entsprechend unterschieden werden. Nach der Bestimmung wird die Ernährung getreu der Ayurveda-Medizin an den entsprechenden Dosha-Typ angepasst. Das Motto lautet: „Wer richtig isst, benötigt keine Medizin.“

Wer herausfinden will, welchem Typ er entspricht, der muss sich dafür mit den Unterscheidungen der einzelnen Typen auseinandersetzen.

Ayurveda-Typ I: Vata, das Bewegungsprinzip

„Vata“ vereint die beiden Elemente Luft und Raum. Dieses Dosha soll laut Lehre für unsere Lebensenergie und Bewegung sowie für die Nervenimpulse zuständig sein. Außerdem fallen körperliche Abläufe wie der Atem, die Sprache, der Kreislauf und die Verdauung in diesen Bereich. 

Ayurveda-Typ II: Kapha, das Strukturpinzip

„Kapha“ besteht aus den beiden essentiellen Elementen Erde und Wasser. Sie verantworten die Struktur des menschlichen Körpers, dessen Wachstum und dessen Gelenkigkeit. Außerdem ist Kapha für Festigkeit und alle Strukturen im Körper zuständig, ebenso für das rechte Maß an Körperflüssigkeiten.

Ayurveda-Typ III: Pitta, das Stoffwechselprinzip

Die Dosha „Pitta“ setzt sich aus den gegensätzlichen Elementen Feuer und Wasser zusammen und ist für die biochemischen Vorgänge in unserem Körper zuständig. Außerdem werden die Körpertemperatur und unser Hormonhaushalt sowie Hunger, Durst aber auch unsere Intelligenz mit Pitta in Verbindung gebracht.

Ayurvedische Ernährung in aller Kürze:
  • Ayurvedische Heilkunde unterteilt Menschen in verschiedene Typen
  • Die Typen orientieren sich an sogenannten „Doshas
  • „Doshas“ kombinieren die fünf Elemente Feuer, Luft, Erde, Wasser und Raum
  • Kennst du deinen Dosha-Typ, kannst du deine Ernährung daran anpassen
  • „Wer richtig isst, benötigt keine Medizin!“

Vata, Kapha und Pitta: Teste deinen Ayurveda-Typ

 

Wenn auch du dich ayurvedisch ernähren möchtest, kannst du in entsprechenden Tests herausfinden, welcher „Dosha“-Typ du bist. Anhand deiner Angaben erfährst du, welchem Typ oder welcher Mischform du entsprichst. 

Denn nicht immer erweist sich ein Dosha als besonders ausgeprägt. In der Regel reicht es allerdings, seine Stoffwechsel- und Verdauungsprozesse genau zu beobachten, um sich anschließend einem Dosha zuzuordnen. 

Und nun zu dir! Welcher Ayurveda-Typ bist du?

Vata 

Leidest du öfters unter Verdauungsstörungen, Verstopfungen und Untergewicht, gehörst du vermutlich zum Vata-Typ. Der Grund: Menschen des Vata-Typs sind häufig rastlos und vergessen darüber das Essen. Ihrer ohnehin schon angeschlagenen Verdauung tut das nicht gut. Auch Schlafstörungen sind beim Vata-Typ der Lehre nach besonders häufig anzutreffen. Ängstlichkeit und Nervosität können hinzukommen. Die ayurvedische Medizin empfiehlt dir, hauptsächlich gekochte und nahrhafte Kost zu dir zu nehmen und warme Getränke kalten vorzuziehen. Außerdem solltest du bei deinen Mahlzeiten auf einen ausreichenden Fettgehalt achten. Vata-Typen sollten generell die Geschmacksrichtungen salzig, sauer und süß bevorzugen. 

Förderlich für den Vata-Typ: Süße Früchte, Spargel, rote Beete, Karotten, Süßkartoffeln, Sellerie, Knoblauch, gekochter Hafer, brauner Reis, Eier, Fisch, weißes Fleisch, brauner Zucker und Milch.

Hinderlich für den Vata-Typ: Bohnen, rotes Fleisch, rohe Zwiebeln, Spinat, Tomaten und Sprossen in großen Mengen.

Pitta

Besitzt du eine stark ausgeprägte Verdauung und neigst infolgedessen häufig zu Heißhunger-Attacken, bist du vermutlich ein Pitta-Typ. Deine emotionale Verfassung kann sich laut Lehre schnell in Hungergefühlen niederschlagen, die nicht selten in Wutausbrüchen enden. Einschlafstörungen können als Folge fehlender Entspannungsphasen auftreten. Pitta-Typen neigen zu Entzündungen wie Gastritis, Magen- und Darmgeschwüren, Akne, Ekzemen und Hauterkrankungen. Für Pitta-Typen gilt es, Extreme zu vermeiden und regelmäßig in Form von Sport oder anderen körperlichen Aktivitäten Dampf abzulassen. Die Ayurveda-Ernährung empfiehlt dir eine besonders ruhige Nahrungsaufnahme in Maßen und den Verzicht auf Frittiertes und Gebratenes. Bitter, süß und herb sind die Geschmacksrichtungen, die den Problemen des Pitta-Typs entgegenwirken.

Förderlich für den Pitta-Typ: Süße Früchte, Gemüse wie Spargel, Kohl, Erbsen und Pilze, Gerste, Basmati- oder weißer Reis, Eier, Hülsenfrüchte, Honig, Koriander, Zimt, Kurkuma, Kardamom, Butter und Käse sowie Kokosöl.

Hinderlich für den Pitta-Typ: Fleisch und Fisch, Trockenobst, Linsen. 

Kapha

Vor allem zu Übergewicht neigende Menschen gehören der Ayurveda-Lehre nach häufig dem Kapha-Typ an, da sie zu langsamer Verdauung neigen und somit einen niedrigen Grundumsatz aufweisen. Auch Depressionen, Steinleiden und Diabetes mellitus können Folgen typischer Kapha-Störungen sein. Aufgrund der Neigungen zu übermäßigem Essen, mangelnder Bewegung und viel Schlaf ist Durchhaltevermögen gefragt, um die Gesundheit wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ernährungsregel Nummer 1 für den Kapha-Typ: Weniger Kalorien zu sich nehmen als täglich verbraucht werden. Darüber hinaus sollen warme Speisen und Getränke, wenig Fleisch und viel Gemüse sowie die Geschmacksrichtungen bitter, herb und scharf die Verdauung wieder auf Trab bringen. 

Förderlich für den Kapha-Typ: Obst wie Äpfel, Beeren oder Kirschen mindestens eine Stunde vor oder nach den Mahlzeiten, Rote Beete, Kohl, Karotten, Pilze, Zwiebeln, Gerste, Mais, Hirse, Rührei, Huhn, Pute, Kaninchen, Azuki, schwarze Bohnen, Honig, Sojamilch.

Hinderlich für den Kapha-Typ: Obst am Abend, Trockenobst, Spiegelei, weiße Bohnen, fetter Käse und Quark.

Welche Beschreibung trifft am ehesten auf dich zu? Bist du vielleicht eine Mischform aus verschiedenen Typen? Wenn du weißt, welcher Typ du bist, lassen sich mit den Lebensmitteln, die für deinen Typ förderlich sind, wunderbare Mahlzeiten zaubern. Egal ob Frühstück, Mittagessen oder Abendbrot – die ayurvedische Ernährung ist so vielseitig aufgestellt, dass der Diät-Effekt des Verzichts auf bestimmte Lebensmittel ausbleibt.

Ayurvedische Ernährung: Die drei Gunas

 

Ayurvedische Heilkundler unterscheiden nicht nur drei verschiedene Menschentypen. Auch Lebensmittel werden in Klassen eingeteilt, die sogenannten Gunas. Übersetzt bedeutet „Guna“ so viel wie Eigenschaft. In der ayurvedischen Ernährung sind damit die Eigenschaften der Natur gemeint, die sich in unterschiedlicher Form in jedem Lebensmittel wiederfinden. Die ayurvedische Ernährungskunde strebt eine möglichst ausgewogene („sattvish“) Ernährung an, um Körper und Seele im Einklang zu halten. 

Sattva-Guna: In die Kategorie der Sattva-Guna fallen sämtliche Lebensmittel, die der ayurvedischen Heilkunde zufolge süß, saftig oder ölig sind und die Lebensdauer verlängern, da sie das Lebensgefühl optimieren. Hierzu gehören Milchprodukte, Getreide, Obst und Gemüse.

Rajo-Guna: Unter Rajo-Gunas versteht man bittere, saure, salzige, scharfe, heiße oder trockene Speisen. Der ayurvedischen Ernährungslehre nach erhitzen sie Körper und Geist, was zu Aggressionen führen kann. Chili, Zwiebeln und Knoblauch zählen zu bekanntesten Rajo-Gunas.

Tamo-Guna: Lebensmittel, die dem Körper viel Energie entziehen, gehören in die Kategorie der Tamo-Gunas. Dazu zählen Fleisch, Fisch und Geflügel. Laut Lehre sollten sie nur in Maßen genossen werden.

Grundlagen der ayurvedischen Ernährung

 

Neben den unterschiedlichen Dosha-Regeln gibt es in der ayurvedischen Heilkunde auch einige grundlegende Besonderheiten im Vergleich zu einer herkömmlichen Ernährung. Das wichtigste Ziel: optimale Bekömmlichkeit und die Anregung des Darms. Denn: Ist der Darm gesund, fühlen wir uns wohl.

Neben Doshas und Gunas sollten auch einige grundlegende Prinzipien der ayurvedischen Ernährung beachtet werden:

Keine Rohkost: In der ayurvedischen Küche werden sämtliche Speisen schonend zubereitet. Gerne wird gedünstet, da die Lebensmittel hierbei besonders schonend mithilfe von Wasser, Brühe, Bratenfond oder im eigenen Saft gegart werden. Deshalb kommt in der ayurvedischen Küche so gut wie nie Rohkost vor. Vor allem in großen Mengen überfordert Rohkost der Lehre nach den empfindlichen Magen-Darm-Trakt und kann dann für Blähungen sorgen.  

Gewürze: Die Ayurveda-Heilkunde stammt aus Indien, einem Land, in dem das Essen an sich und insbesondere die Verwendung verschiedener Gewürze einen hohen Stellenwert genießen. Das macht man sich auch in der ayurvedischen Küche zunutze und legt großen Wert auf passende Gewürze. 

Der Grund: Der indischen Lehre nach wird jedem Gewürz eine auf das körperliche wie seelische Wohl wirkende Heilkraft zugesprochen. Die in ihnen enthaltenen bioaktiven Substanzen sollen das menschliche Immunsystem stärken und je nach Art sogar gegen Bakterien, Pilze und Viren wirken. Zu den zehn sogenannten Königsgewürzen der indischen Küche gehören Nelken, Kurkuma, Ingwer, Kardamom, Koriander, Kreuzkümmel, Muskat, Pfeffer, Safran und Zimt.

Geschmack: Durch die Verwendung eben jener Gewürze solltest du darauf achten, bei jeder Mahlzeit sämtliche Geschmacksrichtungen (süß, salzig, sauer, scharf, bitter und herb) abzudecken. 

Getränke: Die ayurvedische Lehre empfiehlt das Trinken von Flüssigkeiten nur dann, wenn man bereits ein Durstgefühl empfindet. Empfohlen werden vor allem abgekochtes, lauwarmes Wasser oder Kräutertee. Die Behauptung, in der ayurvedischen Ernährung sei Alkohol verboten, ist übrigens falsch: In Maßen genossen, spricht sich die Ayurveda-Heilkunde nicht gegen den Genuss alkoholischer Getränke aus und regt sogar an, Wein als Mittel gegen Müdigkeit zu nutzen. 

Die richtigen Lebensmittel: Fast Food ist in der ayurvedischen Küche tabu. Stattdessen sollten nur frische, saisonale Lebensmittel verwendet werden.

Die richtige Umgebung: In der ayurvedischen Ernährung bedeutet die Nahrungsaufnahme nicht nur ein körperliches Bedürfnis, sondern vor allem Genuss. Daher empfiehlt die Ayurveda-Heilkunde das Essen in Gemeinschaft, Ruhe und Harmonie. 

Die richtige Zeit: Anstatt täglich drei Mahlzeiten zu sich zu nehmen, geht es in der ayurvedischen Ernährung darum, auf seinen Körper zu hören und den richtigen Zeitpunkt für die nächste Mahlzeit abzuwarten. 

Grundsätzlich gilt: Man sollte nur essen, wenn man Hunger verspürt, ohne sich völlig satt zu essen  „zwei Hände voll“ werden häufig empfohlen. Außerdem sollte die letzte Mahlzeit bereits vollständig verdaut sein. Die Hauptmahlzeit sollte mittags eingenommen werden. Um diese Zeit arbeitet der Verdauungsapparat auf Hochtouren. 

 

Zusammenfassung

Ist Ayurveda die richtige Ernährung für mich? Bei der Ayurveda-Ernährung steht die Ausgeglichenheit von Körper und Geist und damit das ganzheitliche Wohlbefinden des Menschen im Fokus. In der schnelllebigen, erfolgsorientierten Welt von heute sorgt die indische Gesundheitslehre damit für Entschleunigung und Wohlbefinden, ist dabei aber nicht weniger gesundheitsorientiert als westliche Ernährungsmethoden und Diätkonzepte.

Im Gegensatz zu diesen setzt Ayurveda-Ernährung nämlich nicht auf Verzicht, sondern darauf, die eigenen Bedürfnisse genau zu untersuchen und diese zu befriedigen. Häufig muss man nur an kleinen Schräubchen drehen, um große Probleme zu lösen. In den Alltag lässt sich eine ayurvedische Ernährung besonders gut integrieren, da zeitliche Abläufe und Gewohnheiten nicht geändert werden müssen. 

Hör in erster Linie auf die Signale deines Körpers. Er wird es dir danken!

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