Frau isst einen bunten Salat aus einer Schüssel

Durchfall nach Salat: Was passiert mit meiner Verdauung?

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Eigentlich wolltest du dir mit dem frischen Salat etwas besonders Gesundes gönnen, doch jetzt hast du Durchfall und Blähungen. Erfahre hier, woran das liegen kann, welche Hausmittel bei akutem Durchfall helfen und was du tun kannst, um erneute Verdauungsprobleme nach Salat zu vermeiden.

In diesem Ratgeber erfährst du: 

  • Woran es liegen kann, dass du Salat nicht gut verträgst.
  • Was du gegen akuten Durchfall tun kannst und welche Hausmittel helfen.
  • Was du tun kannst, um Probleme nach Salat zu vermeiden.

Magen-Darm-Probleme: Warum vertrage ich Salat nicht?

Ein frischer bunter Salat gilt als vitaminreich und gesund. Denn Rohkost enthält nur wenig Kalorien, liefert dafür aber jede Menge Vitamine, Spurenelemente und Ballaststoffe. Doch leider reagiert dein Körper auf den Genuss von Salat mit Durchfall und Blähungen? Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben.

Durchfall nach Salat durch Bakterien, Viren und Parasiten

Magen-Darm-Probleme nach Salat können zum einen durch Bakterien, Viren oder sehr selten auch durch Parasiten verursacht werden, die sich in geringer Anzahl auf jedem Salat befinden. Sie gelangen über die Erde, die (Jauche-)Düngung, auf dem Transportweg, durch Anfassen, aber auch bei der Zubereitung auf die Blätter der Salatköpfe und des Salatgemüses.

Damit sich die Erreger auf den Pflanzen nicht so schnell vermehren können, ist es wichtig, dass du daran denkst, Salat sowie zusätzlich benötigtes Rohkostgemüse, wie z.B. Gurken, Tomaten, Paprika, etc., direkt nach dem Einkauf möglichst schnell in den Kühlschrank zu packen, wo sie bis zum Verzehr kühl gelagert werden.
 
Möchtest du den Salat dann zubereiten, achte bitte darauf, den Salat und alle weiteren Rohkostzutaten erstmal gründlich und ausgiebig mit Wasser zu waschen. Denn Rohkost wird – wie der Name schon sagt – vor dem Verzehr nicht gekocht, gebraten oder gebacken, also durcherhitzt.

Bakterien, Viren und möglicherweise auch Parasiten, die beim Kochen normalerweise zugrunde gehen, bleiben ohne Waschen auf dem Salat erhalten. Gelangen sie in zu großer Anzahl in den Körper können sie für Übelkeit, Durchfall oder auch Blähungen sorgen.  

Durchfall nach Salat durch zu viel Ballaststoffe

Eine weitere mögliche Ursache für Magenprobleme nach Salat kann die Aufnahme von zu viel Ballaststoffen sein. Salat und Rohkost-Gemüse enthalten bekanntlich jede Menge davon. Ballaststoffe, sind Kohlenhydrate, die im menschlichen Darm nicht oder nur in geringem Maße verarbeitet werden können.

Werden sie verzehrt, passieren sie den Magen und dahinterliegenden Dünndarm weitgehend unverdaut und verweilen anschließend im Dickdarm, wo sie von Bakterien weiterbearbeitet werden, bis sie schließlich ausgeschieden werden.  

Ballaststoffe gelten als gesund, weil sie das Volumen des Speisebreis ohne zusätzliche Kalorien erhöhen. Die Nahrung bleibt dadurch länger im Magen-Darm-Trakt liegen. Das erhöht den Sättigungseffekt. Damit sorgen Ballaststoffe indirekt auch dafür schlank zu bleiben.

Auf ihrem Weg durch den Darm, quellen unlösliche Ballaststoffe, wie etwa Kleie  zusammen mit ausreichend Flüssigkeit – außerdem stark auf und vergrößern dabei das Volumen des Verdauungsbreis. Das wiederum kurbelt die Darmtätigkeit an, sorgt für eine schnellere Verdauung und einen weicheren Stuhl. Ballaststoffe in der Nahrung beugen damit also auch einer möglichen Verstopfung vor. 

Durchfall nach Salat, Blattsalat auf einem BrettEigentlich ist Salat aufgrund seines hohen Anteils an Ballaststoffen gut für die Verdauung, doch unter bestimmten Umständen kann er zu Durchfall führen.

Ein gewisser Anteil an Ballaststoffen in der Nahrung ist also sehr sinnvoll und durchaus gesundheitsfördernd. Zu viele Ballaststoffe können den Darm aber auch überfordern. Etwa jeder Fünfte hierzulande verträgt größere Mengen an Ballaststoffen nicht. Denn wenn sich Bakterien im Dünndarm über die unverdaulichen Fasern hermachen, kann es zu regelrechten Gärprozessen und der Bildung von Gasen im Darm kommen.

Schmerzen, Blähungen, Übelkeit und Durchfall sind dann oft die Folge. Insbesondere, wenn du zusätzlich an einem Reizdarmsyndrom leidest, solltest du beim Verzehr von Ballaststoffen zurückhaltend sein. Sie können deine Beschwerden noch weiter befeuern und verschlimmern.

Durchfall nach Salat durch Allergien oder Unverträglichkeiten

Zu guter Letzt sind auch Allergien und Unverträglichkeiten ein möglicher Grund für deine Verdauungsprobleme nach dem Genuss von Rohkost und Salat. Dabei können Bestandteile des Salates, wie bestimmtes Gemüse- oder auch Obstsorten Auslöser der Magen-Darm-Probleme sein.

Häufig sind es aber auch Inhaltsstoffe des Dressings, wie z.B. Milchprodukte oder Nüsse und Kerne, die nicht vertragen werden. Daneben kann es natürlich auch sein, dass du auf bestimmte Fisch-, Fleisch-, Käse oder auch Brotsorten, etc., die du zusammen mit dem Salat verzehrst, empfindlich reagierst.

Was tun bei Durchfall nach Salat?

Bei akuten Magen-Darm-Probleme nach Salat musst du nicht immer gleich Medikamente einnehmen. Oft können bereits einfache Hausmittel helfen die unangenehmen Beschwerden effektiv zu lindern. Zudem hilft sich der Körper bei Durchfall ja selbst, indem er die unguten Lebensmittel schnell herausbefördert. Wenn das geschehen ist, beruhigt sich die Verdauung in der Regel von allein.

Welche Hausmittel helfen gegen akuten Durchfall?

  • Wärme: Bei Durchfall, Bauchschmerzen und Blähungen tut Wärme besonders gut. Sie wirkt krampflösend und entspannend. Du kannst dir dazu z.B. ein gewärmtes Kirschkernkissen oder auch eine mit warmem Wasser gefüllte Wärmflasche auf dem Bauch legen. Meist lassen die Beschwerden dann innerhalb kurzer Zeit schon etwas nach. 

  • Viel trinken: Wenn der Darm sich spontan entleert, gehen schlagartig auch große Mengen an Flüssigkeit verloren. Deshalb ist es bei Durchfall wichtig diesen Flüssigkeitsverlust schnell auszugleichen und viel zu trinken. Geeignet für den Flüssigkeitsausgleich sind Getränke ohne Zucker und Kohlensäure, denn beide reizen den angegriffenen Magen-Darm-Trakt noch zusätzlich. Die oft empfohlene Kombi aus Cola und Salzstangen bei Durchfall ist eher ungünstig, da sie zu viel Zucker, Salz sowie Kohlensäure enthalten. Wähle gegen den Durst lieber stilles Wasser oder milde Teesorten.

    Bewährt haben sich hier z.B. Kamillen-, Fenchel oder auch Pfefferminztee. Wenn du magst, kannst du dir auch eine leicht gesalzene Brühe, am besten aus Gemüse, das viel Kalium enthält, zubereiten. Damit füllst du gleichzeitig auch verlorengegangene Salze wieder auf. Keinesfalls solltest du vermehrt Salz essen oder Lebensmittel stark salzen. Bei Durchfall verliert der Körper besonders viel des Minerals Kalium. Im Kochsalz ist jedoch nur Natrium enthalten.
Durchfall nach Salat, Kleines Kind trinkt WasserBei Durchfall sollte man immer viel Wasser zu sich nehmen, um die verlorene Flüssigkeit auszugleichen.
  • Schonkost: Bei Durchfall und Blähungen vergeht den meisten schlagartig der Appetit. Wenn du in der akuten Phase erstmal nichts essen möchtest, ist das völlig normal. Vorrübergehendes Fasten verkraftet der Körper gut und hilft dabei, dass Magen und Darm sich schneller wieder erholen zu können. Wenn du aber Hunger bekommst, darfst du durchaus auch etwas essen.

    Achte dabei aber auf Lebensmittel, die besonders gut bekömmlich sind und Flüssigkeit im Darm binden. Dazu gehören: Zwieback sowie Reisschleim und Haferschleim. Empfehlenswert sind aber auch gekochte Kartoffeln und Joghurt sowie Bananen.

  • Pektine: Ein bewährtes Mittel gegen Durchfall sind auch Pektine. Dabei handelt es sich um eine Art Quellmittel, das vor allem in Äpfeln, aber auch in Karotten und Bananen enthalten ist. Sie binden die Flüssigkeit im Verdauungsbrei. Um die im Apfel enthaltenen Pektine für den Körper besonders gut nutzbar zu machen, solltest du den Apfel vor dem Verzehr klein reiben. Alternativ kannst du auch eine zerkleinerte Banane essen.

    Sie versorgt dich außerdem noch mit wichtigen Mineralien, wie Kalium und Magnesium, die bei Durchfall ebenfalls oft in großen Mengen verloren gehen. Solltest du eher Lust auf etwas Salziges haben, kannst du dir alternativ auch eine milde Möhrensuppe zubereiten. Dazu frische Möhren waschen, schälen und zerkleinern und in einer leicht gesalzenen Brühe kochen, bis sie gar sind. 

Wie muss ich Salat zubereiten, um Durchfall zu vermeiden? 

Frischen Salat und Rohkost-Gemüse solltest du nach dem Einkauf immer möglichst schnell im Kühlschrank lagern. Die kühlen Temperaturen sorgen dafür, dass sich darauf befindliche Bakterien nicht so schnell vermehren können. Möchtest du dir einen frischen Salat zubereiten, achte stets auf saubere Hände und eine saubere Arbeitsfläche. Bevor du mit dem Zerkleinern beginnst, solltest du die Salatblätter und weiteres Obst oder Rohkostgemüse, wie Gurken, Tomaten, Karotten, Paprika, etc. immer erst ausgiebig und gründlich mit lauwarmem Wasser waschen.

So spülst du mögliche Verschmutzungen, aber auch schädliche Erreger weitestgehend ab. Wenn du gebratenes Fleisch oder gegrillten Fisch als Topping für deinen Salat verwenden möchtest, achte bitte immer darauf die rohen Zutaten, penibel getrennt vom Salat, auf extra Tellern bzw. Schneidebretten zuzubereiten. Möglicherweise krankmachende Bakterien und Keime, die sich auf dem rohen Fisch, Fleisch oder auch im Tauwasser befinden, können dann nicht in den Salat gelangen.   

Was kann ich tun, um Durchfall effektiv vorzubeugen? 

Um Magen-Darm-Probleme nach Salat vorzubeugen, solltest du immer auf die richtige Lagerung und eine sichere Zubereitung des Salats achten. Hilfreich ist außerdem auch, den Körper langsam an die zusätzlichen Ballaststoffe zu gewöhnen. Starte deshalb möglichst erstmal mit einer kleinen Menge an Salat, z.B. einem kleinen Schälchen Beilagensalat. Wenn du diese Menge gut verträgst, kannst du die Portionsgrößen allmählich weiter steigern.

Durchfall nach Salat, Eine Schüssel voll mit buntem SalatWenn du den Verdacht hast, Salat nicht gut zu vertragen, solltest du dich erstmal mit kleinen Portion herantasten und nicht gleich eine ganze Schüssel essen.

Wähle dazu am besten auch erstmal nur eine Salatsorte und ein einfaches Essig-Öl-Dressing. Wenn du weitere Zutaten erst nach und nach dazugibst, merkst du schnell, ob und auf welche Salatzutaten du möglicherweise empfindlich reagierst. Auch bei den Toppings und Brotbeilagen kannst du so verfahren. So kannst du mögliche Allergien oder Unverträglichkeiten schnell und sicher ausfindig zu machen und gezielt vermeiden. 

Durchfall nach Salat – was tun?

Durchfall nach Salat kann mehrere Ursachen haben. In den meisten Fällen sind Fehler bei Lagerung und Zubereitung, ungewohnt viele Ballaststoffe oder auch Allergien und Unverträglichkeiten Schuld.

Akute Magen-Darm-Probleme nach Salat kannst du gut mit Hausmitteln in den Griff bekommen. Als besonders hilfreich haben sich dabei Wärme, viel Flüssigkeit, Schonkost, pektinhaltige Lebensmitte erwiesen.

Um Durchfall nach Salat zu vermeiden solltest du bei der Lagerung und Zubereitung von Salat penibel auf die Hygieneregeln achten. Damit sich dein Körper besser an die Ballaststoffe gewöhnen kann, macht es außerdem Sinn erstmal mit einer kleinen Portion Salat starten. Mögliche Allergien und Unverträglichkeiten kannst du darüber hinaus besser ausfindig machen, wenn du den Salat anfangs nicht zu bunt machst, sondern erst nach und nach neue Zutaten, Dressings und Toppings ausprobierst.


Medizinisch geprüft durch
Dr. rer. nat. Dinah Murad
Dr. Dinah Murad fungiert als unabhängige medizinische Beraterin an der Schnittstelle von Wissenschaft und Marketing. Darmgesundheit ist für sie ein unterschätztes, aber überaus wichtiges Thema. Sie verantwortet die medizinische Prüfung aller Inhalte für unsere Leser.
Geschrieben von
Digestio Community Team 
Unser Digestio Community Team ist ein Netzwerk aus medizinischen RedakteurInnen, die unsere Inhalte durch wissenschaftlich fundierte Recherche sowie eigenen Erfahrungsberichten unterstützen.

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