Bauchschmerzen und Reizdarm durch Stress, Frau im Büro

Wenn Stress zu Bauchschmerzen führt: Verdauungsbeschwerden oder Reizdarmsyndrom?

Redewendungen wie „Das ist mir auf den Magen geschlagen“ oder „Diese Nachricht muss ich erst einmal verdauen“ sind sprachlicher Ausdruck eines körperlichen Phänomens: Stress, Hektik und auch mentale Belastungen führen bei vielen Menschen zu Verdauungsproblemen, die mit Begleiterscheinungen wie Bauchschmerzen und -krämpfen einhergehen können.

Vor besonderen Ereignissen kann das durchaus schon einmal vorkommen. Doch was ist, wenn Krämpfe und Co. sich immer wieder bemerkbar machen?

In diesem Artikel erfährst du:

  • Woran du ein Reizdarmsyndrom erkennst
  • Wie du deine Bauchschmerzen und -krämpfe lindern kannst
  • Wie du Stress und damit Darmbeschwerden vermeidest

Grund dafür kann z. B. ein Reizdarmsyndrom (RDS) sein. Frauen leiden häufiger darunter als Männer. Wie stark die Beschwerden ausfallen, hängt auch vom Stress ab: Eine länger andauernde Stressbelastung kann unter Umständen zu einer Verschlechterung des Zustands führen.

Ob Stress das RDS sogar mitverursacht, wird unter Experten kontrovers diskutiert. Doch Reizdarm-Patienten registrieren körperliche Störungen oft hochsensibel. Oft wissen Betroffene lange nicht, woher ihre Verdauungsbeschwerden kommen und um welche Diagnose es sich überhaupt handelt. Das führt mitunter zu Scham oder Ängsten – und somit zu zusätzlichem Stress. Für Betroffene kann daher schon die Diagnose eine erste Entlastung sein.

Den Bauchschmerzen auf der Spur

Schmerzt und krampft es nur ab und zu und leicht im Bauch, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge. Häufen sich die Vorfälle, sollte jedoch einmal genauer überprüft werden. Dahinter können z. B. Infekte, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Entzündungen stecken – oder eben ein RDS.

Etwa 15 Prozent der Deutschen leiden unter dieser Krankheit, bei der u. a. Fehlfunktionen des Nervensystems im Verdauungstrakt („Bauchhirn“) und im zentralen Nervensystem („Kopfhirn“) eine Rolle spielen sollen. Die Diagnose RDS wird gestellt, wenn Patienten mindestens drei Monate lang regelmäßige
Verdauungsbeschwerden
haben, für die trotz eingehender Untersuchungen keine organische Ursache gefunden wird.

Die Symptome belasten den Betroffenen oft so sehr, dass dieser Hilfe sucht. Kein Wunder, denn RDS-Patienten klagen z. B. über Bauchschmerzen und -krämpfe, Blähungen sowie Durchfall und/oder Verstopfung.

Gereizter Darm, gereizte Stimmung

Eine aktuelle Studie belegt, dass die Betroffenen ihre Lebensqualität sogar deutlich niedriger einschätzen als Patienten mit chronisch-entzündlichen
Darmerkrankungen. Der gereizte Darm schlägt somit auch auf die Stimmung. Die Patienten sind ansonsten meist fit. Sie brauchen aber eine genau auf ihre
individuellen Beschwerden abgestimmte Therapie
, um sich wieder wohler zu fühlen.

Bauchschmerzen und -krämpfe lindern – Das raten Experten

Beim RDS werden die Hauptsymptome medikamentös gelindert. Gegen die besonders störenden Bauchschmerzen und mitunter -krämpfe sollten Krampflöser eingesetzt werden. Ein Wirkstoff erster Empfehlung ist mitunter Butylscopolaminder gezielt und gut verträglich hilft. Dieser hat sich ebenfalls gegen leichte Bauchkrämpfe aufgrund von Infekten, falscher Ernährung oder Stress, bewährt. Die Wirkung setzt bereits nach 15 Minuten ein.

Experten empfehlen auch sinnvolle Allgemeinmaßnahmen – etwa das Führen eines Tagebuchs, um schlecht bekömmliche Nahrungsmittel herauszufiltern. Ein Anti-Stress-Training kann sich lohnen – und bei Bedarf können auch psychotherapeutische Verfahren eingesetzt werden. Eine individuelle Behandlung lässt die Beschwerden meist deutlich abklingen – die Lebensfreude kehrt zurück.

Quellen:

  • Blagden S et al. A comparative study of quality of life in persons with irritable bowel syndrome and inflammatory bowel disease. Gastroenterol Nurs 2015; 38: 268–278
  • Eberlin M et al. Butylscopolamin – Wie schnell beginnt die Wirkung? PZ Online Originalia 2016; 17
  • Layer P et al. S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM). Z Gastroenterol 2011; 49: 237–293
  • Wiley JW et al. Stress and glucocorticoid receptor transcriptional programming in time and space: Implications for the brain-gut axis. Neurogastroenterol Motil 2016; 28: 12–25

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