Ernährung gegen Verstopfung, Freunde kochen vegan

Haben Veganer seltener Verstopfung?

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Du leidest häufig an Verstopfung und fragst dich deshalb, ob eine vegane oder vegetarische Ernährung Abhilfe schaffen könnte? Erfahre hier, ob Veganer und Vegetarier seltener unter Verstopfung leiden.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Ob Veganer und Vegetarier seltener an Verstopfungen leiden
  • Was man unter einer idiopathischen Verstopfung versteht
  • Welche Medikamente bei akuter und chronischer Verstopfung Abhilfe schaffen 

Wie häufig kommt Verstopfung vor? 

Verstopfung – das ist mehr als nur unregelmäßiger Stuhlgang, denn sie geht z. B. mit Appetitlosigkeit, einem aufgeblähten Bauch oder Schmerzen beim Stuhlgang einher. Das bedeutet, dass die Lebensqualität unter Verstopfung leidet.

Und das ist gar nicht selten: Wie eine aktuelle repräsentative Umfrage unter mehr als tausend Frauen ergab, leidet jede dritte Frau ab und zu unter Verstopfung, insbesondere die unter 30-Jährigen scheinen demnach betroffen zu sein. Wer jetzt aber meint, aufgrund seines Alters aufatmen zu können, ist leider auf dem Holzweg, denn: Zunehmendes Alter ist ebenfalls ein begünstigender Faktor für Verstopfung. 

Haben Vegetarier und veganer seltener Verstopfung?

Wer an Verstopfung denkt, denkt vielleicht auch schnell an die Ernährung – munkelt man doch, dass eine Vielzahl an Ballaststoffen auf dem täglichen Speiseplan den Darm in Schwung bringen kann. Folgt man dieser verbreiteten Annahme, müssten insbesondere Vegetarier und Veganer, die sich tendenziell sehr ballaststoffreich ernähren, von Verstopfung verschont bleiben. Ist das so?

Um diese Frage zu ergründen, wurden die Frauen mit der Neigung zu Verstopfung in der Umfrage weiterhin nach ihrer Ernährungsform befragt. Das Ergebnis: Weit gefehlt. Auch wenn der überwiegende Teil der Befragten keiner speziellen Ernährungsweise wie vegetarisch, vegan oder kohlenhydratarm folgt, kommt ein träger Darm in allen der abgefragten Ernährungsformen vor.

Der Grund: Meist ist die Darmträgheit auf eine sogenannte idiopathische Verstopfung zurückzuführen, was bedeutet, dass ihr keine Ursache zugeordnet werden kann. Weniger häufig kann eine konkrete Ursache zugeordnet werden. Dann können Faktoren wie bestimmte Grunderkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten die Verdauung ins Stocken bringen. 

Was hat es mit den Ballaststoffen dann auf sich? Was richtig ist: Eine ballaststoffreiche Ernährung erhöht sowohl das Stuhlvolumen als auch die Häufigkeit des Stuhlgangs bei gesunden Menschen. 

Doch Patienten mit chronischer Verstopfung hilft dies allein oft nicht weiter. Vergleiche zwischen Betroffenen und Nicht-Betroffenen von Verstopfung zeigen, dass keiner der Faktoren wie geringe Ballaststoffzufuhr, geringe Trinkmenge oder wenig Bewegung zwangsläufig zur Verstopfung führt. Sie sind zwar generell wichtig für eine gesunde Lebensweise, aber als einzige Therapie bei Patienten mit Verstopfung nicht immer ausreichend.

Mehr zum Thema: Essen bei Verstopfung: Diese Lebensmittel helfen deinem Darm

Ob Veganer oder nicht: Diese Mittel helfen bei Verstopfung

Im Fall der Fälle ist somit effektive Hilfe gefragt, die zuverlässig vom Symptom befreien kann. Beispiele für Wirkstoffe, die zur Behandlung von Verstopfung eingesetzt werden, sind: 

  • Bisacodyl
  • Natriumpicosulfat
  • Macrogol
  • Anthrachinone
  • Lactulose, Sorbit, Lactose
  • Glaubersalz, Bittersalz
  • Gleitmittel
  • Ballaststoffe

Die Wirkstoffe unterscheiden sich u.a. hinsichtlich Wirkweise, Wirkeintritt, Einsatzgebiet, Arzneiform, Expertenempfehlung und nachgewiesener Wirksamkeit und Verträglichkeit. Beim Arzt und in der Apotheke besteht die Möglichkeit, sich ausführlich zu den unterschiedlichen Arzneimitteln beraten zu lassen. Gemeinsam lässt sich sicher das für Sie geeignete Präparat finden.

Quellen:

  • Enck P et. al. Prevalence of constipation in the German population – a representative survey (GECCO). United European Gastroenterol J 2016; 4: 429–437
  • forsa-Umfrage im Auftrag der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH unter 1.004 Frauen ab 18 Jahren, Januar 2017
  • Andresen V et al. S2k-Leitlinie Chronische Obstipation: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie; Gemeinsame Leitlinie der DGNM und DGVS 2013; AMWF-Registriernummer: 021/019
  • Mueller-Lissner S et al. Bisacodyl and sodium picosulfate improve bowel function and quality of life in patients with chronic constipation – analysis of pooled data from two randomized controlled trials. Open Journal of Gastroenterology 2017; 7: 32–43

Medizinisch geprüft durch
Dr. rer. nat. Dinah Murad
Dr. Dinah Murad fungiert als unabhängige medizinische Beraterin an der Schnittstelle von Wissenschaft und Marketing. Darmgesundheit ist für sie ein unterschätztes, aber überaus wichtiges Thema. Sie verantwortet die medizinische Prüfung aller Inhalte für unsere Leser.
Geschrieben von
Digestio Community Team 
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