Tipps für Verdauung: Schlafrythmus, Familie schläft

Warum ein guter Schlafrhythmus für unser Verdauungssystem wichtig ist

Dass Schlaf wichtig für das Wohlbefinden ist, ist kein Geheimnis. Tatsächlich sorgt eine gesunde Nachtruhe aber auch für eine bessere Verdauung. Wir verraten dir, wie du Schlaf und Verdauung in den richtigen Einklang bringst.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Wie deine Verdauung mit deinem Schlafrhythmus zusammenhängt.
  • Wie du deine innere Uhr und somit deine Verdauung in den richtigen Takt bringst.

Ob Herzschlag, Atmung oder Verdauung: Die allermeisten Vorgänge des menschlichen Körpers folgen einem natürlichen Rhythmus, der von einem inneren Uhrwerk gesteuert wird, das im Wesentlichen durch den Wechsel von Tag und Nacht – und damit Helligkeit und Dunkelheit – koordiniert wird. Solange dieser innere Rhythmus im Fluss ist, machen wir uns darüber keine Gedanken – und das ist auch gut so.

Das ändert sich jedoch schlagartig, wenn beispielsweise die Verdauung aus dem Takt gerät und träge wird. Schlafprobleme können die Beschwerden einer Verstopfung sogar noch verstärken – worunter die Lebensqualität gleich zweifach leidet.

Gestörte Verdauung, gestörter Schlaf, gestörte Alltagsfreuden


Nach dem Takt der inneren Uhr produziert der menschliche Körper unentwegt verschiedene Hormone und Enzyme. Auch die jeweiligen Organe sind zu unterschiedlichen Zeiten mehr oder weniger aktiv – auch nachts. Während das Hormon Leptin Sättigung vermittelt, steigert Ghrelin als Gegenspieler das Verlangen nach Nahrung.

Ist der Schlaf gestört, schlafen wir zu wenig oder wie unter Schichtarbeit sehr unregelmäßig, wird die Konzentration des Appetitanregers Ghrelin erheblich gesteigert, während die Leptin-Ausschüttung herabgesetzt wird. Gleichzeitig wird die Produktion des Schlafhormons Melatonin gestört – und schon greifen die Rädchen der inneren Uhr nicht mehr passend ineinander, was Folgen für die Verdauung haben kann.

Störungen von Magen und Darm sind bei Schichtarbeitern weit verbreitet. Und auch Betroffene von Verstopfung können ein Lied davon singen: Leiden sie unter Problemen mit der Nachtruhe, sind sie oft von einer ausgeprägteren Verstopfung betroffen – was nachweislich auch auf die Stimmung schlägt. Was tun?

Die Verdauung wieder in den Takt bringen – verlässliche Hilfe für den trägen Darm


Ist die Verdauung aus dem Takt und dabei ins Stocken gekommen, bedeutet das für Betroffene weit mehr als nur ein Problem unregelmäßigen Stuhlgangs, denn unter Verstopfung – und dem damit verbundenen harten, schmerzhaften Stuhlgang und dem Gefühl des „Aufgeblähtseins“ – leidet die Lebensqualität. Eine unbehandelte Verstopfung kann mit einer Verschiebung des Darmmikrobioms sowie einem Herzerkrankungs-Risiko in Verbindung gebracht werden.

Deshalb ist rechtzeitige, effektive Hilfe gefragt. Für die medikamentöse Behandlung akuter und chronischer Verstopfung empfehlen Experten die Wirkstoffe Bisacodyl, Natriumpicosulfat und Macrogol. Bisacodyl und Natriumpicosulfat verbessern nachweislich die Lebensqualität, sodass man wieder unbeschwert am Leben teilnehmen kann.

Sie wirken so planbar über Nacht und befreien am nächsten Morgen – zu einer Zeit, in der der Stuhlgang am leichtesten fällt. Mit dem Aufwachen wird auch die Darmtätigkeit angeregt und weist so am Morgen einen natürlichen Peak auf.

Ein weiterer Stimulus kann durch das Frühstück gesetzt werden: Durch die morgendliche Reizung von Speiseröhre und Magen durch Nahrung oder Getränke reagiert der Dickdarm mit Kontraktionen – und schließlich Stuhlgang. Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang vom gastrokolischen Reflex. Das Ziel: Ein unbeschwerter Start in den Tag, ohne sich Gedanken über die Verdauung machen zu müssen.

Zurück zum natürlichen Rhythmus – aber wie?


Was kann man sonst tun, um den natürlichen Rhythmus der inneren Uhren wieder in den Takt zu bringen? Experten empfehlen viel Licht am Tag und vollständige Dunkelheit in der Nacht für einen qualitativ guten Schlaf und demzufolge eine positive Verdauung. Wer darüber hinaus die aktiven Zeiten der Verdauungsorgane und den natürlichen Rhythmus der am Stoffwechsel beteiligten Hormone für sich nutzt – z. B. durch regelmäßige Mahlzeiten – ist auf einem guten Weg.

Das abendliche Essen sollte dabei nicht allzu schwer ausfallen, um den Verdauungsorganen ihre nächtliche Regeneration zu gönnen. Und auch für den Schlaf kann man etwas tun: mit möglichst absoluter Dunkelheit im Schlafzimmer – das unterstützt die Produktion des Schlafhormons Melatonin. Schicht- oder Nachtarbeiter haben es schwerer. Sie haben deutlich weniger Einfluss auf äußere Gegebenheiten und damit darauf, den Takt ihrer inneren Uhr in Einklang zu halten.

Die Berücksichtigung innerer Faktoren, z. B. bei der Planung von Arbeitszeiten, kann sich jedoch positiv in vielen Bereichen auswirken. Günstig sind demnach etwa Arbeitspläne, bei denen der Schichtwechsel im Uhrzeigersinn, also von der Tag- über die Abend- zur Nachtschicht, verläuft.

Quellen:

  • Andresen V et al. S2k-Leitlinie Chronische Obstipation: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie; Gemeinsame Leitlinie der DGNM und DGVS. 2013; AWMF-Registriernummer: 021/019
  • Angerer P, Petru R. Schichtarbeit in der modernen Industriegesellschaft und gesundheitliche Folgen. Somnologie 2010; 14: 88–97
  • Eberlin M et al. Kardiovaskuläre Risiken bei chronischer Obstipation: ein Blick in aktuelle Daten. PZ Prisma 2017; 24: 180–182
  • Eberlin M et al. Neues vom enteralen Mikrobiom. PZ Originalia 2017; 7
  • Enck P et al. Prevalence of constipation in the German population – a representative survey (GECCO). United European Gastroenterol J 2016; 4: 429–437
  • Jiang Y et al. Influence of sleep disorders on somatic symptoms, mental health and quality of life in patients with chronic constipation. Medicine 2017; 96: e6093
  • Mueller-Lissner S et al. Bisacodyl and sodium picosulfate improve bowel function and quality of life in patients with chronic constipation – analysis of pooled data from two randomized controlled trials. Open Journal of Gastroenterology 2017; 7: 32–43
  • Patientenratgeber der deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). Schlafprobleme bei Schichtarbeit. 2011

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