Tee gegen Bauchschmerzen: Die besten Sorten für jede Schmerzart

Tee gehört zu den wichtigsten Hausmitteln bei Magen-Darm-Beschwerden und insbesondere bei Bauchschmerzen. Im Folgenden verraten wir dir, welche Teesorten bei Magenbeschwerden helfen können und welcher Tee gegen welche Beschwerden hilft, sodass Bauchschmerzen schon bald der Vergangenheit angehören.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Warum Tee ein ideales Hausmittel bei Magen-Darm-Beschwerden ist
  • Welche Teesorte gegen welche Beschwerden hilft
  • Was die verschiedenen Teesorten genau im Körper bewirken

Tee gegen Magen-Darm-Beschwerden: Welche Sorte bewirkt was?

Unter dem Begriff Tee versteht man sämtliche Aufgussgetränke, die unter Zugabe von heißem Wasser auf Pflanzenbestandteile wie Blätter oder Blattknospen entstehen. Schätzungsweise gibt es auf der Welt über 3000 verschiedene Teesorten. Doch unter sogenanntem echten Tee werden weltweit nur sechs verschiedene geführt:

  • Schwarzer Tee
  • Grüner Tee
  • Gelber Tee
  • Weißer Tee
  • Oolong Tee
  • Pu-Erh-Tee

Bei diesen Sorten wird der Tee aus den Blättern der Teepflanze gewonnen, die beim Herstellungsprozess unterschiedlich fermentieren. Gleichwohl haben sich aus diesen sechs echten Tees unzählige weitere Sorten entwickelt, sodass heutzutage für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Viele Teesorten werden aufgrund ihrer natürlichen Inhaltsstoffe auch als Hausmittel bei Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Vor allem bei Bauchschmerzen empfiehlt sich das Trinken verschiedener Kräutertees. Doch natürlich eignet sich für diesen Zweck nicht jeder Tee. Wir verraten dir, welche Teesorte bei welchen Beschwerden hilft und, warum.

Achtung: Bei akuten Bauchschmerzen können Tees zwar schnell Linderung bringen. Bei länger andauernden, über Tage nicht abklingenden Beschwerden oder solchen, die mit Begleitsymptomen wie Fieber, Übelkeit oder Erbrechen einhergehen, solltest du unbedingt einen Arzt aufsuchen!

Kamillentee – Der Alleskönner

Bei welchen Beschwerden kann er helfen?
Kamillentee ist das Hausmittel bei Bauchschmerzen und Blähungen. Um diese Wirkung zu erreichen, lässt sich Kamillentee gleichermaßen trinken oder aber für warme Bauchwickel verwenden.

Wie wirkt er?
Wie der Name schon sagt, wird Kamillentee aus den Blüten, dem Kraut und dem Samen der Kamillenpflanze gewonnen. Die Pflanzenart aus der Gruppe der Korbblütler wurde im Jahr 2002 zur “Heilpflanze des Jahres” gekürt und war bereits 1987 die erste “Arzneipflanze des Jahres”. Der Grund: Die Blütenköpfe der Kamille wirken aufgrund ihres hohen Gehalts ätherischer Öle antibakteriell und dadurch entzündungshemmend sowie krampflösend.

Fencheltee – Der Verdauungshelfer

Bei welchen Beschwerden hilft er?
Die Fenchelpflanze soll nicht nur wohltuend bei Blasen- und Nierenbeschwerden helfen. Im Altertum galt sie als Mittel gegen Vergiftung. Heutzutage wird Fencheltee häufig bei Bauchschmerzen, Koliken und Magenkrämpfen infolge von Verdauungsbeschwerden verwendet. Auch als Husten- und Beruhigungsmittel findet Fenchel Anwendung in der Naturheilkunde.

Wie wirkt er?
Die Inhaltsstoffe in der 2009 mit dem Titel “Heilpflanze des Jahres” ausgezeichneten Fenchelpflanze befinden sich vorwiegend in den Samen. Diese enthalten ätherische Öle mit den Substanzen trans-Anethol, Fenchon und Estragol. Dieses Öl wirkt verdauensfördernd und krampflösend.

Pfefferminztee – Gegen Übelkeit

Bei welchen Beschwerden hilft er?
Pfefferminztee wird vornehmlich bei Bauch- sowie Magenbeschwerden eingesetzt und wirkt wohltuend bei Übelkeit. Darüber hinaus wirkt die Pfefferminze verdauungsunterstützend, da sie die Gallensaftproduktion anregt. Auch wird Pfefferminztee häufig Reizdarm-Patienten empfohlen, da die Inhaltsstoffe bei Durchfall helfen und den Darm beruhigen können.

Wie wirkt er?
2004 mit dem Titel “Heilpflanze des Jahres” ausgezeichnet, haben die Inhaltststoffe der Pfefferminze verschiedene Wirkungen auf den menschlichen Körper. Dazu gehören ätherische Öle, Gerbstoffe und Flavanoide, die für eine optimale Wirkung möglichst hoch dosiert werden müssen. Dann wirkt Pfefferminztee wohltuend auf Gallenfluss und Gallensaftproduktion, krampflösend, antimikrobiell und antiviral. Darüber hinaus werden die ätherischen Öle der Pfefferminze häufig als kühlend empfunden und sollen dadurch beruhigend auf den Patienten wirken.

Melissentee – Entspannung pur

Bei welchen Beschwerden hilft er?
Aufgrund seiner wohltuenden Wirkung auf die Magenschleimhaut sowie der Unterstützung der Magenfunkton wirkt Melissentee ähnlich des Kamillentees besonders wohltuend bei Bauchschmerzen. Auch bei nervlicher Belastung wird oft Melissentee empfohlen, wodurch sich die Pflanze aus der Familie der Lippenblütler insbesondere bei psychosomatischen und stressbedingten Magenbeschwerden bewährt hat.

Wie wirkt er?
Die aus dem östlichen Mittelmeerraum stammende Melisse wurde bereits 1988 zur “Arzneipflanze des Jahres” gekürt und wird in der Pharmazie vorwiegend aufgrund ihrer beruhigenden Wirkungen auf Körper und Seele geschätzt. Inhaltsstoffe wie ätherische Öle, Flavonoide, Glykoside, Rosmarinsäure, Bitterstoffe und viel Vitamin C unterstützen die Magenfunktion. Allen voran die Bitterstoffe kurbeln die Produktion der Verdauungssäfte an.

Ingwertee – Mit Schärfe gegen Schmerzen

Bei welchen Beschwerden hilft er?
Der besonders scharfe Ingwertee wird oft bei Verdauungsproblemen wie Übelkeit empfohlen, weshalb Ingwertee als Hausmittel bei Reisekrankheit angewandt wird. Lokal wirkt Ingwer entzündungshemmend und antimikrobiell.

Wie wirkt er?
Den vorwiegend im Wurzelstock der Ingwerpflanze enthaltenen Inhaltsstoffen wie ätherischen Ölen, Zingiberen, Curcumen und beta-Eudesmol sowie Scharfstoffen (Gingerole, Shogaolen), die der Pflanze zu ihrem charakteristischen Geschmack verhelfen, werden eine brechreizunterdrückende Wirkung nachgesagt, die nicht über das zentrale Nervensystem geht, sondern peripher ist. Darüber hinaus kann Ingwer Entzündungen entgegenwirken. Im Magen-Darm-Trakt kurbelt Ingwertee die Bildung von Magensäure an, was eine appetitanregende Wirkung mit sich bringt. Darüber hinaus sorgen vor allem die Scharfstoffe für eine aktive Verdauung. Bei Halsentzündungen wird das Gurgeln mit Ingwertee empfohlen.

Anistee – Nicht zu unterschätzen

Bei welchen Beschwerden hilft er?
Der aus der Familie der Doldenblütler stammende Anis war 2014 Deutschlands “Heilpflanze des Jahres” und wird seit eh und je für ihre naturmedizinische Wirksamkeit geschätzt. Die Inhaltsstoffe des Anistees ähneln stark denen des Fencheltees und werken daher ebenfalls bei Blähungen oder Bauchschmerzen.

Wie wirkt er?
Die Anisfrucht enthält ätherisches Öl aus trans-Anethol und cis-Anethol. Auch Estragol gehört zu den Inhaltsstoffen. Diese können Beschwerden wie Blähungen, Koliken und Krämpfe lindern. Häufig wird Anis als Tee zusammen mit anderen Heilkräutern wie Kümmel und Fenchel kombiniert.

Kümmeltee

Bei welchen Beschwerden hilft er?
Trotz seines charakteristischen Geschmacks ist Tee aus Kümmelfrüchten ein beliebtes Hausmittel bei sämtlichen Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen und Verstopfung.

Wie wirkt er?
Die im Kümmel enthaltenen ätherischen Öle sorgen dafür, dass im Körper mehr Magensäure ausgeschüttet wird, was die Verdauung unterstützt. Die Darm-Muskulatur wird entspannt.

Schafgarbentee – Gegen Krämpfe und Entzündungen

Bei welchen Beschwerden hilft er?
Die Schafgarbe aus der Familie der Korbblütler ist eine beliebte Heilpflanze, die als kräftigendes Tonikum bei Verdauungsstörungen und Koliken eingesetzt wird. Aber auch bei Menstruationsbeschwerden wird Schafgarbentee empfohlen.

Wie wirkt er?
Die Schafgarbe aus der Familie der Korbblütler enthält verdauungsfördernde Bitterstoffe sowie ätherische Öle, die gleichermaßen krampflösend wie entzündungshemmend wirken können. Als Arznei kommt das ganze Kraut zum Einsatz.. Es enthält 0,2 bis 1 Prozent ätherisches Öl und setzt sich je nach Herkunft der Pflanze sehr unterschiedlich zusammen. Häufig kommen im ätherischen Öl Substanzen wie Azulen, 1,8-Cineol und Kämpfer vor.

Darüber hinaus finden sich sogenannte Guaianolide und Germacranolide im Schafgarbenkraut, die zur Klasse der Sesquiterpenlactone gehören. Sie sollen dem Kraut einen leicht antientzündlichen Effekt verleihen und krampflösend wirken. Das ätherische Öl hemmt zudem das Wachstum von Bakterien, außerdem regen bestimmte Wirkstoffe den Appetit an und fördern die Gallentätigkeit.

 

Tee gegen Bauchschmerzen: Die besten Sorten für jede Schmerzart

Mit über 3000 verschiedenen Sorten gehört Tee zu den abwechslungsreichsten Getränken überhaupt. Da Tees aus Wasser sowie verschiedenen Kräutern und Pflanzenbestandteilen hergestellt werden, macht man sich die Wirksamkeit einzelner Inhaltsstoffe auch in der Naturheilkunde zunutze: Tee ist eines der wichtigsten Hausmittel bei Magen-Darm-Beschwerden.

Doch Achtung: Nicht jeder Tee hat dieselbe Wirkung! Kamille eignet sich aufgrund seiner beruhigenden Wirkung auf Magen und Darm beispielsweise hervorragend bei Bauchschmerzen. Pfefferminz- und Fencheltee kurbeln zusätzlich die Verdauung an und Ingwertee unterstützt außerdem die Bildung von Magensäure. Du siehst: Es lohnt sich, sich einmal genauer mit den Inhaltsstoffen des Tees auseinanderzusetzen. Dann findest auch du bald ein geeignetes Hausmittel für deine Beschwerden!

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