Infos zu Stuhlfrequenz und Stuhlkonsistenz, Uhr mit Notizblock

Warum die Stuhlfrequenz nicht alles ist, wenn es um Verdauungsprobleme geht

Jeder hat ihn, niemand spricht gerne darüber. Was gemeint ist? Unser Stuhlgang. Zu Unrecht, denn dieser ist ein wichtiges Indiz für unsere Darmgesundheit. Aber nicht nur die Häufigkeit des Stuhlgangs ist ein Indikator dafür, wie es deinem Darm geht.

In diesem Artikel erfährst du:

  • Warum dein Lebensstil Einfluss auf deine Darmgesundheit hat
  • Wann dein Stuhlgang normal ist
  • Interessante Fakten und Zahlen über Stuhl 

Wie dein Lebensstil deine Verdauung beeinflusst

Studiendaten zeigen: Scheinbar hat auch die Tatsache, wann wir etwas essen, Einfluss auf die Zusammensetzung unserer Darmflora. Gleichzeitig wurde beobachtet, dass diese wiederum eng verknüpft ist mit der Stuhlkonsistenz.

Kommt also dein Leben aufgrund von Schichtarbeit, Zeitverschiebung oder ungewöhnlichen Essenszeiten aus dem Takt, kann dies Auswirkungen auf deine Darmaktivität und Verdauung haben – bis hinein in die Darmflora. Mögliche Folge: ein träger Darm.

Häufigkeit, Farbe, Form – was ist normal?

Das Problem dabei: Je länger der Transport der Nahrung im Darm dauert, desto mehr Wasser wird dem Stuhl entzogen – und er wird hart. Was viele nicht wissen: Harter Stuhl oder ein unangenehmer Toilettengang, selbst wenn man jeden Tag zur Toilette geht, können schon auf einen trägen Darm hinweisen und sind laut medizinischer Definition schon ein Verstopfungssymptom.

Doch wann ist der Stuhl so wie er sein sollte? Auskunft darüber kann die Bristol-Stuhlformen-Skala geben, die auch Rückschlüsse auf den Transportvorgang im Darm zulässt.

Typ 1
Einzelne, feste Klümpchen, schwer auszuscheiden 

Typ 2
Wurstartig, klumpig

Typ 3
Wurstartig mit rissiger Oberfläche

Typ 4
Wurstartig mit glatter Oberfläche

Typ 5
Einzelne, weiche, glattrandige Klümpchen, leicht auszuscheiden

Typ 6
Einzelne, weiche Klümpchen mit unregelmäßigem Rand

Typ 7
Flüssig, ohne feste Bestandteile

Mit dieser Skala kann die Stuhlkonsistenz als "normal" (Typ 3, 4, 5), "zu weich" (Typ 6, 7) oder "zu hart" (Typ 1, 2) bewertet werden. Eine gesunde Verdauung ergibt einen Kot von Typ 3, 4 oder 5. Das Verhältnis zwischen Wasser und übrigen Bestandteilen ist ideal.

Typ 1 und 2 deuten darauf hin, dass die Verdauungsreste lange oder länger brauchen, um ausgeschieden zu werden und sind nach dem Wasserentzug zu hart. Bei Typ 5 geht die Darmpassage schneller. Typ 6 und 7 sind Durchfall

Auch die Farbe kann Auskunft geben: Als gesund gilt alles, was braun bis gelbbraun ist. Ein Grünstich etwa kann nach dem Genuss von Spinat auftreten. Schwarze oder rote Verfärbungen hingegen können ein Indikator für Blut im Stuhl sein. Dann gilt: ab zum Arzt. Bevor man aber in Panik verfällt: Auch Rote Bete oder ein kräftiger Rotwein können den Stuhl rot färben.

Zahlen und Fakten: Das 1x1 des Stuhlgangs 
  • Pro Tag werden im Durchschnitt ca. 130 g Stuhl ausgeschieden 
  • Stuhlgang findet meist zwischen 06.00 und 10.00 Uhr statt 
  • Gesunder Stuhl ist mittelfest und hat in etwa die Form einer Banane
  • 75 Prozent unseres Stuhls bestehen aus Wasser, von dem verbleibenden Viertel bestehen rund 25–54 Prozent aus Bakterien
  • Der „Stuhlgang“ hat seinen Namen aus der Historie: Im 18. Jahrhundert setzten sich die Menschen fürs große Geschäft auf einen Holzstuhl mit Loch und Nachttopf darunter
Quellen:
  • Kaczmarek JL et al. Time of day and eating behaviors are associated with the composition and function of the human gastrointestinal microbiota. Am J Clin Nutr 2017; 106: 1220–1231
  • Tigchelaar EF et al. Gut microbiota composition associated with stool consistency. Gut 2016; 65: 540–542
  • Cagampang FR, Bruce KD. The role of the circadian clock system in nutrition and metabolism. Br J Nutr 2012; 108: 381–392
  • Konturek PC et al. Gut clock: implication of circadian rhythms in the gastrointestinal tract. J Physiol Pharmacol 2011; 62: 139–150
  • Angerer P, Petru R. Schichtarbeit in der modernen Industriegesellschaft und gesundheitliche Folgen. Somnologie 2010; 14: 88–97
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  • Lewis SJ, Heaton KW. Stool form scale as a useful guide to intestinal transit time. Scand J Gastroenterol 1997; 32: 920–924
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  • Heaton KW et al. Defecation frequency and timing, and stool form in the general population: a prospective study. Gut 1992; 33: 818–824

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