Junge Frau, die auf einem Bretterboden meditiert und in Shavasana-Haltung liegt

Warum kann Stress Sodbrennen auslösen?

Als Sodbrennen bezeichnet man ein schmerzhaftes Gefühl in der Magengegend oder Speiseröhre, das durch den Reflux von Magensäure in die Speiseröhre ausgelöst wird. Durch einen Schließmuskel im Eingang des Magens, in der Fachsprache Sphinkter genannt, wird der Rückfluss von Mageninhalt inklusive Magensäure in den Ösophagus (Speiseröhre) normalerweise verhindert. Ist diese Funktion gestört, kommt es zu Sodbrennen. Ursache für den Rückfluss oder für zu viel Säure kann neben falscher Ernährung, Alkohol- oder Nikotinmissbrauch auch Stress sein. Erfahre nun, wie du stressbedingtes Sodbrennen vermeiden kannst.

 

In diesem Artikel erfährst du,

  • Welche Symptome bei stressbedingtem Sodbrennen auftreten
  • Welche Faktoren stressbedingtes Sodbrennen auslösen können
  • Wie du stressbedingtes Sodbrennen in den Griff bekommst
     
     

Sodbrennen durch Stress: Auf diese Symptome solltest du achten

An den folgenden Symptomen erkennst du Sodbrennen:

  • saures Aufstoßen
  • brennende Schmerzen, die hinter dem Brustbein auftreten
  • drückendes Gefühl im Oberbauch
  • morgendliche Heiserkeit aufgrund gereizter Stimmbänder
  • häufiges Räuspern
  • Husten aufgrund von durch Magensäure gereizter Rachenschleimhaut
  • unangenehmer Geschmack im Mund
  • durch Magensäure angegriffener Zahnschmelz

Gelegentliches Sodbrennen ist in der Regel harmlos. Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten kann dabei helfen, das Sodbrennen vollständig loszuwerden.


Warum Stress auf den Magen schlägt und Sodbrennen verursacht

Stress macht sich bei vielen Menschen im Magen bemerkbar. Nicht nur Übelkeit und ein flaues Gefühl können in stressigen Situationen auftreten, sondern auch Sodbrennen. Der Körper reagiert mit einer erhöhten Produktion von Magensäure auf den psychischen Druck. Als Folge entsteht das unangenehme Brennen in der Speiseröhre und hinter dem Brustbein.

Welche Faktoren führen zu Sodbrennen durch Stress?

Zu den typischen Stressfaktoren gehören:

Arbeit

 
Ein anstrengender Arbeitsalltag, Auseinandersetzungen mit dem Chef, Probleme mit Kollegen – all das können Ursachen für stressbedingtes Sodbrennen sein. Machst du viele Überstunden, hältst keine angemessenen Pausenzeiten ein oder hast keinen strukturierten Arbeitsalltag, zum Beispiel weil du Schichtdienst hast, kann das zu einer Überproduktion von Magensäure führen und unangenehmes Sodbrennen auslösen. 

Persönliche Probleme

 
Auch private Probleme schlagen auf den Magen und können Sodbrennen verursachen. Nicht selten lassen sich die Ursachen für stressbedingtes Sodbrennen auf eine Trennung oder einen Trauerfall im privaten Umfeld festmachen. Finanzielle Probleme, eine drohende oder bereits länger anhaltende Arbeitslosigkeit können ebenfalls zu einer stressbedingten Überproduktion an Magensäure führen und damit für Sodbrennen verantwortlich sein. 

Hektik im Alltag

Stressbedingtes Sodbrennen kann daneben durch einen hektischen Alltag ausgelöst werden. Hast du keinen geregelten Tagesablauf oder nimmst dir zu viel vor, kann dein Magen darauf im wahrsten Sinne des Wortes sauer reagieren. Häufig geht Stress im Alltag auch mit einer falschen Ernährungsweise wie zu viel Fett durch Fertiggerichte, zu schnelles Essen oder einen zu hohen Kaffee- und Alkoholkonsum einher. 
 
Viele Menschen vergessen in besonders stressigen Zeiten auch komplett, etwas zu Essen oder genug Flüssigkeit in Form von Wasser oder ungesüßten Tees zu sich zu nehmen. Flüssigkeiten wie Wasser oder milde Kräutertees verdünnen die Säure im Magen. Wenn du vergisst zu trinken, kann diese ebenfalls dein Sodbrennen verstärken. 

Was tun bei Sodbrennen durch Stress?

Stressbedingtes Sodbrennen lässt sich mit Hilfe der richtigen Ernährung und Entspannungsübungen im Regelfall sehr gut in den Griff kriegen.
 

Was kann ich im Alltag tun, um Stress zu vermeiden?

Um im Alltag Stress zu vermeiden, solltest du zunächst den Auslöser dafür ausfindig machen. Schaue dir dazu deinen Tagesablauf ganz genau an und stelle dir die folgenden Fragen:

  • Bekomme ich ausreichend Schlaf?
  • Fühle ich mich durch meine Arbeit überfordert?
  • Welche alltäglichen Aktivitäten lösen Stress in mir aus?
  • Habe ich Probleme in meiner Partnerschaft oder anderen zwischenmenschlichen Beziehungen?
  • Gab es in letzter Zeit in meinem Leben ein Ereignis, das mit besonders viel Stress einher ging?
  • Steht in Kürze ein Ereignis bevor, das bereits jetzt besonders viel Stress in mir auslöst?
  • Bin ich mit meinen allgemeinen Lebensumständen zufrieden?
  • Hat sich durch den innerlich empfundenen Stress mein Essverhalten verändert?

Hast du diese Fragen ehrlich beantwortet, kannst du gezielt an den Ursachen, die dir Stress und damit Sodbrennen bereiten, arbeiten. Die Stressfaktoren zunächst ausfindig zu machen hilft dir dabei, deinen Tagesablauf besser zu planen und so Stress zu vermeiden oder genug Entspannung einzubauen, um dein Stressempfinden deutlich zu reduzieren.

Ernährung

Bei Sodbrennen spielt die Ernährung eine wichtige Rolle. Nicht nur was du isst, sondern auch wie viel du zu dir nimmst sowie der Zeitpunkt der Mahlzeit beeinflussen die Arbeit deines Magens und damit auch dein Wohlbefinden erheblich.
 
Ist dein Magen beispielsweise zu voll, entsteht ein erhöhter Druck, der zum Rückfluss von Speisebrei und Magensäure führen kann. Das Gleiche passiert, wenn du dein Essen zu schnell hinunterschlingst und die Nahrung nicht richtig in den Magen gelangen kann, sondern sich im oberen Abschnitt des Verdauungstraktes sammelt. Die Folge ist das für Sodbrennen typische Druckgefühl hinter dem Brustbein, saures Aufstoßen und Brennen in der Speiseröhre. 
 
Achte beim Essen deshalb stets darauf, dass du langsam isst, die Nahrung vor dem Schlucken gut kaust und dann stoppst, wenn sich bereits das erste Sättigungsgefühl einstellt. Auch ein kurzer Verdauungsspaziergang nach dem Essen hilft dabei, die aufgenommene Nahrung zu verdauen und die Entleerung des Magens anzukurbeln. So lässt sich Sodbrennen in vielen Fällen komplett vermeiden.
 
Doch nicht nur ein Zuviel an Nahrung kann Sodbrennen auslösen, sondern auch zu wenig davon. Versuche auch in stressigen Zeiten auf eine ausreichende Nahrungszufuhr zu achten. Der Körper produziert nämlich auch dann Magensäure, wenn ihm keine Nahrung zugeführt wird.
 
Damit es gar nicht erst zu Sodbrennen kommt, solltest du nicht nur auf die Essensmengen achtgeben, sondern auch darauf achten, welche Lebens- und Genussmittel du zu dir nimmst. Alkohol, Kaffee und Nikotin in Form von Tabak oder E-Zigaretten begünstigen eine höhere Produktion von Magensäure und das Erschlaffen des Sphinkters, weshalb du deinen Konsum stark senken oder komplett einstellen solltest, wenn du an Sodbrennen leidest.
 
Essen mit einem hohen Fettgehalt, viel Zucker oder Fertignahrung kann Sodbrennen ebenfalls begünstigen und sollte daher vermieden werden. Stattdessen solltest du lieber auf frische Lebensmittel zurückgreifen und deine Mahlzeiten selbst zubereiten.

Viele Lebensmittel können die Entstehung von Sodbrennen fördern. Vielleicht bist du überrascht, dass unter anderem auch Lebensmittel Sodbrennen fördern, die im Allgemeinen als gesund gelten. Hierzu zählen:

  • Säfte aus Zitrusfrüchten (z.B. Orangensaft)
  • Wurst- und Fleischwaren
  • Kakao
  • Schokolade
  • Süßigkeiten und Gebäck
  • Getränke, die Kohlensäure enthalten
  • Scharfe Gewürze (z.B. Pfeffer oder Chili)
  • Pfefferminze
  • frisches Brot
  • Tomaten

Greife stattdessen lieber zu fettarmen Milchprodukten wie Joghurt und Käse, altbackenem Brot, Vollkornnudeln und Gemüse wie Zucchini oder Auberginen, um dein Sodbrennen zu lindern. Auch ein frisch aufgebrühter Kamillentee kann dir dabei helfen, deinen Magen zu beruhigen und Sodbrennen verschwinden zu lassen.

Entspannung

Ist dein Sodbrennen stressbedingt, solltest du versuchen, mehr Entspannung in deinen Alltag einzuplanen. Neben einer gut strukturierten Tagesplanung selbst, in die ausreichend Ruhepausen integriert wurden, kannst du gezielt Entspannungstechniken anwenden oder leichte Sportarten wie Yoga, Pilates oder Tai Chi in deinen Alltag integrieren.
 
Fühlst du dich in einem Moment besonders gestresst und befürchtest, Sodbrennen zu bekommen, achte bewusst auf deine Atmung. Das kannst du auch an deinem Arbeitsplatz oder in der Bahn tun, ohne dass es jemand mitbekommt. Atme dabei langsam ein und wieder aus, blende deine anderen Sinne aus und fühle, wie sich dein Herz- und Pulsschlag verlangsamen und du zur Ruhe kommst.
 
Meditation, autogenes Training oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen sind bewährte Maßnahmen zur Stressbewältigung. Regelmäßig angewandt können sie innerlichem Stress vorbeugen. Die Übungen kannst du alleine für dich zuhause oder in angeleiteten Gruppen durchführen.

Leidest du unter seelischen Belastungen, die sich auf dein körperliches Wohlgefühl auswirken und gegebenenfalls mit für dein Sodbrennen verantwortlich sind, solltest du überlegen, eine Psychotherapie bei einem Psychotherapeuten oder Psychologen zu beginnen. In einer Verhaltenstherapie lernst du, mit stressigen Situationen, die sich nicht immer vermeiden lassen, besser umzugehen, sodass dir deine Umstände nicht länger auf den Magen schlagen und so unangenehmes Sodbrennen erzeugen.

 

Zusammenfassung & Fazit

Wenn du ab und an unter Sodbrennen leidest, ist das nicht weiter schlimm, sondern lediglich ein Zeichen dafür, dass du einen Schritt zurücktreten und besser auf deinen Körper hören solltest. Mit der richtigen Ernährungsweise und der Reduktion von Stress kannst du deinem Sodbrennen aktiv entgegenwirken. Häufig bewirken bereits kleine Änderungen im Alltag wie der Verzicht auf Kaffee, Alkohol und Zigaretten oder eine erhöhte Position beim Schlafen und bequeme Kleidung, die nicht auf den Magen drückt, eine deutliche Besserung der Symptomatik.
 
Tritt das Sodbrennen dauerhaft auf, solltest du dich etwas näher mit deinen Lebensumständen befassen. Bist du mit deinem Leben im Allgemeinen unzufrieden oder erlebst häufig Situationen, in denen du Stress ausgesetzt bist, kannst du auch dagegen etwas tun.

Zögere nicht, bei ständigem Sodbrennen einen Arzt aufzusuchen oder einen Psychotherapeuten oder Psychologen um Rat zu bitten. Beide können dir dabei helfen, die Ursachen für dein stressbedingtes Sodbrennen herauszuarbeiten und es mit Hilfe der richtigen Techniken und Maßnahmen deutlich zu reduzieren. Auch wenn gelegentlich auftretendes Sodbrennen ungefährlich ist, sollte es behandelt werden, um Folgeerkrankungen wie die Refluxkrankheit oder eine Verschlechterung der Beschwerden zu vermeiden.

 
 

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