Gründe für Brechdurchfall, Frau mit Hand an Kopf liegt

Durchfall und Erbrechen: Häufige Ursachen & Erreger bei Brechdurchfall

Wusstest du, dass in Deutschland jährlich etwa 65 Millionen akute Magen-Darm-Erkrankungen bei Erwachsenen auftreten? Wenn du große Teile des Tages mit Brechdurchfall auf dem Klo verbringst, steckt häufig eine Infektion dahinter. Wir erklären, was du dagegen tun und wie du Magen-Darm-Infekten am besten vorbeugen kannst.

 

In diesem Ratgeber erfährst du

  • Was eine Magen-Darm-Grippe ist
  • Wann du zum Arzt gehen solltest
  • Was du gegen Brechdurchfall tun kannst
  • Wie du Magen-Darm-Infekten vorbeugen kannst

Welche Magen-Darm-Infekte gibt es?

 

Ein mit Übelkeit und Durchfall verbundenes Grummeln im Bauch wird im Volksmund auch Magen Darm” oder „Magen-Darm-Grippe“ genannt. Diese Bezeichnung kennst du sicherlich auch, aber sie ist irreführend. Denn die ansteckenden Influenza A- und Influenza B-Viren einer echten Grippe haben mit einem Infekt des Magen-Darm-Trakts nichts zu tun. 

Wenn der obere und untere Verdauungstrakt betroffen sind, spricht der Mediziner von einer Gastroenteritis – hierbei handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Magen-Darm-Traktes. Diese kann sich mit den Symptomen Erbrechen und Durchfall äußern. Von Durchfall (Diarrhöe) ist die Rede, wenn Betroffene mehr als drei Mal täglich „nicht geformten“ bis flüssigen Stuhlgang haben.

Eine Gastroenteritis kann verschiedene Ursachen haben. Übrigens: Ist der Magen dabei nicht betroffen, spricht man von Enteritis.

Die Ursachen für eine Gastroenteritis lassen sich in drei Gruppen einteilen: 

1. Infektionen mit Viren oder Bakterien

Bei schnell einsetzenden Magen-Darm-Beschwerden sind Infektionen mit Rotaviren oder Noroviren häufig. Schon 10 bis 100 Viren reichen laut des Robert-Koch-Instituts aus, um eine infektiöse Gastroenteritis („Magen-Darm-Grippe“) auszulösen. Sind Bakterien wie der Bakterienstamm Campylobacter jejuni (Campylobacter-Enteritis), Coli-Bakterien wie Escherichia coli oder Salmonellen für die Infektion verantwortlich, treten zusätzlich zu Brechdurchfall häufig auch starke Bauchschmerzen auf, die als begleitendes Symptom jedoch auch bei viralen Erkrankungen auftreten können. 

Bei einer infektiösen Gastroenteritis kommt es zu einer durch Viren, Bakterien oder (eher seltener) Parasiten ausgelösten Entzündung der Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts. Diese gelangen über die Nahrung oder über eine Schmierinfektion in den Mund und somit in den Verdauungstrakt. 

Bakterien vermehren sich bei mangelhafter Hygiene oder einer Unterbrechung der Kühlkette auf eiweißreichen Lebensmitteln wie Eiern, Geflügel, Fleisch, Milch oder Speiseeis. Gelangen sie in den Körper, schädigen sie oft über Giftstoffe (Toxine) die Darmschleimhaut. 

Nach erfolgter Infektion versucht unser Immunsystem, sich der Eindringlinge zu entledigen, wobei als Abwehrreaktionen häufig auch Fieber, allgemeines Unwohlsein sowie Kopf- und Gliederschmerzen oder Abgeschlagenheit hinzukommen.

Eine akute infektiöse Gastroenteritis tritt etwa sechs Stunden bis zwei Tage nach der Ansteckung mit den Krankheitserregern auf und klingt bei gesunden Menschen meist innerhalb weniger Tage wieder ab. Je nach Erreger kann es allerdings zu schweren Krankheitsverläufen kommen. Dies ist etwa bei Infektionen mit EHEC-Bakterien, Salmonellen, aber auch Noroviren nicht selten.

2. Unverträglichkeiten und Allergien

Eine Gastroenteritis kann auch dadurch ausgelöst werden, dass du “etwas Falsches gegessen” hast. Hier sollte man zwischen einer Nahrungsmittelallergie und einer Nahrungsmittelunverträglichkeit unterscheiden.

Es gibt aber zwei entscheidende Unterschiede:

Bei einer Lebensmittelallergie ist das Immunsystem fehlgeleitet, wodurch dein Körper spezifische IgE-Antikörper bildet, die sich gegen Proteine richten, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Diese Proteine werden von Botenstoffen deines Immunsystems als schädliche Stoffe erkannt und durch das Auslösen einer allergischen Reaktion bekämpft.

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit liegt eine Störung der Verdauung vor. Die Ursache dafür sind entweder ein Mangel an für die Verdauung und die Verwertung von Nahrungsbestandteilen notwendigen Enzymen, seltener ein Gendefekt, bei dem ein für die Verdauung benötigtes Enzym vom Körper gar nicht produziert werden kann.

Lebensmittelallergien
 

Wenn ein bestimmter Teil unseres Immunsystem auf eigentlich harmlose, aber als fremd erkannte Substanzen in Nahrungsmitteln reagiert, äußert sich das oft in entzündlichen Abwehrreaktionen verbunden mit Symptomen wie Durchfall oder Juckreiz. In schweren Fällen kann es sogar zu zu anaphylaktischen Reaktionen wie Atemnot, Blutdruckabfall oder Ödemen kommen. 

Am weitesten verbreitet sind Allergien gegen Nüsse, Hülsenfrüchte, Kern- und Steinobst, Karotten und Sellerie sowie Soja und Weizen.

Laktoseintoleranz / Laktoseunverträglichkeit
 

Wenn in der Darmschleimhaut nicht genügend Laktase gebildet werden kann, wird mit der Nahrung aufgenommener Milchzucker nahezu unverdaut vom Dünndarm in den Dickdarm weitertransportiert. Laktase ist das Enzym, das in unserem Dünndarm den Milchzucker, also die Laktose, abbaut. 

Der von uns nicht aufgenommene Milchzucker wird später von den Bakterien im Dickdarm gespalten. Dabei entstehen unter anderem Milchsäure und Kohlendioxid. Schmerzhafte Blähungen und Durchfall können die Folge sein. 

Betroffene sollten den Verzehr von Milch, und bestimmten Milchprodukten wie Butter, Joghurt, Quark und bestimmte Käsesorten einschränken oder sogar darauf verzichten. 

Fruktoseunverträglichkeit / Fruktoseintoleranz 
 

Wenn ein größerer Anteil von Fruchtzucker nicht bereits im Dünndarm aufgenommen wird und somit in den Dickdarm gelangt, so sprechen Mediziner von einer intestinalen Fructosemalabsorption, oder vereinfacht: Fructoseintoleranz. Dabei bindet der nicht aufgenommene (malabsorbierte) Fruchtzucker im Dickdarm Wasser und führt zusätzlich zu Beschwerden wie Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen. Sehr viel seltener tritt eine hereditäre, also genetisch bedingte, Fructoseintoleranz auf, die durch einen Enzymdefekt zurückzuführen ist. Dabei fehlt beim Abbau von Fructose in der Leber das Enzym Aldolase B, wodurch der Fruchtzuckergehalt in den Zellen toxisch erhöht ist und Auswirkungen auf den Blutzuckerhaushalt des Körpers hat.

Auch bei Menschen ohne Allergien und Unverträglichkeiten kann der Verzehr von größeren Mengen reifen Obstes mit viel Fruchtzucker (etwa Bananen, Kirschen, Äpfel und Weintrauben) dazu führen, dass bei der Verdauung im Darm große Mengen Wasser gebunden werden. Das kann flüssigen Stuhlgang hervorrufen. 

3. Vergiftungen

Wird eine Gastroenteritis durch Toxine ausgelöst, spricht man von einer Lebensmittelvergiftung. 

Durch Bakterien und Schimmelpilze produzierte Gifte

Verschiedene Arten von Schimmelpilzen und Bakterien sind in der Natur weit verbreitet und fühlen sich in einer feucht-warmen Umgebung sehr wohl. Wird zum Beispiel rohes Fleisch im Sommer einige Stunde nicht gekühlt gelagert, können sich darauf schnell Staphylokokken ansiedeln, die sich bei circa 80 Prozent aller Menschen auf der nasalen Schleimhaut befinden und bei Temperaturen von 30 bis 37 Grad Celsius besonders schnell vermehren

Die über die Luft transportierten Sporen von natürlich weit verbreiteten Schimmelpilzen siedeln sich bei einer feucht-warmen Umgebung schnell vor allem auf pflanzlichen Nahrungsmitteln an. Wurden etwa Nüsse nicht trocken und kühl gelagert, so können beim Schälen Verfärbungen und unangenehme Gerüche auffallen, die auf vorhandene Schimmelpilze hindeuten. Wird ein Pilzbefall erkannt, sollte das jeweilige Lebensmittel nicht mehr verzehrt werden, da sich der Pilz fürs bloße Auge unsichtbar meist schon in größere Bereiche ausgebreitet hat, warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.  

Sowohl die Stoffwechselprodukte verschiedener Bakterienstämme als auch von Schimmelpilzen (Mykotoxine) sind nämlich giftig für unseren Organismus. Werden mit Bakterien oder Schimmelpilzen kontaminierte Lebensmittel verzehrt, kann es zu einer Entzündung der Schleimhäute in unserem Verdauungstrakt kommen, woraus das Krankheitsbild einer Lebensmittelvergiftung resultiert.

Auch in Folge einer Einnahme von Medikamenten kann es zu einer toxischen Gastroenteritis kommen. Zum Beispiel können sich nach der Einnahme von Antibiotika oder bei der Gabe von Medikamenten, die den Säuregehalt im Magen senken (Protonenpumpenhemmer), verstärkt die Bakterien des Typs Clostridium difficile im Dickdarm ansiedeln, die schweren wässrigen oder blutigen Durchfall sowie Bauchschmerzen und Fieber auslösen können.

 

Gastroenteritis: Das sind die häufigsten Symptome

Je nachdem, wo in unserem Verdauungstrakt die Schleimhaut angegriffen wird, können sich die Symptome einer Gastroenteritis stark voneinander unterscheiden. 

Welche Symptome treten bei einem Magen-Darm-Infekt auf?

Wenn Viren der Auslöser für einen Magen-Darm-Infekt sind, sprechen Mediziner von einer infektiösen Gastroenteritis. Diese setzt meist plötzlich mit der Aufnahme der Krankheitserreger über die Nahrung ein. Dabei versucht der Körper, die Virenstämme (häufig Rotaviren oder Noroviren) oder ihre toxischen Stoffwechselprodukte über eine Abwehrreaktion durch Ausschwemmen auszuscheiden.

Als Beschwerden treten dabei Übelkeit, starker Brechreiz oder schwallartiges Erbrechen auf. Auch Fieber und Appetitlosigkeit, Gliederschmerzen, Hautausschlag oder Beimengungen von Schleim und Blut im Stuhl können als Begleiterscheinungen auftreten. Gelangen die Erreger weiter in den Dünndarm oder Dickdarm, leiden Patienten meist unter Durchfall (Diarrhöe). Unser alarmiertes Immunsystem versucht dabei, die Viren über den Stuhlgang auszuscheiden. Auch eine Kombination dieser Symptome, also Brechdurchfall, ist möglich. 

Eher uneindeutige Begleiterscheinungen sind Bauchkrämpfe oder Muskelschmerzen (Myalgien). Betroffene klagen zudem oft über Müdigkeit und Kopfschmerzen. Die klinischen Symptome klingen in der Regel nach 12 bis 48 Stunden wieder ab. 

In dieser Zeit besteht eine hohe Ansteckungsgefahr, da einige der Erreger, z. B. Noroviren, sehr widerstandsfähig sind. Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist daher z.B. auch auf eine Meldepflicht beim Verdacht auf akute, infektiöse Gastroenteritis hin, sofern der Patient Umgang mit Lebensmitteln hat oder in einer Einrichtung zur Gemeinschaftsverpflegung wie einer Küche oder Gaststätte arbeitet. Darüber hinaus besteht aufgrund der schnellen Übertragbarkeit und hohen Infektionsgefahr laut deutschem Infektionsschutzgesetz eine Meldepflicht bei Gastroenteriden, die von folgenden Erregern ausgelöst werden:

  • enterohämorrhagische Colibakterien (EHEC)
  • Salmonella Typhi
  • Vibrio cholerae
  • Norovirus (Meldepflicht nur für den direkten Nachweis aus Stuhl)
  • Rotavirus

Wann musst du zum Arzt?

Wenn bei dir - obwohl du eigentlich gesund bist - starke Kreislaufprobleme, Muskelkrämpfe, Schläfrigkeit, Verwirrtheit oder hohes Fieber auftreten, du Blut im Stuhl hast oder Brechdurchfall länger als drei Tage anhält, solltest du dringend einen Arzt aufsuchen. Weitere Risikogruppen sind Kleinkinder, Schwangere oder ältere Menschen, die neben geschwächten Abwehrkräften schnell an den Folgen des durch Brechdurchfall verursachten Salz- und Flüssigkeitsverlusts leiden. Diese Dehydrierung kann sich mit Begleiterscheinungen wie Herzrasen, niedriger Blutdruck und Schlappheit schnell auf den Kreislauf und in Form von Verwirrtheit auf die geistige Leistungsfähigkeit auswirken.

In schwereren Fällen kann der behandelnde Arzt eine Dehydrierung des Körpers durch Infusionen ausgleichen. Ist Übelkeit als Symptom stark ausgeprägt, kann der Arzt auch darüber entscheiden, ob Antiemetika zur Unterdrückung des Brechreizes eingesetzt werden können. Nur in seltenen Fällen ist ein kurzzeitiger Krankenhausaufenthalt erforderlich.

Was tun bei Rotavirus und Norovirus?

Das Robert-Koch-Institut registriert in Deutschland etwa 50.000 Infektionen mit dem Rotavirus. Rotaviren sind bei Kindern in den ersten beiden Lebensjahren der häufigste Auslöser einer dehydrierenden Diarrhö. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral, das heißt, die Erreger gelangen meist über eine Schmierinfektion aus Exkrementen in den Mund. Eine Infektion mit Rotaviren verursacht Übelkeit und Erbrechen und kann auch hohes Fieber auslösen. Die gute Nachricht: Einer Infektion mit Rotaviren kann durch eine Impfung vorgebeugt werden. Sinnvoll ist sie besonders für kleine Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. 

 

Keine Impfung hingegen gibt es gegen die ebenfalls sehr häufigen Infektionen durch Noroviren. Auch hier sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit einem geschwächten Immunsystem besonders gefährdet. Wie Rotaviren tummeln sich Noroviren vor allem in Gebäuden oder Einrichtungen, wo viele Menschen auf engem Raum untergebracht sind. In Altenheimen, Kindergärten und Schulen ist eine Ansteckung mit dem Norovirus sehr leicht möglich, die entweder durch verunreinigte Speisen und Getränke oder über eine Schmierinfektion in den Mund und somit den Verdauungstrakt gelangen. 

 

Durch Händedruck, beim Abtrocknen an einem kontaminierten Handtuch oder durchs Anfassen einer verunreinigten Türklinke oder Armatur im Bad kann das Virus auf deine Hände und von dort in deinen Mund gelangen. Auch durch kleine, virushaltige Tröpfchen in der Luft, die beim Erbrechen entstehen, kann eine Ansteckung erfolgen, warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)Weil unser Immunsystem gerade in den Wintermonaten anfällig ist und wir uns häufig mit anderen Menschen zusammen in geheizten Räumen befinden, treten Ansteckungen besonders häufig von Oktober bis März auf.

 

Durchfall und Erbrechen: Was du jetzt tun solltest

Wenn du die Symptome eines Brechdurchfalls registrierst, solltest du vor allem eins tun: Sofort handeln, um deine Genesung zu unterstützen und auch deine Umwelt zu schützen! 

Hierzu haben wir dir eine kleine Checkliste zusammengestellt:

Viel trinken

Wenn du eine sehr trockene Zunge oder eine dunkle Harnausscheidung bemerkst, deutet das auf einen großen Flüssigkeitsverlust hin, der bei Brechdurchfall auftreten kann. Spätestens dann gilt es zu handeln. Um ihn auszugleichen, trinke täglich zwei bis drei Liter stilles Wasser, verdünnte Säfte, ungesüßte Kräutertees oder greife auf orale Rehydratationslösungen aus der Apotheke zurück.

Ein Tipp zu “alten Hausmitteln”

Um Cola solltest du wegen des hohen Anteils an Zucker einen großen Bogen machen. Auch Salzstangen gelten als ein verbreitetes Hausmittel, um den Verlust an Elektrolyten wieder auszugleichen. Doch Achtung: Salzstangen enthalten zwar Natrium, aber kein Kalium. Spezielle Lösungen oder Pulver zum Anrühren spezieller Trinklösungen aus der Apotheke sind eine sinnvolle Ergänzung. Mehr hierzu findest du in unserem Artikel: Warum Cola und Salzstangen bei Bauchschmerzen keine gute Kombi sind.
    

Leicht verdauliche Speisen bringen neue Energie

 

  • Bananen: Große Mengen an Kalium, Magnesium und das für den Eiweißstoffwechsel wichtige Vitamin B6 steckt in der Südfrucht. Darüber hinaus enthalten Bananen sehr viel des Ballaststoffs Pektin und binden im Darm Wasser, das hilft dabei, den Nahrungsbrei im Darm einzudicken.
  • Zwieback: Das doppelt gebackene Brot ist ein klassisches Hausmittel, sehr bekömmlich und enthält wenig Fett. Wenn dir Zwieback zu trocken oder hart ist, kannst du alternativ auch trockenes Weißbrot zu dir nehmen.
  • Kartoffeln: Die Knolle enthält wenig Fett, aber viele Ballaststoffe als Futter für deine Darmbakterien und viel Kalium und füllt damit deinen leeren Elektrolytespeicher wieder auf. Am besten geeignet sind Pellkartoffeln, die du auch püriert zu dir nehmen kannst. Ergänzend zu einer entsprechenden Ernährung können auch weitere Mittel helfen, die Beschwerden eines Durchfalls in den Griff zu bekommen. 

Hier findest du eine kleine Checkliste mit Wirkstoffen, die bei einer bei einem akuten Durchfall die Beschwerden lindern können:

 
Flohsamenschalen

Die grob und fein gemahlenen Samenschalen beinhalten zu 85 Prozent lösliche Ballaststoffe. In Wasser eingerührt quellen die Flohsamenschalen auf und bilden eine gelartige Masse, die regulierend auf die Stuhlkonsistenz wirken kann. Bei Durchfall kann so auch der Stuhl eingedickt werden. Zwei Teelöffel (5 bis 10 Gramm) Flohsamenschalen in etwa 100ml Wasser oder ungesüßten Tee vorquellen lassen, bevor diese Mischung bis zu drei Mal täglich getrunken wird. Wichtig: Da Flohsamen aufquellen, solltest du nach der Einnahme noch einmal zwei Gläser Wasser trinken. Flohsamen sind in Bio-Läden, der Apotheke oder im Reformhaus erhältlich. 

 

Racecadotril

Bei Präparaten mit dem Wirkstoff handelt es sich um ein Antidiarrhoikum. Für Erwachsene sind diese Präparate ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Racecadotril hemmt die Bildung des Enzyms Enkephalinase und bekämpft so den übermäßigen Wasser- und Elektrolyteinstrom in den Darm ohne die Darmbewegung (Motilität) dabei zu beeinträchtigen. Der Stuhlgang wird dadurch normalisiert und der Drang auf Toilette zu müssen sinkt. 50 Prozent der Patienten erholen sich nach Einnahme von Racecadotril bereits innerhalb von 10 Stunden, 80 Prozent innerhalb eines Tages. 

Loperamid

Der Wirkstoff hemmt die Bewegung und Muskeltätigkeit des Darms und wirkt gegen die Sekretbildung. Dadurch wird die Stuhlfrequenz reduziert und der Stuhl verfestigt. Erwachsene sollten zunächst 4 mg, danach 2 mg nach jedem ungeformten Stuhl (max. 12 mg/Tag) einnehmen. Ohne ärztliche Empfehlung sollte die Einnahme nicht länger als zwei Tage andauern. Loperamid darf nicht bei fiebrigen oder blutigen Durchfällen eingesetzt werden. 

Probiotika

Hierbei handelt es sich um Mikroorganismen, meist Bakterien aus der Gruppe der Milchsäurebakterien, die - oral aufgenommen - in ausreichend hoher Zahl die Magen-Darm-Passage überstehen. Im Darm angelangt unterstützen sie die aus dem Gleichgewicht geratene Darmflora und helfen dem Darm, sich selbst zu helfen. Zur probiotischen Behandlung von Durchfallerkrankungen stehen unterschiedliche Produkte mit bestimmten Bakterien und Hefen zur Verfügung. Rat hierzu findest du beim Arzt und in der Apotheke.

 

 

Wie du Magen-Darm-Infekten vorbeugen kannst

 

Das A und O zur Vorbeugung für eine durch Viren ausgelöste „Magen-Darm-Grippe“ ist eine gründliche Hygiene. Da die Erreger vor allem durch Schmierinfektionen übertragen werden, solltest du dir nach jedem Toilettengang sowie vor der Zubereitung von Essen oder Getränken gründlich die Hände waschen. Zum Abtrocknen solltest du ein sauberes Handtuch nutzen und dieses regelmäßig durch ein frisches austauschen. Nutze nur eigene Hygieneartikel, damit du sicher gehen kannst, dass diese nicht durch Krankheitserreger von anderen verunreinigt sind. 

Sofern du täglich Umgang mit einem Erkrankten hast, solltest du direkten Hautkontakt mit ihm bis zwei Tage nach Abklingen der Krankheitssymptome vermeiden. Bei der Pflege von erkrankten Familienmitgliedern, insbesondere wenn dein Kind unter einer Gastroenteritis leidet, ist das natürlich schwierig. Daher wasche Dir regelmäßig nach dem Kontakt mit einer erkrankten Person gründlich die Hände. Flächen im Umfeld des Kranken wie Türklinken, Waschbecken, Böden oder Toiletten solltest du mit etwas Wasser und einem Reinigungsmittel säubern und bei Bedarf auch desinfizieren.

Da Noroviren sehr widerstandsfähig sind und auch Temperaturen von 70 Grad Celsius mehrere Minuten unbeschadet überstehen können, solltest du potenziell belastete Lebensmittel wie Gerichte mit Meeresfrüchten oder Fleisch vor dem Verzehr gut durchgegart haben. Im Sommer solltest du versuchen, direkten Kontakt oder Verzehr von rohem Fleisch zu vermeiden – hierauf siedeln sich schnell Keime an.

Zusammenfassung

Brechdurchfall solltest du nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn die Ursachen können vielfältig sein. Stecken Krankheitserreger dahinter, werden diese nach wenigen Tagen auf natürlichem Wege wieder ausgeschieden und begleitende Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Übelkeit klingen wieder ab.

Neben der ausreichenden Zufuhr von verlorenem, da ausgeschwemmtem Wasser, und Elektrolyten ist es entscheidend, den Durchfall zu lindern. Gerade, wenn die Symptome stark oder lang anhaltend sind oder wiederkehren, solltest du jedoch einen Arzt aufsuchen. Besonders Schwangere, Kinder oder ältere Menschen sollten bei Brechdurchfall schnell ärztlichen Rat suchen.

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