Datteln gegen Durchfall, einige Datteln in einer Holzschüssel

Datteln gegen Durchfall: Darum sind sie so gut für deinen Darm

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Datteln schmecken wunderbar süß und enthalten wertvolle Nährstoffe, die sich positiv auf deine Verdauung auswirken können. Ob die Früchte auch gegen Durchfall helfen und warum du nicht zu viele Datteln essen solltest.

Warum tun Datteln bei Durchfall und Verstopfung gut?

Datteln sind Nährstoffbomben – im guten wie im schlechten Sinne. Sie enthalten kaum Fett, dafür Vitamin B6 sowie viele wichtige Mineralstoffe wie Calcium, Eisen, Kupfer, Mangan, Magnesium und Kalium. Auch mit Antioxidantien wie Polyphenolen und Ballaststoffen können Datteln punkten. Allerdings gibt es auch einen Wermutstropfen: Datteln weisen sehr viel Zucker (vor allem Glukose und Fruktose) auf.

Zwar sind Ballaststoffe, wie sie auch in Datteln in größeren Mengen enthalten sind, gut für die Verdauung und können Durchfall, aber auch Verstopfung lindern. Der hohe Gehalt an Zucker in Datteln wiederum wirkt sich bei Durchfall mitunter negativ aus, weshalb die Steinfrucht bei akuter Diarrhoe nicht uneingeschränkt empfehlenswert ist. Weil Datteln jedoch viele Mineralstoffe enthalten, können sie im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung helfen, Nährstoffverluste auszugleichen, wenn der Durchfall erst einmal ausgestanden ist.

Ballaststoffe regen außerdem die Darmbewegungen an. Daher können Datteln eine leicht abführende Wirkung entfalten. Weil die Faserstoffe wertvolles Futter für unsere Darmbakterien sind, tun sie überdies der Darmflora (auch Mikrobiom genannt) gut.

Mit etwa neun Gramm Ballaststoffen pro 100 Gramm gehören getrocknete Datteln nicht zu den Spitzenreitern unter den Trockenfrüchten, was Ballaststoffe angeht. Zum Vergleich: Der Ballaststoffgehalt in getrockneten Aprikosen ist doppelt so hoch. Diese weisen außerdem weniger Zucker auf. Konzentriere dich daher nicht nur auf eine Ballaststoffquelle, sondern gestalte deine Ernährung möglichst abwechslungsreich, um Verstopfungen und anderen Verdauungsbeschwerden vorzubeugen.

Datteln gegen Durchfall, getrocknete Aprikosen in einer SchüsselGetrocknete Aprikosen enthalten doppelt so viele verdauungsfördernde Ballaststoffe wie Datteln und sind deshalb eine mögliche Alternative bei Durchfall.

Hierzulande bekommt man meist getrocknete statt frischer Datteln. Da getrocknete Datteln weniger Wasser enthalten als frische, haben sie einen höheren Energiegehalt. Dieser ist mit 295 Kilokalorien pro 100 Gramm relativ hoch und vergleichbar mit dem anderer Trockenfrüchte. Allerdings enthalten Datteln meist mehr Zucker. Diese Tatsache macht Datteln jedoch zu einem geschätzten Süßungsmittel. Schließlich stellen sie aufgrund ihrer vielen Nährstoffe die „leeren Kalorien“ von Haushaltszucker leicht in den Schatten.

Worauf du beim Essen von Datteln achten musst

Ihr hoher Zucker- und Kaloriengehalt kann eine Schwäche der ansonsten so gesunden Datteln sein. Zu viele dieser Früchte solltest du also nicht essen, wenn du Übergewicht vermeiden möchtest.

Bei einer 60 Kilogramm schweren Frau mit einem täglichen Kalorienbedarf von etwa 2200 Kilokalorien entsprechen 100 Gramm Datteln mehr als 13 Prozent des Tagesbedarfs an Energie.

Weil frische Datteln mehr Wasser enthalten, kannst du davon mehr essen als von getrockneten Datteln. Gedankenlos snacken solltest du Datteln jedoch generell nicht, sondern die leckeren Früchte stattdessen bewusst und in Maßen genießen.

Können Datteln Unverträglichkeiten oder Allergien auslösen?

Manche Menschen vertragen Datteln nicht und bekommen zum Beispiel Durchfall nach dem Essen. Das kann verschiedene Gründe haben.

Datteln enthalten viel Kalium, das in hohen Mengen zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Gasen führen kann. Durch einen moderaten Dattelkonsum kannst du die empfohlene Tageszufuhr jedoch kaum überschreiten.

Datteln gegen Durchfall, einige Datteln in einer SchaleDie Dattel ist nicht nur eine Nährstoff- sondern auch eine Kalorienbombe und deshalb nicht uneingeschränkt zu empfehlen.

Da Datteln Fruktose enthalten, verursachen sie auch bei Fruktoseintoleranz oder -unverträglichkeit häufig Symptome wie Krämpfe, Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Gasbildung. Bei einer besonderen Form der Fruchtzuckerunverträglichkeit, der sogenannten hereditären Fruktoseintoleranz, gibt es außerdem einen Zusammenhang zwischen Dattelkonsum und einem abnorm niedrigen Blutzuckerspiegel.

Die hereditäre (erbliche) Fruktoseintoleranz ist eine ernste Erkrankung, kommt aber viel seltener vor als die herkömmliche, sogenannte intestinale Fruktoseintoleranz. Bei der intestinalen Fruktoseintoleranz passiert Fruchtzucker aufgrund eines Enzymmangels den Dünndarm nahezu unverdaut und wird erst im Dickdarm durch Gärungsprozesse von Darmbakterien zersetzt. Bei der hereditären Fruktoseintoleranz baut indessen die Leber Fruchtzucker nicht richtig ab, was zu schweren Leber- und Nierenschäden führen kann.

Darüber hinaus ist es möglich, dass du auf Datteln allergisch reagierst und beispielsweise folgende Symptome entwickelst:

  • Jucken im Mund,
  • allergischen Schnupfen,
  • Niesen,
  • Ausschlag,
  • Schwellungen,
  • Rötungen,
  • anaphylaktische Reaktionen wie Atemnot.

Solltest du häufige oder sehr starke Beschwerden haben, sobald du Datteln isst, wende dich bitte an einen Arzt, um die Ursachen abzuklären. Eine Allergie wird er mithilfe eines Haut- oder Bluttests diagnostizieren. Eine Fruktoseunverträglichkeit lässt sich durch einen Atemtest feststellen. Dein Arzt kann dir dann auch eine geeignete Behandlung empfehlen.

Datteln gegen Durchfall: Darum sind sie so gut für deinen Darm

Datteln stecken voller gesunder Nährstoffe, enthalten aber auch viel Zucker. Ihr Ballaststoffgehalt kann die Verdauung anregen und die Darmflora unterstützen. Weil Datteln so viele Mineralstoffe besitzen, können sie im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung unter Umständen mithelfen, Mineralstoffverluste auszugleichen, sobald Durchfall ausgestanden ist.

Bei akutem Durchfall sind Datteln aufgrund ihres hohen Zuckergehalts dagegen weniger empfehlenswert. Generell solltest du Datteln in Maßen genießen, da sie eine hohe Energiedichte aufweisen. Sie eignen sich aufgrund ihres Nährstoffgehalts jedoch hervorragend als Süßungsmittel, um zum Beispiel die „leeren Kalorien“ von Haushaltszucker zu ersetzen.


Medizinisch geprüft durch
Dr. rer. nat. Dinah Murad
Dr. Dinah Murad fungiert als unabhängige medizinische Beraterin an der Schnittstelle von Wissenschaft und Marketing. Darmgesundheit ist für sie ein unterschätztes, aber überaus wichtiges Thema. Sie verantwortet die medizinische Prüfung aller Inhalte für unsere Leser.
Geschrieben von
Silke Stadler 
Silke Stadler war stellvertretende Redaktionsleiterin bei verschiedenen Gesundheitsportalen und ist ausgebildete Ernährungsberaterin. Heute ist sie als Online-Redakteurin für den Klinikkonzern MEDICLIN tätig und gehört von Beginn an zum festen Autorenteam von Digestio. 

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