Hausmittel für eine natürliche Verdauung

Verstopfung, Durchfall, Bauchkrämpfe: Unser Verdauungssystem ist empfindlich und kann mit unterschiedlichen Symptomen auf reizende Einflüsse reagieren. Egal, worunter du leidest: Es gibt Hausmittel, die unterstützend auf deine Verdauung wirken können. Wir zeigen dir, wie du deine Verdauung bei Verstopfung, Durchfall oder Krämpfen entsprechend anregen, beruhigen oder schonen kannst. Jetzt weiterlesen!

In diesem Artikel erfährst du:

  • Wie du deine Verdauung bei Verstopfung anregst
  • Wie du deine Verdauung bei Durchfall beruhigst
  • Wie du deine Verdauung bei Krämpfen schonst

Verdauung anregen bei Verstopfung

Achtsamkeit ist heutzutage ein großes Thema. Insbesondere bei der Stressbewältigung. Ein Punkt, der hierbei nicht zu kurz kommen sollte, ist die Ernährung. Denn häufig hindert Stress uns daran, unsere Verdauung aktiv zu unterstützen. Dabei wäre das so einfach.

Oft führt ein stressiger Lebensstil dazu, schnell unterwegs oder zwischendurch zu essen. Doch erinnerst du dich hier auch noch an die Regel, jeden Bissen mindestens 30 Mal zu kauen? Mitzählen musst du beim Essen natürlich nicht. Doch jeden Bissen gut und gründlich zu kauen, ermöglicht es dir, den Speisebrei leichter zu schlucken. Außerdem dauert es ca. 20 Minuten, bis unser Körper Botenstoffe ausschüttet, die unseren Appetit anregen oder hemmen. Das heißt, wer langsam und bewusst ist, kann sein Sättigungsgefühl rechtzeitig wahrnehmen und isst nicht zu viel.

Zeit ist beim Essen ohnehin ein wichtiger Faktor. Denn Essen hat etwas mit Genuss zu tun. Und Genuss braucht Zeit. Die sollten wir uns nehmen und unserem Körper die Chance geben, unsere Nahrung richtig zu verdauen. Das beginnt bereits bei der Nahrungsaufnahme. Denn schon im Speichel sind Verdauungsenzyme enthalten, die die langkettigen Kohlenhydrate unserer Nahrung in verdaubare Moleküle zerlegen.

Ballaststoffreiche Nahrungsmittel, wie z.B. Flohsamenschalen, Leinsamen, Weizenkleie und Trockenobst, unterstützen die Verdauung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt die Aufnahme von 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag. Rund 70% der Bevölkerung erreichen diese empfohlene Menge nicht und sollten deshalb besonders auf eine ballaststoffreiche Ernährung achten.

Bei der Aufnahme von ballaststoffreichen Nahrungsmitteln muss jedoch auf deren Charakteristika geachtet werden. Lein- oder Flohsamen zählen beispielsweise zu den Quellmitteln, die bei Kontakt mit Wasser aufquellen. Weizenkleie und Trockenobst hingegen gehören zu den Lebensmitteln, die dem Dickdarm Wasser entziehen. Deshalb solltest du auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 1,5 Litern pro Tag achten.

Die Verdauung kann jedoch nicht nur durch die Ernährung beeinflusst werden. Auch Getränke, wie z.B. Früchtetees, regen die Verdauung an. Sie sind außerdem nicht nur Lieferant von Flüssigkeit, sondern weichen mit ihrer natürlichen Säure zusätzlich den Stuhl auf. Generell sollte man auf eine tägliche Flüssigkeitszufuhr von ca. 1,5 Litern achten.

Häufig wird bei Verstopfung zum Trinken von Abführtees geraten. Diese reizen den Darm jedoch sehr stark, so dass lieber auf die anregende Wirkung von Früchtetees vertraut werden sollte. Auch stark säurehaltige Lebensmittel wie Fruchtsäfte sollten aus diesem Grund gemieden werden. Aloe-Vera-Saft und andere Präparate aus dieser Pflanze werden oftmals zur Verdauungsförderung empfohlen. Dabei wirken die Präparate in der Regel sehr stark abführend, was mitunter zu Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt führen kann. Aloe-vera-Präparate sollten nicht zu lang angewendet werden, da es zu Überdosierungen kommen kann. Diese rufen in einigen Fällen Vergiftungserscheinungen mit krampfartigen Schmerzen und schweren Durchfällen hervor. In dem Fall sollte man einen Arzt aufsuchen.

Einen positiven Einfluss auf unsere Verdauung hat auch Bewegung. Fahrradfahren, Joggen oder ein langer Spaziergang fördern die Darmtätigkeit. Mehr über den Einfluss von Bewegung auf die Verdauung erfährst du in unserer Rubrik „Körper & Geist“.

Belastet dich eine Verstopfung immer wieder, solltest du beim Arzt oder in der Apotheke um Rat bitten.

Verdauung beruhigen bei Durchfall

Durchfall ist belastend. Nicht nur für den Darm, sondern für den ganzen Körper. Umso wichtiger ist es, Ruhe zu bewahren.

Mit dem flüssigen Stuhl verlieren wir eine große Menge an Flüssigkeit und Elektrolyten. Diese zu ersetzen ist das A und O bei Durchfall. Zum Ausgleich des Elektrolytverlusts bieten sich Elektrolytlösungen an. Aus ½ Liter Mineralwasser, ½ Liter Orangensaft, 1 Teelöffel Salz und 8 Teelöffeln Zucker lässt sich eine solche Lösung ganz einfach selbst herstellen. Die hier enthaltenen Stoffe Kalium, Natriumchlorid und Glucose finden sich auch in oralen Rehydrationslösungen, die du in der Apotheke kaufen kannst.

Stilles Wasser eignet sich dazu, den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen. Verschiedene Tees lindern gleichzeitig die Beschwerden. Kamille beispielsweise wirkt schmerzlindernd, krampflösend und kann sogar entzündungshemmend wirken (z.B. bei infektiösem Durchfall). Die Gerbstoffe in Heidelbeeren, Brombeerblättern, Gänsefingerkraut oder Johanniskraut beruhigen die Darmschleimhaut und stabilisieren sie, sodass das Eindringen weiterer Durchfallerreger in den Darm vermindert wird.

Nach Essen ist den meisten Menschen nicht unbedingt zumute, wenn sie unter akutem Durchfall leiden. Doch wenn du wieder etwas mehr Appetit verspürst, solltest du behutsam damit anfangen, um deinen Darm nicht zu überlasten. Gekochter Reis oder gekochte Kartoffeln eignen sich hervorragend, um sich wieder an das Essen zu gewöhnen. Am besten abgekühlt, um deinen Magen nicht gleich wieder zu reizen. Auch leicht gesalzen dürfen Reis und Kartoffeln gerne sein, denn so führst du deinem geschwächten Körper gleichzeitig Elektrolyte zu, die mit dem Stuhl ausgeschieden wurden. Aber Vorsicht: Zu viel Kochsalz, also Natriumchlorid, hilft deinem Körper nicht, denn dein Körper hat durch den Durchfall vor allem Kalium verloren.

Prima kombinieren lassen sich Reis und Kartoffeln mit Flohsamenschalen, Naturjoghurt oder Dickmilch. Flohsamenschalen wirken bei Verstopfung leicht abführend, bei Durchfall hingegen binden sie die Flüssigkeit im Darm. Die in Milchprodukten enthaltenen Milchsäurebakterien können zusätzlich helfen, den Darm wieder aufzubauen.

Zäh hält sich der Mythos, dass Cola und Salzstangen gegen Durchfall helfen. Das ist jedoch ein Irrtum. Im Gegenteil: Diese Kombination kann den Durchfall sogar noch begünstigen. Der in der Cola enthaltene Zucker bindet Wasser und entzieht deinem Körper damit noch mehr der wertvollen Flüssigkeit. In Kombination mit Koffein entzieht es dem Körper außerdem Elektrolyte, die dem Körper durch den Durchfall ohnehin schon verloren gehen. Salzstangen haben keinen positiven Effekt auf den Durchfall, da sie überwiegend Natrium enthalten und somit den Kaliumverlust des Körpers nicht ausgleichen können.

Und selbst wenn dir der Sinn danach steht, solltest du bei Durchfall auf reines Salzwasser, Zuckerwasser und Fruchtsäfte verzichten. Denn sie können einen akuten Durchfall sogar noch verschlimmern.

Verdauung schonen bei Krämpfen

Ganz egal, aus welchen Gründen dein Bauch sich verkrampft. Du möchtest, dass dieser Zustand einfach so schnell wie möglich wieder aufhört. Dazu solltest du deinen Magen- und Darmtrakt so gut wie möglich schonen.

Großen Einfluss kannst du auch hier durch deine Ernährung nehmen. Schonkost, also eine leichte Vollkost, entlastet nicht nur dein Verdauungssystem, sondern wird auch besonders schonend zubereitet: Gedünstet, gedämpft oder fettarm gegrillt sind Nahrungsmittel für uns leichter verdaubar. Wenn du diese dann noch über mehrere kleine Mahlzeiten am Tag hinweg verteilt zu dir nimmst, wird deine Verdauung bestmöglich entlastet.

Zudem solltest du bei Bauchkrämpfen auf eine ballaststoffreiche Ernährung achten. Denn Ballaststoffe unterstützen deine Verdauung. An dieser Stelle sei noch einmal auf Flohsamenschalen hingewiesen, die äußerst ballaststoffreich sind.

Auch Haferflocken enthalten viele Ballaststoffe und zusätzlich wertvolle Mineralien sowie Vitamin B1 und Vitamin E. Am besten kochst du dir aus den Haferflocken einen Haferbrei. Durch das Kochen werden die Haferflocken nämlich noch bekömmlicher. Haferbrei saugt im Magen vorhandene überschüssige Magensäure auf, die Auslöser für deine Krämpfe sein kann.

Lebensmittel, die du bei Bauchkrämpfen jedoch meiden solltest, sind beispielsweise Zucker, Fett, große Mengen Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchte, Kohl, saure Früchte, Zwiebeln, Knoblauch und Hülsenfrüchte. Sie können deine Beschwerden im schlimmsten Fall nämlich sogar noch verstärken.

Du kannst deinem Bauch aber noch mehr Gutes tun, als nur auf deine Ernährung zu achten. So entspannt beispielsweise Wärme deine verkrampften Muskeln. Eine Wärmflasche, ein warmes Kirschkernkissen auf dem Bauch oder warme Umschläge helfen dir und deinem Verdauungssystem sich wieder zu entspannen. Wer über eine Badewanne verfügt, kann auch gerne ein warmes Bad nehmen. Ein Vollbad wirkt entspannend und schmerzlindernd. Lavendel und Scharfgarbe sind in diesem Fall besonders als Badezusätze zu empfehlen.

Nicht nur Wärme verbessert die Durchblutung der Muskulatur und löst die Krämpfe. Dieser Effekt kann auch durch sanfte Bewegungen und Entspannungsübungen, wie sie beispielsweise bei Yoga, Pilates und anderen, ruhigen gymnastischen Sportarten ausgeführt werden, erzielt werden. Mehr über Bewegung bei Bauchkrämpfen erfährst du in unserer Rubrik „Körper & Geist“.

 

Hausmittel für eine natürliche Verdauung

Um deine Verdauung zu unterstützen, stehen dir vielfältige Hausmittel zur Verfügung. Welches Mittel geeignet ist, hängt von der Art deiner Beschwerden ab.

Besonders wichtig ist im Zusammenhang mit der Verdauung eine ballaststoffreiche Ernährung. Denn Ballaststoffe helfen deiner Verdauung sowohl bei Verstopfung, Durchfall als auch bei Bauchkrämpfen.

Bei den unterschiedlichen Nahrungsmitteln, die du zur Linderung deiner Beschwerden einnehmen kannst, solltest du vor allem auf ihre spezifische Wirkung achten. Denn wenn ein Nahrungsmittel zwar deine Verdauung unterstützt, deinem Körper dafür aber beispielsweise Wasser entzieht, solltest du darauf vorbereitet sein und entsprechend darauf reagieren.

Für weitere Informationen rund um deine Verdauung stehen dir dein Arzt oder dein Apotheker gerne zur Verfügung.

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