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Gastritis: Worauf du bei deiner Ernährung achten solltest

Zu scharf, zu sauer, zu schwer – immer mehr deiner Lieblingsspeisen stehen auf einer roten Liste, weil sie dir Magenschmerzen bereiten, ein Völlegefühl verursachen oder sogar heftige Verdauungsprobleme hervorrufen? Dann leidest vielleicht auch du unter Gastritis, einer oft schmerzlichen Entzündung der Magenschleimhaut, auf die wir durch unsere Ernährung großen Einfluss nehmen können.

In diesem Artikel erfährst du:

  • was eine Gastritis ist und woran du sie erkennst.
  • welche Ursachen eine Gastritis haben kann.
  • welche Nahrungs- und Lebensmittel du bei Gastritis vermeiden solltest.
  • welche Nahrungs- und Lebensmittel bei Gastritis gut verträglich sind und den Heilprozess unterstützen können.
  • zu welchen Wechselwirkungen es zwischen Nahrungsmitteln und Medikamenten kommen kann.

Was ist Gastritis?

Eine Gastritis ist eine Entzündung der Magenschleimhaut, die unterschiedliche Ursachen haben kann. Gut 90 Prozent der Fälle sind auf Helicobacter pylori Bakterien zurückzuführen. Aber auch eine Autoimmunreaktion oder die dauerhafte Einnahme sogenannter nicht-steroider entzündungshemmender Medikamente wie Ibuprofen und Aspirin können eine Gastritis hervorrufen. Gemein ist allen Ursachen, dass sie unsere Magenschleimhaut angreifen, wodurch unser Magen anfällig wird für die sich im Magen befindliche Magensäure.

Bei einer akuten Gastritis kommt es zu kurzzeitig auftretenden starken Symptomen wie Magenschmerz, Übelkeit, Erbrechen und Müdigkeit. Dagegen entwickelt sich eine chronische Magenschleimhautentzündung eher langsam, wobei die Symptome langfristig auftretenden. Eine unbehandelte Gastritis kann langfristig schwere gesundheitliche Folgen wie Magengeschwüre und Magenkrebs mit sich bringen.

Darum solltest du vor allem bei wiederkehrenden oder über eine Woche anhaltenden Symptomen für eine eindeutige Diagnose einen Arzt aufsuchen, auch da sich die Symptome einer Gastritis mit den Symptomen anderer Erkrankungen wie Morbus Crohn ähneln. Zu den Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit für eine Magenschleimhautentzündung erhöhen können, zählen neben Stress auch der übermäßige Genuss von Alkohol und Zigaretten.

Neben medikamentösen Maßnahmen können daher verschiedene begleitende Maßnahmen wie Akupunktur, Entspannungstherapien und Lifestyle-Veränderungen den Heilungsprozess unterstützen. Vor allem aber unsere Ernährung spielt eine große Rolle bei der Behandlung von Gastritis.

Ernährung bei Gastritis, Frau im Gespräch mit einer ÄrztinGastritis ist eine ernstzunehmende Sache. Bei länger anhaltenden Beschwerden solltest du dringend zum Arzt gehen.

Deine Ernährung bei Gastritis: Diese Lebensmittel solltest du essen

Es ist kein Geheimnis, dass unsere Ernährung einen großen Einfluss auf die Gesundheit unseres Verdauungssystems und damit unsere Gesundheit als solches hat. Je natürlicher unsere Ernährung, je pflanzenbasierter, desto vitaler fühlen wir uns in der Regel. Häufig bemerken wir die gravierenden Folgen einer ungesunden Ernährung erst mit der Zeit, zum Beispiel an Arteriosklerose und ihren Auswirkungen auf unser Herz-Kreislauf-System. Anders als andere Krankheiten wird Gastritis nicht direkt durch unsere Ernährung ausgelöst.

Was wir essen, kann die Symptome einer Gastritis jedoch stark und direkt beeinflussen – und zwar zum Guten und zum Schlechten. Das Ziel einer gastritisspezifischen Ernährung ist es daher, die Entzündung zu vermindern. Auch Hausmittel gegen Magenschleimhautentzündungen können dabei helfen.

Leiden wir an einer Gastritis, ist unsere Magenschleimhaut angegriffen und unser Magen nicht mehr gegen die Magensäure geschützt. Daher ist es wichtig, den Magen zu entlasten, die Magensäure zu reduzieren und so der Schleimhaut eine Chance zu geben, sich zu regenerieren. Prinzipiell gilt darum: Finger weg von industriell gefertigten Lebensmitteln und fettigem Fastfood, dafür so naturbelassen wie möglich. Auch säurehaltige Getränke wie Alkohol, Kaffee, Soft Drinks und kohlensäurehaltige Getränke sowie allgemein kalte Getränke belasten unseren Magen.

Schwer verdauliche frittierte und fettige Lebensmittel sollten genauso vermieden werden wie scharf gewürzte oder salzige Speisen. Auch auf den Genuss von rotem Fleisch und Wurst sollte verzichtet werden, da sie schwer verdauliche gesättigte tierische Fettsäuren enthalten.

Und für alle Käse- und Schokoladenfans: Leider können auch Milchprodukte von Käse bis cremigen Saucen sowie Süßwaren auf die rote Liste gehören. Für Fans der mexikanischen Küche gilt: Auch auf Maismehlprodukte sollte verzichtet werden. Also, was darf man denn dann noch? Mehr als genug!

Ziel ist eine gesunde, zuckerarme, säurearme, ausgeglichene Ernährung: reich an Antioxidantien und Ballaststoffen. Aber wo sind diese zu finden? Hauptsächlich in naturbelassenen, pflanzenbasierten Nahrungsmitteln wie Obst und Gemüse und in ballaststoffreichen Vollkornprodukten, also Vollkornnudeln, Vollkornreis und Vollkornbrot, Quinoa oder Amaranth.

Ernährung bei Magenschleimhautentzündung, geschnittenes Vollkornbrot vor einigen WeizenährenVollkornbrot kann deine Gastritis zwar nicht heilen, aber immerhin die Symptome mildern.

Achtung: Bei durch Gastritis bedingten Verdauungsproblemen kann dennoch der Griff zum leicht verdaulichen weißen Reis und zur normalen Kartoffel statt zur Süßkartoffel nötig sein. Und auch bei Obst und Gemüse muss unterschieden werden: Empfehlenswert ist der Griff zu säurearmen Sorten wie Brokkoli, Salatgurke, Karotte, Kürbis, Birnen und Äpfeln.

Auf natürliche, aber säurehaltige Nahrungsmittel wie Tomaten, Beeren und Zitrusfrüchte, die das saure Magenmilieu noch weiter verstärken, sollte hingegen verzichtet werden. Auch Bohnen sollten auf jeden Speiseplan, da sie perfekte Lieferanten für pflanzliche Proteine sind, während vor allem rotes Fleisch als Proteinlieferant vermieden werden sollte.

Geflügel und Fisch sind je nach individueller Verträglichkeit schon eher erlaubt. Auch Eier können weiter gegessen werden, sollten allerdings nicht frittiert oder gebraten werden. Gewürz- und Heilpflanzen wie Cranberrys, Ingwer, Kurkuma, Pfeffer, Rosmarin, Ulmenrinde, Myrrhe, Berberin, Süßholzwurzel, Gewürznelke unterstützen nicht nur den Heilungsprozess, sie fördern auch die Verdauung. Als Snacks empfehlen sich Nüssen und Körner. Vor allem bei Durchfall, aber auch im Allgemeinen ist es außerdem wichtig, ausreichend Wasser zu trinken, um den Körper zu hydrieren.

Auch grüner Tee mit Honig, Kamillen-, Baldrian-, Lavendel und Passionsblumentee, so zeigen wissenschaftlichen Studien, können die Heilung sowie unterstützen. Probiotika können laut verschiedener Studien ebenfalls bei einer bakterienverursachten Gastritis helfen. Probiotika befinden sich vor allem in fermentierten Lebensmitteln wie Kambucha, Joghurt, Kimchi, Kefir und Sauerkraut. Sie helfen, die Magen-Darm-Flora zu regenerieren und die Funktion der Magenschleimhaut zu unterstützen. Es gibt jedoch noch keine wissenschaftlichen Beweise, dass sie auch die Magensäureproduktion vermindern.

Auch bei der Zubereitung von Speisen gilt es, einiges zu beachten: Statt zu frittieren oder zu braten solltest du Nahrungsmittel kochen, backen, dämpfen oder garen. Auf das Essen großer Portionen solltest du verzichten und stattdessen lieber mehrfach und regelmäßig kleinere Portionen über den Tag verteilt mit Ruhe genießen. Und ganz klar ist: Finger weg vom Fastfood und anderen industriell gefertigten Lebensmitteln wie Pommes, Chips und Tiefkühlpizza!

Ernährung bei Gastritis, ein Teller voll BrokkoliWenn du unter Gastritis leidest, solltest du dein Gemüse lieber nur garen oder dämpfen, anstatt es anzubraten.

Wichtig ist, dies sind allgemeine Ernährungsempfehlung, nicht jeder Betroffene reagiert auf gleiche Weise auf ein und dasselbe Nahrungsmittel. Daher solltest du immer erst kleine Portionen verzehren, um die Verträglichkeit für deinen Körper herauszufinden. Wer unter Lebensmittelunverträglichkeiten oder anderen Erkrankungen wie Zöliakie, Diabetes oder Glutenunverträglichkeit leidet und bereits einer speziellen Diät folgt, sollte dies natürlich weiterhin beachten.

Um herauszufinden, welche Lebensmittel für deinen Körper gut oder schlecht sind, solltest du daher immer einen Arzt oder Ernährungsberater zu Rate ziehen. Umso mehr, da es sein kann, dass Gastritis die Aufnahme von Eisen und Vitamin B12 verhindert oder vermindert, was zu Mangelerscheinungen führen kann.

Auch können bestimmte Lebens- und Nahrungsmittel einen Einfluss auf die Wirksamkeit von Medikamenten haben. Medikamente zur Säurekontrolle, z. B. Antacida (Mitte zum Binden der Säure), Histamin-Blocker oder Protonenpumpeninhibitoren schützen die angegriffene Magenwand. Alkohol und andere reizende Substanzen hingegen sorgen für eine verstärkte Säureproduktion im Magen.  Verschreibt dir dein Arzt Antibiotika, weil das Bakterium Helicobacter pylori für deine Magenschleimhautentzündung verantwortlich ist, so solltest du auch unbedingt die Anwendungshinweise, wie zum Beispiel die Verbote bestimmter Nahrungsmittel beachten.  

Wie lange eine gastritisspezifische Ernährung nötig ist, ist abhängig von den jeweiligen Symptomen, ihrer Schwere und den zugrundeliegenden Ursachen der Erkrankung. Manchmal reicht es schon, auf ein Medikament zu verzichten, das die Entzündung verursacht, sodass keine langfristige Ernährungsumstellung nötig ist. Wird die Entzündung jedoch durch Bakterien oder eine Autoimmunerkrankung verursacht, kann hingegen eine lange oder gar permanente Ernährungsumstellung nötig sein.

Gastritis: Worauf du bei deiner Ernährung achten solltest

Während unsere Ernährung kein direkter Auslöser für Gastritis ist, ist die Wahl der Nahrungsmittel entscheidend, um die Symptome einer Gastritis zu bekämpfen und die Heilung zu unterstützen. Essen solltest du vor allem naturbelassene, pflanzliche, ballaststoffreiche und säurearme Nahrungsmittel. Eine Ernährungsumstellung sollte jedoch immer in Zusammenarbeit mit deinem Arzt erfolgen.

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