Glückliche Frau mit Tee in der Hand

Hausmittel bei Gastritis: Welche können helfen?

Du isst und dir wird übel? Dein Lieblingsobst bereitet dir schon beim bloßen Hingucken Bauchschmerzen? Du leidest unter Gastritis, aber du willst nicht ständig eine Tablette schlucken? Zum Glück gibt es viele Hausmittel, die dir schnell Linderung verschaffen können.


In diesem Artikel erfährst du

  • was eine Gastritis ist und wie sie entsteht.
  • was man bei Magenschleimhautentzündung tun sollte.
  • was die besten Hausmittel bei Gastritis sind.
  • welche alternativen Therapien die ärztliche Behandlung von Gastritis unterstützen können.

Diagnose Magenschleimhautentzündung: Was ist eine Gastritis

Gastritis bezeichnet eine Entzündung der Magenschleimhaut, wodurch der Magen anfällig wird für die von ihm produzierte Magensäure. Typische Symptome einer Gastritis sind Völlegefühl nach wenigen Bissen, Übelkeit, Bauchschmerzen, aber auch Erbrechen und Durchfall. Je nachdem ob eine Gastritis akut oder chronisch ist, können diese Symptome plötzlich und heftig oder schleichend und dauerhaft auftreten. Prinzipiell unterscheidet man drei Ursachen für eine Magenschleimhautentzündung: Helicobacter pylori Bakterien, Autoimmunreaktionen und die Langzeiteinnahme von nicht-steroiden entzündungshemmenden Medikamenten wie Ibuprofen, Diclofenac und Aspirin.

Bleibt eine Gastritis lange Zeit unbehandelt, kann es zu gravierenden Folgen für die Gesundheit kommen, zum Beispiel zu Magengeschwüren und Magenkrebs. Aber nicht immer weisen Müdigkeit, Magenschmerzen und Erbrechen auf Gastritis hin, auch Krankheiten wie Morbus Crohn können dahinter stecken. Für eine genaue Diagnose und um Folgeerkrankungen durch Gastritis zu vermeiden, sollte bei wiederkehrenden Symptomen oder bei Symptomen, die über eine Woche anhalten, unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Häufig wird auch Sodbrennen mit Gastritis verwechselt. Sodbrennen zeigt sich durch ein säuerlich-bitteres Aufstoßen, das wie Gastritissymptome durch bestimme Lebensmittel verstärkt oder ausgelöst wird. Anders als Magenschleimhautentzündung entsteht Gastritis jedoch durch eine Fehlfunktion des unteren Schließmuskels der Speiseröhre, wodurch Magensäure nach oben steigen kann.

Gastritis sollte immer ärztlich behandelt werden. Neben der medikamentösen Behandlung von Magenschleimhautentzündung kann die Heilung aber in vielen Fällen mit begleitenden Maßnahmen unterstützt und beschleunigt werden. So kann Traditionelle Chinesische Medizinbei Gastritis dabei helfen, den Verdauungstrakt zu stärken, während Entspannungsmethoden wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson bei stressbedingter Gastritis sinnvoll sind.

In vielen Fällen ist auch eine begleitende Ernährungsumstellung bei Magenschleimhautentzündung wichtig. Bevor du dich für eine begleitende Maßnahme entscheidest, solltest du jedoch mit deinem behandelnden Arzt sprechen, um unerwünschte Wechselwirkungen - beispielsweise zwischen Medikamenten und Lebensmitteln - zu vermeiden.

Welche Hausmittel können deine Gastritis-Behandlung unterstützen?

Wie dein Arzt deine Gastritis behandelt, hängt von den zugrunde liegenden Ursachen ab. Ist die Infektion bakteriell verursacht, kann es sein, dass du bis zu vier Wochen lang Antibiotika nehmen musst. Sind Medikamente oder Ernährung die Ursache, reichen häufig eine Anpassung der Medikation oder eine Ernährungsumstellung.

Auch die Dauer der Behandlung ist abhängig von der Intensität der Symptome und den Ursachen der Magenschleimhautentzündung. Doch unabhängig von Ursache und Intensität der Erkrankung können einfache Hausmittel deine Symptome lindern und die Heilung unterstützen – in der Regel nebenwirkungsfrei.

Bitte bedenke: Nicht jedes Hausmittel wirkt bei jedem. Um herauszufinden, welche für dich nützlich sind, gilt es, auszuprobieren.

Hausmittel gegen Gastritis

Knoblauch
Wissenschaftliche Studien zeigten, dass Knoblauch aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung das Wachstum von Helicobacter pylori Bakterien hemmt. Knoblauch wirkt am besten auf nüchternen Magen. Wem das zuwider ist, kann die Zehe klein hacken und mit etwas Erdnussbutter oder einer getrockneten Dattel verzehren. Achtung: Knoblauch wirkt blutverdünnend, wer bereits blutverdünnende Medikamente nimmt, sollte erst ärztlichen Rat suchen!

Hausmittel gegen Magenschleimhautentzündung, Person hackt Knoblauch kleinKnoblauch ist zwar ein gutes Hausmittel gegen Gastritis, aber wer blutverdünnende Medikamente nimmt, sollte nach einer Alternative suchen.

Probiotika
Probiotika verbessern die Darmfunktion und Verdauung, sie liefern dem Darm „gute Bakterien“, die helfen, im Darm ein gutes Ökosystem aufzubauen. Zwar entfalten sie keine Wirkung im Magen, aber zumindest können sie unser Immunsystem über die Wirkung in der Darmflora unterstützen. Joghurt, Kimchi, Kombucha, Sauerkraut und Kefir sind alle reich an probiotischen Bakterien.

Grüner oder schwarzer Tee mit Honig:

Laut einer amerikanischen Studie können grüner und schwarzer Tee im Kampf gegen Magenschleimhautentzündung helfen. Grüner Tee enthält Antioxidantien, die die Magenschleimhaut schützen und so Symptome lindern. Auch Kamillen-, Baldrian-, Lavendel- und Passionsblumentee beruhigen die Magenschleimhaut.

Ätherische Öle
Ätherische Öle sind eingeschränkt zu empfehlen. Nicht alle ätherischen Öle sind gut geeignet, die Symptome einer Magenschleimhautentzündung zu verbessern. Empfehlenswert sind jedoch Zitronengrass und Zitronenverbene, Pfefferminz-, Ingwer- und Nelkenöl, die beruhigend auf die Verdauung wirken. Gerade die Anwendung von reinem ätherischen Öl kann zu Magenreizungen führen.

Apfelessig
Apfelessig ist wohl eins der altbewährtesten Hausmittel. Die Wirkung bei Magenschleimhautentzündung ist allerdings nicht nachgewiesen. Bei falscher Anwendung kann der Essig mit seiner Säure zu weiteren Reizungen führen. In der traditionellen Medizin findet man diese Empfehlung: Ein- bis zweimal pro Tag ein Esslöffel Apfelessig mit einem Teelöffel Honig in einem Glas Wasser auflösen und trinken.

Backpulver
Das leicht alkalische Backpulver ist ein schwaches Antacidum, also ein Mittel, das Säure neutralisiert. Einfach einen Teelöffel Backpulver in einem Glas Wasser gut verdünnen und trinken. Backpulver ist alkalisch und hat eine säureneutralisierende Wirkung. Aber Vorsicht: Backpulver ist ein auch Triebmittel. Bei einer zu hohen Konzentration beim Anrühren oder wenn Du zu viel davon verwendest, kann Dein Magen noch stärker gereizt werden. Denn kommt Backpulver mit Säure in Berührung, entstehen Bläschen aus Kohlendioxid. Diese blähen deinen Bauch auf und du musst aufstoßen. Übrigens: auch Wasser ist ein schwaches Antacidum. Bei akuten Beschwerden, kann es auch hilfreich sein einfach ein Glas Wasser zu trinken.

Kokoswasser
Genieße drei bis vier Gläser erfrischendes reines Kokoswasser pro Tag, bevorzugt zwischen den Mahlzeiten. Kokoswasser enthält entzündungshemmende Wirkstoffe, die lindernd auf die Magenschleimhautentzündung wirken können.

Saft aus Grünkohl

Den Grünkohl klein schneiden, im Entsafter auspressen und drei bis vier Gläser pro Tag trinken. Für noch mehr Gesundheitsunterstützung etwas Karotte und Sellerie hinzufügen.

Ingwer

Ingwer ist ein natürliches Mittel gegen Übelkeit. Wenn Deine Magenschleimhautentzündung dir gelegentlich Übelkeit bereitet, kann Dir ein Ingwertee helfen. Bei einem empfindlichen Magen solltest du jedoch frischen Ingwer vermeiden. Die Schärfe und ätherischen Öle können deinen Magen zusätzlich reizen. Besser ist hier ein lauwarmer Tee, von dem du über den Tag verteilt immer wieder trinken kannst.

Naturjoghurt
Ein- bis zweimal pro Tag einen Naturjoghurt als Nachtisch genießen oder als Snack zwischendurch, um von seinen Probiotika zu profitieren.

Honig
Jeden Morgen zwei Esslöffel Honig in warmen Wasser lösen und auf nüchternen Magen trinken. Seine entzündungshemmenden Wirkstoffe und Antioxidantien können helfen, die Magenschleimhaut zu regenerieren. Wer unter Diabetes leidet, sollte jedoch erst mit seinem Arzt sprechen.

Kefir
Wie Joghurt enthält auch Kefir viele natürliche Probiotika, die die Verdauung unterstützen und das natürliche Säuregleichgewicht im Magen wiederherstellen.

Haferflocken
Haferflocken mit Wasser oder Milch kochen und nach Belieben mit Bananen, Birnen oder Äpfeln genießen. Haferflocken sind als mineralien- und ballaststoffreiches Lebensmittel ideal bei Magenerkrankungen. Hafer ist ein wahrer Tausendsassa: er enthält entzündungshemmende Substanzen, die im Magen und Darm die Schleimhaut unterstützen. Zudem enthält er wertvolle ungesättigte Fettsäuren. Besonders wertvoll für deine Verdauung sind auch die vielen inerten Kohlenhydrate. Inerte Kohlenhydrate sind Kohlenhydrate, die unser Körper nur in geringem Maße zur Energiegewinnung verwenden kann. Gleichzeitig ernähren diese Kohlenhydrate jedoch bestimmte sehr nützliche Darmbakterien, die entzündungshemmende Substanzen für uns produzieren.

Reife Ananas
Einfach zum Frühstück oder zwischendurch genießen. Durch Verdauungsenzyme wie Bromelain kann Ananas die Verdauung unterstützen, ohne die Magenschleimhaut anzugreifen. Bitte beachte: auch wenn Ananas bestimmte Verdauungsenzyme enthält – sie hilft nicht beim Abnehmen! Zudem kann Ananas durch ihren hohen Säuregehalt die Symptome auch verschlimmern. Zwar gilt dies besonders für unreife Ananas, jedoch auch reife Ananas enthält immer noch sehr viel Säure – auch wenn wir diese durch den hohen natürlichen Zuckergehalt nicht schmecken.

Hausmittel gegen Gastritis, Frau kauft Ananas im SupermarktBei einer Magenschleimhautentzündung solltest du darauf achten, möglichst reife Ananas zu essen.

Ulmenrinde
Ulmenrinde wird gelegentlich in der traditionellen Heilkunde empfohlen. Sie gilt als entzündungshemmendes Kraut, das mit seinen Schleimstoffen die Entzündung der Magenschleimhaut beruhigen soll.

Kurkuma
Täglich einen Teelöffel Kurkuma mit Joghurt oder einer Banane mixen und verzehren. Das im Kurkuma enthaltene Kurkumin ist entzündungshemmend und soll so die Magenschleimhaut beruhigen.

Echter Eibisch
Der Echte Eibisch wird auch Arznei-Eibisch genannt und ist eine alte Heil- und Medizinpflanze. Laut Monographie wird empfohlen, täglich ein Teelöffel in einem Glas warmen Wasser für 10-15 Minuten aufzulösen und zu trinken. Wie Ulmenrinde enthält Echter Eibisch Schleimstoffe, die die Darmpassage der Nahrungsmittel unterstützen. Er soll bei Reflux und Sodbrennen helfen und der Gefahr für Magengeschwüre durch Gastritis entgegenwirken, wobei er angeblich der Überproduktion von Magensäure entgegenwirkt. 

Was außerdem gegen Gastritis helfen kann

Naturbelassene Ernährung und Ernährungstagebuch
Eine entzündungshemmende Ernährung bei Gastritis kann helfen, Symptome zu lindern. Finger weg von industriell verarbeiteten Lebensmitteln, Alkohol, zucker- und salzreichen Genussmitteln und rein in den Einkaufswagen mit den pflanzenbasierten, naturbelassenen Nahrungsmitteln wie frisches Obst und Gemüse. Zusätzlich sollte ein Ernährungstagebuch geführt werden, um herauszufinden, welche Lebensmittel die Symptome lindern und welche sie eher verstärken.

Stress reduzieren
Körper und Geist beeinflussen sich gegenseitig. Den Geist zu entspannen hilft daher, auch den Körper zu entspannen und zu heilen. Oft schlägt uns Stress auf den Magen. Geeignete Methoden, um Stress zu mindern sind z.B. Massagen, Meditation, Yoga, Atemübungen, progressive Muskelentspannung nach Jacobson und Akupunktur.


Hausmittel gegen Magenschleimhautentzündung, Person wäscht Spinat über der SpüleWasche Obst und Gemüse gründlich, um das Risiko einer Magenschleimhautentzündung zu minimieren.


Hygiene

Helicobacter pylori Bakterien übertragen sich von Mensch zu Mensch. Auch wurde dieses Bakterium auf Obst und im Darm von Fruchtfliegen nachgewiesen. Hygiene ist daher sehr wichtig. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen und intensives Säubern von Nahrungsmitteln vor dem Verzehr helfen, eine Ansteckung zu verhindern.

Was sind die besten Hausmittel gegen Gastritis?

Es gibt viele Wege, die medikamentöse Behandlung von Gastritis zu unterstützen. Einfache Hausmittel sind ein oft effektiver Weg, um Symptome zu lindern und sogar Ursachen zu bekämpfen. Um herauszufinden, welche Hausmittel dir helfen, gilt es auszuprobieren. Der Vorteil vieler Hausmitteln: sie sind nicht-invasiv und haben in der Regel keine Nebenwirkungen. Vor allem aber um Wechselwirkungen mit Medikamenten zu vermeiden oder im Falle von Vorerkrankungen wie Diabetes ist es sinnvoll, die Anwendung von Hausmitteln mit einem Arzt zu besprechen.

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