Frau, die eine Tasse Tee zu Hause während des Frühstücks trinkt.

Bauchschmerzen nachts: Was du dagegen tun kannst

Wenn du nachts an Bauchschmerzen leidest, findest du häufig nur schwer einen erholsamen Schlaf. Das belastet nicht nur deinen Körper, sondern auf Dauer auch die Psyche. Wir verraten dir, was die Ursachen für nächtliche Bauchschmerzen sein können und was du machen solltest, wenn dein Bauch dich am Einschlafen hindert.

In diesem Artikel erfährst du,

  • Was die typischen Ursachen für nächtliche Bauchschmerzen sind
  • Woher nächtliche Bauchschmerzen während der Schwangerschaft kommen können
  • Wieso Kinder nachts Bauchschmerzen bekommen können
  • Welche Hausmittel gegen nächtliche Bauchschmerzen helfen

Typische Ursachen für Bauchschmerzen nachts

Nächtliche Bauchschmerzen können eine Vielzahl von Gründen haben. Viele davon sind harmlos, anderen wiederum können ernsthafte Krankheiten zugrunde liegen. Bauchschmerzen sind dabei immer nur ein Symptom, es handelt sich nicht um eine für sich stehende Erkrankung.

Wenn wir liegen, verändern sich die Druckverhältnisse und die Organe werden anders als im Stehen oder Sitzen aneinander gedrückt. Gleichzeitig entspannen wir uns, wenn wir uns ins Bett legen. Dabei spüren wir unseren Körper anders und manchmal intensiver als im hektischen Alltag.

Zu den häufigsten Ursachen für Bauchschmerzen nachts gehört zu viel oder zu fettreiches Essen vor dem Schlafengehen. Ernährungswissenschaftler empfehlen daher, ausreichende Esspausen vor dem Zubettgehen einzuhalten.

Auch Blähungen und Verstopfungen können nächtliche Bauchschmerzen auslösen. Die Ursachen hierfür liegen meist ebenfalls in der Ernährung: zu viel, zu fett und zu viele Kohlenhydrate. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit wie beispielsweise eine Laktoseintoleranz bzw. Laktoseunverträglichkeit kann sich ebenfalls durch Bauchschmerzen nachts bemerkbar machen.

Hast du mit psychischen Belastungen zu kämpfen, kann der Grund für nachts auftretende Bauchschmerzen auch psychosomatisch sein. Damit bezeichnet man Erkrankungen oder Symptome, wenn sie sich entweder gar nicht oder nur unvollständig körperlich erklären lassen und vielmehr auf das Zusammenspiel von Körper und Geist zurückzuführen sind.

In der Regel harmlos aber unangenehm ist auch der sogenannte Reizmagen. Weltweit sind zwischen 15 und 20 Prozent der Bevölkerung davon betroffen. Die in der Fachsprache als funktionelle Dyspepsie bezeichnete Erkrankung kann nur als Ausschlussdiagnose gestellt werden, das heißt, wenn alle anderen Krankheiten nicht in Frage kommen.

Bei Frauen, die ihre Regelblutung bekommen, kann die Ursache für nächtliche Bauchschmerzen auch in der bevorstehenden Periode oder dem Eisprung (Ovulation) liegen. Während der Menstruation rufen die Gebärmutterkontraktionen oft Schmerzen hervor, die zwar unangenehm, medizinisch aber unbedenklich sind. Sind Regelschmerzen allerdings immer extrem stark und dauern länger an, sollte ein Gynäkologe aufgesucht werden, um organische Ursachen, z. B. eine Endometriose, auszuschließen.

Die Refluxkrankheit bezeichnet eine Erkrankung, bei der Magensäure in der Speiseröhre aufsteigt und Symptome wie Sodbrennen oder Bauchschmerzen verursacht. Der Speiseröhrensphinkter (Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen) dichtet die Speiseröhre nicht mehr vollständig ab, weshalb du vor allem im Liegen Beschwerden verspürst.

Nächtliche Bauchschmerzen können außerdem ein erster Hinweis auf eine sich ankündigende Gastroenteritis sein, die umgangssprachlich als Magen-Darm-Grippe bezeichnet wird.

Eine durch Krankheitserreger verursachte Entzündung des Magen-Darm-Trakts ist in der Regel ungefährlich, aber von unangenehmen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall begleitet. Eine Gastroenteritis ist ansteckend, klingt im Allgemeinen jedoch so schnell wieder ab, wie sie gekommen ist.

Treten bei dir stechende oder ziehende Bauchschmerzen im rechten Unterbauch auf, kann eine Blinddarmentzündung vorliegen. Auch Gallen- oder Nierenkoliken können starke Bauchschmerzen während der Nacht verursachen. Bei sehr starken Schmerzen solltest du immer Hilfe beim Arzt suchen.

Bei einer Gallenkolik kommen typischerweise krampfartige Beschwerden im Oberbauch vor, der Schmerz strahlt in Richtung Rücken aus. Verursacht werden die Beschwerden von Gallensteinen, die aus ihrer Position geraten. Auch hier sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden, um die Ursachen zu identifizieren und die geeignete Therapie einzuleiten.

Wandert ein Nierenstein in deinen Harnleiter, kann es zu Nieren bzw. Harnleiterkoliken kommen. Die Bauchschmerzen treten sehr plötzlich auf, fühlen sich krampfartig an und liegen im Bereich der Flanken. Der Schmerz kann in die Genitalien und den Rücken ausstrahlen. Auch hier gilt: Der Arzt ist gefragt! Nierensteine können, wenn sie z. B. im Harnleiter stecken bleiben, zum Harnverhalt und Harnstau führen.

Leidest du an Schmerzen im Oberbauch, kann ein Magengeschwür vorliegen. Das sogenannte Ulcus ventriculi ist ein Schleimhautdefekt, der Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust verursacht. Die Bauchschmerzen treten nicht nur nachts, sondern vor allem auch unmittelbar nach der Nahrungsaufnahme und über einen längeren Zeitraum hinweg auf.

Häufiger als ein Magengeschwür ist jedoch ein Zwölffingerdarmgeschwür (med.: Ulcus duodeni), was für brennende und drückende Schmerzen im oberen Bereich deines Bauchs verantwortlich ist. Die Bauchschmerzen treten bei einem Zwölffingerdarmgeschwür vorwiegend nüchtern und während der Nachtzeit auf. Sowohl bei den Symptomen für Magen- als auch Zwölffingerdarmgeschwür gilt: ab zum Arzt!

Ursachen für nächtliche Bauchschmerzen in der Schwangerschaft

Erwartest du ein Kind, sind Bauchschmerzen nachts keine Seltenheit. Deinen Bauchschmerzen liegen häufig harmlose Ursachen zugrunde, beispielsweise eine unangenehme Liegeposition.

Auch Übungs- und Senkwehen können nächtliche Bauchschmerzen während einer Schwangerschaft auslösen, stellen für dich aber keinen Grund dar, besorgt darüber zu sein, dass etwas mit deinem Baby nicht in Ordnung sein könnte.

Vorzeitige Wehen oder das HELLP-Syndrom können ebenfalls Ursache für nächtliche Bauchschmerzen während der Schwangerschaft sein. Sollten zusätzlich zu den Schmerzen Symptome wie starke Übelkeit, Augenflimmern und erhöhte Lichtempfindlichkeit auftreten, ist sofort ein Arzt aufzusuchen.

Wichtiger Hinweis: Hast du Sorge, dass deinen nächtlichen Bauchschmerzen eine Ursache zugrunde liegen könnte, die deine Gesundheit oder die deines ungeborenen Kindes gefährdet, solltest du deinen Gynäkologen aufsuchen. Dieser klärt, ob deine Bauchschmerzen harmloser Natur sind oder eine medizinische Behandlung notwendig ist. 

Nächtliche Bauchschmerzen bei Kindern

Kinder leiden häufiger an Bauchschmerzen als Erwachsene. In vielen Fällen lassen sich diese auf zu viele Süßigkeiten oder zu schnelles Essen zurückführen. Die typischen Beschwerden nach einem großen Stück Kuchen und zwei Gläsern Limonade kennst du bestimmt aus deiner eigenen Kindheit.

Auch Verstopfung oder Blähungen – ausgelöst durch falsche Ernährung oder Stress – können bei Kindern nächtliche Bauchschmerzen auslösen. Leidet dein Kind einmal an Bauchweh, ist das also noch kein Grund zur Sorge.

Vermutest du allerdings eine Krankheit wie Blinddarmentzündung, Magen-Darm-Grippe oder eine Gallen- oder Nierenkolik hinter den Bauchschmerzen deines Kindes, solltest du die Beschwerden von einem Kinderarzt abklären lassen.

Auch wenn Bauchschmerzen bei Kindern häufig vorkommen und in der Regel harmlos sind, ist es wichtig, dass du deinem Kind zuhörst und es ernst nimmst, wenn es dir sagt, dass sein Bauch nachts weh tut. Das ist natürlich leichter gesagt als getan, denn gerade kleine Kinder können sich noch nicht richtig artikulieren und dir klare Angaben über ihre Symptome machen.

Das hilft gegen Bauchschmerzen nachts

Die folgenden Tipps können dir dabei helfen, deine nächtlichen Bauchschmerzen unter Kontrolle zu bekommen:

  • Leidest du nachts gelegentlich unter Bauchschmerzen, kannst du zunächst versuchen, verstärkt auf deine Ernährung zu achten. Verzichte vor dem Schlafengehen auf zu fetthaltige Speisen, zu große Portionen oder Alkohol.
  • Vermutest du hinter deinen nächtlichen Bauchschmerzen eine Lebensmittelunverträglichkeit, kannst du versuchen, eine Zeit lang auf laktose- oder glutenhaltige Nahrung zu verzichten. Laktose findet sich vor allem in Milchprodukten wie Käse, Joghurt, Eiscreme oder auch Fertiggerichten wieder. Gluten dagegen ist ein Eiweiß, das in Weizen und verwandten Getreidesorten vorkommt. Zu den Lebensmitteln, die Gluten enthalten können, zählen Brot, Nudeln, Plätzchen, aber auch Bier. Auch Fruchtzucker kann in größeren Mengen zu Unverträglichkeiten führen. Man spricht dann von einer Fruktosemalabsorption. Gerade Fruchtsäfte, aber auch Cola und Limonaden enthalten sehr große Mengen an Fruktose und sollten daher nur in kleinen Mengen verzehrt werden.
  • Eine Wärmflasche kann Abhilfe verschaffen, da sich die Muskeln durch die Wärme entspannen können. Auch Fenchel-Tee kann dabei helfen, den Magen zu beruhigen, wenn du abends zu viel gegessen hast. Hast du dir eine Magen-Darm-Grippe zugezogen, kann Kräutertee helfen, den Magen zu beruhigen. Gleichzeitig kannst du so deinem Körper wieder die nötige Flüssigkeit zuführen, die durch Erbrechen und Durchfall verloren wurde. 
  • Bei Verstopfung oder Blähungen kannst du versuchen, den Schmerzen mit einer sanften Bauchmassage entgegenzuwirken. Angestaute Luft im Bauch lässt sich mit Hilfe von Massagen lösen, sodass du bald wieder in einen ruhigen Schlaf finden kannst. Auch die Veränderung der Liegeposition kann deine nächtlichen Bauchschmerzen lindern.
  • Sind deine nächtlichen Bauchschmerzen psychosomatisch bedingt, können Entspannungsübungen dir dabei helfen, die Symptome in den Griff zu bekommen. Fühlst du dich wohl damit, kannst du zum Beispiel Yoga oder Autogenes Training ausprobieren. Eine ruhige, gleichmäßige Atmung kann ebenfalls dafür sorgen, dass du dich entspannst und ohne Bauchweh in den Schlaf findest.
  • Leidest Du unter krampfartigen Bauchschmerzen, können Dir auch Medikamente helfen. Besonders bewährt hat sich dabei der Wirkstoff Butylscopolaminiumbromid. Er wirkt krampflösend auf die Darmmuskulatur. Butylscopolaminiumbromid hilft nicht nur bei ernährungsbedingten Bauchschmerzen, sondern kann auch angewendet werden, wenn du unter dem Reizdarm-Syndrom leidest. Den Wirkstoff gibt es in Form von Dragees oder Zäpfchen rezeptfrei in Apotheken zu kaufen. Regelschmerzen lassen sich gut mit Medikamenten behandeln, die sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika enthalten. In der Apotheke stehen daher Mittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, Naproxen oder Paracetamol zur Verfügung. 
  • Zum Arzt gehen solltest du spätestens dann, wenn deine Bauchschmerzen nachts über längere Zeit anhalten und auch Hausmittel und Medikamente keine Linderung verschaffen. Wenn Du die Ursache der Bauchschmerzen nicht auszumachen vermagst, kann ein Arzt dir helfen. Besonders starke Schmerzen oder der Verdacht auf eine Blinddarmentzündung erfordern den schnellstmöglichen Gang zum Arzt. 
  • Erwartest du ein Kind, solltest du den Weg zum Frauenarzt nicht scheuen. Auch wenn die Ursachen für nächtliche Bauchschmerzen meist keinen Anlass zur Sorge bieten, kann ein Arzt dir deine Bedenken nehmen oder eine Behandlung einleiten, die deine Schmerzen dauerhaft lindert.

 

Zusammenfassung

Bauchschmerzen nachts sind in den meisten Fällen kein Grund zur Sorge. Vorübergehende Beschwerden kannst du mit Hilfe von apothekenpflichtigen Medikamenten mit dem Wirkstoff Butylscopolaminiumbromid oder Hausmitteln wie Wärme, Entspannungsübungen und Tee in der Regel selbst behandeln.

Da die Ursachen für nächtliche Bauchschmerzen vielfältig sein können, kannst du dich bei länger bestehenden Schmerzen oder Bauchweh, das mit anderen Symptomen einher geht, an einen Arzt wenden. Dieser kann abklären, ob eine ernsthafte Erkrankung vorliegt oder ob die Bauchschmerzen auf deine Lebensumstände wie etwa Stress oder eine falsche Ernährungsweise zurückzuführen sind.

Bei Kindern sollte Bauchweh immer ernst genommen werden, auch wenn die Gründe dafür meist harmlos sind. Leidet dein Kind häufig unter Schmerzen im Bauchbereich, solltest du den Besuch bei einem Kinderarzt nicht scheuen.

Ebenso ist ein Arztbesuch dann ratsam, wenn du gerade ein Kind erwartest und sicher gehen möchtest, dass hinter deinen Bauchschmerzen keine vorzeitigen Wehen oder andere gefährliche Erkrankungen stehen.

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