Blähungen nach Wirsing, Wirsing in einem Körbchen

Blähungen nach Wirsing: Ursachen und wie du sie verhindern kannst

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Wirsing gehört zu den blähenden Lebensmitteln. Das bedeutet aber nicht, dass du pauschal auf das gesunde Kohlgemüse verzichten solltest. Schließlich können einige Tipps helfen, Blähungen durch Wirsing zu vermeiden.

Warum verursacht Wirsing Blähungen?

Wirsing gehört zu den Kohlgemüsen, die im Allgemeinen oft blähend wirken. Warum ist das so? Kohl enthält Ballaststoffe und schwer verdauliche Zuckerarten. Beide können im Dünndarm nicht aufgespalten werden, sondern wandern in den Dickdarm, wo deine guten Darmbakterien sie zersetzen. Dabei bilden sich Gase, die den Darm aufblähen und später als Pupse entweichen. Diese Blähungen sind an sich nichts Schlimmes, können aber unangenehm und störend sein.

Solltest du erst seit Kurzem verstärkt ballaststoffreiche Lebensmittel wie Kohlgemüse, Hülsenfrüchte oder Vollkornprodukte essen, ist das häufig mit Blähungen verbunden. Dein Darm muss sich erst an die ungewohnte Menge der gesunden Faserstoffe gewöhnen. Zu abrupt solltest du die Umstellung auf eine ballaststoffreiche Ernährung nicht gestalten, um deine Verdauung nicht zu überfordern. Außerdem ist es jetzt besonders wichtig, viel zu trinken, da ansonsten Verstopfungen drohen.

Ernster ist die Lage, wenn du Wirsing nicht verträgst, weil du eine Allergie auf Senföle hast. Diese äußert sich in den meisten Fällen zunächst im Mund durch Jucken und Schwellungen. Sie kann aber auch von Schnupfen und Niesen, Hautausschlag und Rötungen, oder Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Übelkeit und Durchfall begleitet sein. In sehr schweren Fällen droht sogar ein allergischer Schock.

Eine Unverträglichkeit oder Intoleranz macht sich hingegen vor allem im Magen-Darm-Trakt bemerkbar, etwa durch Magenschmerzen, Bauchweh, Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Krämpfe, Blähungen, Durchfall und Darmgase.

Manche Menschen haben Unverträglichkeitsreaktionen durch Pflanzenschutzmittel, die im konventionellen Anbau verwendet werden. In diesem Fall dürftest du nicht nur von Wirsing Blähungen und andere Verdauungsbeschwerden bekommen, sondern nach dem Genuss vieler Obst- und Gemüsesorten. Solltest du den Verdacht haben, dass Pestizide für deine Symptome verantwortlich sind, greife zu Bio-Gemüse. Im ökologischen Landbau dürfen Lebensmittel nicht mit Pestiziden behandelt werden.

Blähungen nach Wirsing, Wirsing und anderes Gemüse auf einem MarktAchte bei Kauf von Wirsing auf Bio-Qualität, wenn du den Verdacht hast, bestimmte Pflanzenschutzmittel nicht zu vertragen.

Rohes Gemüse birgt außerdem die Gefahr von Krankheitserregern (etwa Salmonellen, Listerien oder krankmachenden Escherichia-Coli-Typen), wenn es vor dem Verzehr nicht gründlich gewaschen wird. Eine Infektion geht dann meist nicht nur mit Blähungen einher, sondern auch mit weiteren Symptomen wie Übelkeit, Krämpfen, Bauchschmerzen und Brechdurchfall.

Wenn du nach dem Verzehr von Wirsing unter Blähungen leidest, wird das zwar in den meisten Fällen an den schwer verdaulichen Inhaltsstoffen des Kohlgemüses liegen. Sollten deine Beschwerden jedoch neu auftreten, besonders heftig oder sehr häufig sein, dann lässt du die Ursachen besser durch einen Arzt abklären.

Blähungen verhindern: So bereitest du Wirsing magenschonend zu

Nur weil Wirsing generell blähend wird, solltest du nicht vorsorglich auf ihn verzichten. Das Wintergemüse ist kalorienarm und steckt voller Vitamine (vor allem Vitamin C, E und K sowie B-Vitamine), Mineralstoffe (etwa Kalium, Calcium und Magnesium) sowie sekundärer Pflanzenstoffe. Das macht Wirsing so wertvoll in der dunklen Jahreszeit – insbesondere, wenn du dich gerne saisonal ernährst. Weil es verschiedene Sorten gibt, die zu unterschiedlichen Zeiten angebaut werden, ist Wirsing das ganze Jahr über erhältlich.

Der krause Kohl ist bereits vor Ende des Reifeprozesses genießbar und besticht dann durch besonders zarte Blätter. Grundsätzlich kann Wirsing auch roh verzehrt werden – zum Beispiel als Salat oder Smoothie. In diesem Fall solltest du die Blätter gründlich waschen, um mögliche Krankheitserreger zu entfernen. Beim Garen werden die wertvollen Inhaltsstoffe teilweise zerstört, allerdings wird Wirsing durch Kochen besser verdaulich und wirkt dann weniger blähend.

Blähungen nach Wirsing, Wirsing-Rouladen in einer AuflaufformAus Wirsing lassen sich viele leckere und gesunde Gerichte zaubern.

Diese Tipps helfen außerdem, um Blähungen durch Wirsing zu vermeiden oder zu mindern:

  • Iss kleinere Mengen. Zu viel Wirsing auf einmal kann jeden Darm überfordern.
  • Trinke über den Tag verteilt viel Flüssigkeit. Das regt die Verdauung an. Je länger sich der Speisebrei in deinem Darm befindet, desto mehr blähende Stoffe können die Darmbakterien produzieren.
  • Wird der Wirsing vor dem Verzehr ein paar Tage im Kühlschrank gelagert, werden schwer verdauliche Zuckerarten umgewandelt, sodass dein Körper sie besser aufspalten kann.
  • Mit Fenchel-, Kümmel- oder Anistee (gibt es auch kombiniert) lassen sich Blähungen unter Umständen lindern. Pfefferminz und Kamille können dem Magen gut tun.
  • Traditionell werden Kohlgerichte mit Kümmel zubereitet, weil das die blähende Wirkung reduziert.
  • Außerdem kannst du Fenchelsamen, Anis oder geriebene Ingwerwurzel ins Kochwasser geben.
  • Nimm dir Zeit zum Essen. Die Verdauung beginnt bereits im Mund. Außerdem schluckst du dann nicht so viel Luft, die deinen Darm ebenfalls aufbläht.
  • Nach einer Wirsingmahlzeit ist es ratsam, einige Stunden auf Zuckerhaltiges verzichten, das zusätzlich blähen kann.
  • Wirsing lässt sich eine bis zwei Wochen im Kühlschrank oder kühlen Keller lagern. Die Blätter von frischem Wirsing sollten dunkelgrün sein und keine braunen Stellen haben. Durch Fäulnisprozesse können sich Giftstoffe bilden, die unter Umständen eine Lebensmittelvergiftung auslösen.
  • Bewegung unterstützt die Verdauung und regt deine Darmbewegungen an, sodass Darmgase schneller entweichen.

Bei starken Beschwerden, einer Allergie oder heftigen Unverträglichkeitssymptomen verzichtest du besser auf Wirsing und konsultierst einen Arzt.

Blähungen beim Baby: Müssen stillende Mütter auf Wirsing verzichten?

In der Stillzeit solltest du nicht pauschal auf möglicherweise blähende Lebensmittel wie Kohlsorten, Zwiebeln oder Hülsenfrüchte verzichten. Schließlich stecken in diesen Gemüsen wertvolle Nährstoffe und gerade in der Stillzeit ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung wichtig.

Insbesondere wenn du Wirsing selbst gut verträgst, ist es unwahrscheinlich, dass sie deinem Baby Probleme bereiten. Sofern dein Kind unter Bauchweh, Koliken oder Blähungen leidet, kannst du ein verdächtiges Lebensmittel zunächst für einige Tage weglassen und abwarten, ob sich eine Besserung einstellt. Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass blähendes Gemüse auch beim Baby Bauchschmerzen und Blähungen verursacht. Häufig sind andere Ursachen schuld, etwa wenn dein Kleines beim Trinken viel Luft schluckt.

Blähungen nach Wirsing: Ursachen und wie du sie verhindern kannst

Wirsing enthält schwer verdauliche Zuckerarten und Ballaststoffe, die erst im Dickdarm von Darmbakterien durch Gärungsprozesse zersetzt werden und dadurch zu Gasen und Blähungen führen. Vorbeugend auf das gesunde Wintergemüse verzichten, solltest du deshalb jedoch – auch in der Stillzeit – nicht.

Um Blähungen zu vermeiden oder zu lindern, reicht es häufig, nicht zu viel Wirsing auf einmal zu essen, ihn mit bestimmten Gewürzen wie Kümmel, Fenchel oder Anis zuzubereiten und über den Tag verteilt viel Flüssigkeit – auch in Form von Kräutertees wie Fenchel – zu trinken. Hast du ernste Ursachen für Blähungen und andere Verdauungsbeschwerden in Verdacht, beispielsweise eine Allergie, Intoleranz oder Lebensmittelinfektion, ziehe bitte einen Arzt zurate.

Du leidest vor allem abends und nachts an Blähungen? Erfahre in diesem Artikel, was dahinterstecken könnte.


Medizinisch geprüft durch
Dr. rer. nat. Dinah Murad
Dr. Dinah Murad fungiert als unabhängige medizinische Beraterin an der Schnittstelle von Wissenschaft und Marketing. Darmgesundheit ist für sie ein unterschätztes, aber überaus wichtiges Thema. Sie verantwortet die medizinische Prüfung aller Inhalte für unsere Leser.
Geschrieben von
Silke Stadler 
Silke Stadler war stellvertretende Redaktionsleiterin bei verschiedenen Gesundheitsportalen und ist ausgebildete Ernährungsberaterin. Heute ist sie als Online-Redakteurin für den Klinikkonzern MEDICLIN tätig und gehört von Beginn an zum festen Autorenteam von Digestio. 

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